Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper/ Staatsballett: VAN MANEN / EKMAN / KYLIÁN“ – zwei Kult- und ein Nonsensstück

26.9.2016 : „VAN MANEN / EKMAN / KYLIÁN“ – zwei Kult- und ein Nonsensstück

So richtig stimmig passen diese drei Einakter, jeder eine qualitätsvolle Choreographie (und alle zu Toneinspielungen getanzt), wohl nicht zusammen: „Adagio Hammerklavier“, ein Kultstück aus dem Jahr 1973: Beethoven-Klaviermusik psychisch unterkühlt in einer damals innovativen Manier (Choreographie Hans van Manen). „Bella Figura“, ein Kultstück aus dem Jahr 1998: Ein frühes ästhetisches Genderspiel von Jirí Kylián auf Musik von G.B. Pergolesi bis Modern Baroque. Und „Cacti“, ein Nonsensstück mit harmlos-nettem Unterhaltungsfaktor aus dem Jahr 2010 (Alexander Ekman zu einer Wiener Klassik-Romantik-Mixtur). Das Wiener Staatsballett zeigte sich in diesen Wiederaufnahmen erneut von seiner besten Seite. In feinen Rollendebüts konnten Eszter Ledán im anspruchsvollen van-Manen-Stil sowie Alice Firenze und Jakob Feyferlik mit entblößten Oberkörpern zur Kylián-Ästhetik voll überzeugen. Alles sauber und harmonisch präsentiert, und die tänzerischen Leistungen wurden vom Publikum sehr positiv, die divergierenden Stücke doch eher unterschiedlich aufgenommen.

Meinhard Rüdenauer

 

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