Der Neue Merker

Wiener Staatsoper REFLEXIONEN Jänner 2016

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Die REFLEXIONEN aus der WIENER STAATSOPER im Jänner 2015

Inhalt:

Wiener Opernballtratsch und Zukunftsperspektiven  Von Anton Cupak

 

 

Eine Opernballlady geht – andere wollen kommen

Anton Cupak über den Wechsel in der höchsten Ebene einer Opern-Organisatorin (Ein Artikel aus der PRESSEÜBERSICHT des MerkerOnline vom 22.Jänner 2016):

 

Wiener Opernballtratsch und Zukunftsperspektiven

Der  Rücktritt der Opernball-Organisatorin sollte eigentlich keine allzu großen Probleme auslösen. Dieser Job, obwohl dem Vernehmen nach ehrenamtlich, ist hoch begehrt und viele „Damen unserer Gesellschaft“ würden gerne in das Rampenlicht gelangen. Die derzeitige Situation ist aber – unnötigerweise – etwas pikant:
Der Philharmoniker-Vorstand Andreas Großbauer macht sich seit Monaten für eine Vertragsverlängerung des Staatsoperndirektors stark. Das ist das gute Recht des Herrn Großbauer als Privatmann (ob mit dem Orchester abgestimmt, weiß ich nicht), wenngleich ich es für vernünftig hielte, wenn sich die Philharmoniker aus dem Entscheidungsprozess heraushalten würden. Ich denke, dass der zuständige Minister keine Einsager braucht und sich auf breiter Basis beraten und informieren soll, auch unter Bedachtnahme der zur Verfügung stehenden Alternativen. Wir vom Online-Merker stehen für keine Kampagne zur Verfügung, weder für noch gegen den amtierenden Direktor. Meines Wissens nach haben auch die Philharmoniker bisher nie öffentlich in den „Wahlkampf“ eingegriffen.
Nun begab sich, dass die Frau des Philharmoniker-Vorstands, die eine PR-Agentur betreibt, für die Treichl-Nachfolge in das Spiel gebracht wird. Ich kenne Frau Großbauer nicht und es steht mir daher keine Wertung zu, auch kenne ich „den Markt“ zu wenig, um meinerseits Empfehlungen abzugeben. Ob aber die Parteinahme des Herrn Großbauer für den Staatsoperndirektor der Kür seiner Gattin zur Opernball-Lady zuträglich ist, wage ich zu bezweifeln. Wir leben in einer Zeit, die durch einige abschreckende Beispiele von sogenannter „Freunderlwirtschaft“ stark sensibilisiert ist, hätte sich Herr Großbauer nicht derart stark für den Staatsoperdirektor aus dem Fenster gelehnt, wäre eine Personalentscheidung eben dieses Direktors zugunsten der PR-Agentur-Chefin Maria Großbauer sicher einfacher, weil nicht mutwillig umstritten.
Ich kenne die Gerüchte bereits seit längerer Zeit, habe mich jedoch zurückgehalten. Ich vermute keine „Freunderlwirtschaft und gehe davon aus, dass alle Beteiligten die hehrsten und besten Absichten hegen. Ich spreche lediglich undiplomatisches Verhalten an – und das bei einem gelernten Diplomaten in einer wesentlichen Rolle in dieser heiklen Angelegenheit. So viel mir bekannt ist, entscheidet der Operndirektor über jene Person, die den Ball seines Hauses ausrichtet, das ist wie eine Besetzungsfrage.
Nun aber hat sich Frau Maria Großbauer zu Wort gemeldet – oder hat zumindest Journalisten nicht erfolgreich abgewehrt. Frau Großbauer zur „Tiroler Tageszeitung: Zu den Gerüchten, wonach sie die Nachfolge der scheidenden Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh antreten soll, hielt sich Maria Großbauer beim Ball der Wiener Philharmoniker am Donnerstagabend bedeckt. „So ein Gerücht ist sicher ein Kompliment. Aber schauen wir einmal, es sind momentan viele Namen im Spiel“, sagte sie zur APA.
„Ich denke, dass sich viele Frauen sehr gut vorstellen könnten, die Organisation zu übernehmen. Das ist eine schöne und ehrenvolle Aufgabe. Schließlich ist die Wiener Staatsoper ja nicht irgendeine Institution“, sagte Großbauer. Gleichzeitig sehe sie darin auch eine große Herausforderung.
Maria Großbauer ist die Frau von Philharmoniker-Chef Andreas Großbauer und führt in Wien eine PR-Agentur.
Nun, ein Dementi klingt etwas anders. Dass Frau Großbauer beim Philharmonikerball von Journalisten befragt wird, stand zu erwarten. An Stelle von Frau Großbauer wäre ich krank geworden und hätte den Ball geschwänzt – auch wenn es der Philharmoniker-Ball ist. Nochmals, ich vermute überhaupt nichts, ich halte lediglich die Vorgangsweise für unglücklich und kontraproduktiv im Sinne der Ambitionen der Frau Großbauer

Frühere Artikel zu diesem Thema:

Früher Startschuss um den Thron

Ein Standart Interview

 

 

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