Der Neue Merker

Wolfgang Stefan SCHWAIGER – Für den jungen Bregenzer „Don Giovanni“ waren bis vor kurzem Nebenrollen jeder Art der Alltag

Merker Interview WOLFGANG stefan SCHWAIGER / Peter Dusek (Juli 2016)

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Hotel Messmer, Bregenz: Ich treffe Wolfgang Stefan Schwaiger am Morgen nach der gelungen Wiederentdeckung von Franco Faccio’s „Hamlet“-Oper. Die Proben für Don Giovanni haben kurz zuvor begonnen. Dennoch hatte sich die Intendantin Elisabeth Sobotka spontan dafür entschieden, eine Kostprobe aus der Jugendopern-Produktion des „Don Giovanni“ in die vom Fernsehen übertragene Eröffnung zu zeigen. Mit dem 1. Finale erlebte erstmals ein großes Publikum ein österreichisches Super-Talent. Der Bariton kommt aus Tirol, ist ganze 25 Jahre jung und ist mir vor 2 Jahren bei einer Produktion der Musikhochschule Wien  als  hochbegabter Don Giovanni  sowie als Figaro-Graf im Schönbrunner Schlosstheater positiv aufgefallen. Inzwischen war er im Opernstudio von Köln, wo er in der nächsten Saison als Ensemblemitglied auch  in einer ersten Premiere – „Die weiße Rose“ von Udo Zimmermann – eine Hauptrolle übernehmen darf.

Dusek: Braucht man nicht sehr viel Geduld zum Start einer Karriere?

Schwaiger:  Schon – aber ich durfte immerhin bereits  Papageno und Schaunard singen und als Cover die wichtigsten Rollen lernen.  Aber mein Alltag waren Nebenrollen jeder Art. Und wichtig war auch ein sehr erfolgreiches Debut als Rossinis Barbier in Darmstadt. Doch in Zukunft wird’s für mich spannender. Nach der „Weißen Rose“ kommen  Schaunard, Ping in Turandot, Scherasmin in Oberon, Fredy in „My fair lady“…

Dusek: Sie sind mit 25 Jahren tatsächlich blutjung für eine Opernkarriere. Sie haben aber sehr früh begonnen?

Schwaiger: Ich war bei den Wiltener Sängenknaben und habe schon mit 15 Jahren solistische Aufgaben übernommen.

Dusek: Kommen Sie aus einem musikalischen Umfeld?

Schwaiger: Mein Vater ist ein musikbegeisterter Jurist und auch meine Mutter  und meine drei Schwestern lieben Klassik!

Dusek: Und ihre Freundin ist ebenfalls musikalisch?

Schwaiger: Ja sie heißt Tina Drole, kommt aus Slowenien und wird  zur Zeit als  Mezzosopranistin in Wien ausgebildet.

Dusek: Werden wir Sie wieder in Wien hören?

Schwaiger: Ja ich singe  wieder Don Giovanni in Schönbrunn – und schon sehr bald: am 23. und 24. August.

Dusek: Wer sind Ihre Vorbilder?

Schwaiger: Neben den Legenden von einst gefallen mir  Lodovic Tezier und Peter Mattei besonders gut. Und stolz bin ich darauf, dass ich bei einer Masterclass Bo Skovhus persönlich kennengelernt habe. Ich glaube ich habe ihn auch für mich eingenommen…

Dusek: Ich danke für das Gespräch!

 

 

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