Der Neue Merker

WIEN/Volkstheater: ImPulsTanz: WIM VANDEKEYBUS & ULTIMA VEZ – ein Trip zu Untoten

1.8.2017: ImPulsTanz im Wiener Volkstheater – ein Trip zu Untoten mit Wim Vandekeybus  & Ultima Vez

Untergangsstimmung gleich am Beginn – schon mit einigem Getöse. Endzeitstimmung, hinein in die Vorhölle! Doch nein, Belgiens Vorzeige-Choreograph und Regisseur Wim Vandekeybus und sein Ensemble Ultima Vez beglücken uns mit ironisch resignierendem Grundton in „Mockumentary of a Contemporary Saviour“ mit einer Story in Sience Fiction-Manier. Der Heiland, ja, der Heiland, auf den wird hier gewartet und gehofft. Sieben Darsteller, exzellent spielende, gut ein Sprachwirrwarr pointierend und gelegentlich auch mit wilden Zuckungen tanzend und herumfuchtelnd, sind voll mit Aggressionen geladen, bekämpfen sich oder suchen auch nach gemeinsamem Schutz. Sie alle sind keine Hoffnungsträger für eine bessere Welt – gleichsam als Untote wanken sie gestikulierend und derb aufschreiend durch eine schaurige Geisterbahn. In einer (zu lang geratenen) Folge von gut und weniger überzeugend geratenen  Episoden wird über Religion und Heilsbringer und den Messias sarkastisch reflektiert und noch mehr gestritten. Dieses verbale Catch-as-catch-can, von einigen quicken Veitstänzen überzuckert, darf ruhig auf die leichte Schulter genommen werden. Denn Wim Vandekeybus versteht auf lockere Art originelle Shows zu präsentieren. Und auch in diesem Gruselkabinett gibt es nicht wenige Überraschungen zu erleben.

 

Meinhard Rüdenauer

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