Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper/ Staatsballett: ONEGIN – allerfeinste Stimmungsbilder

10.4.2017: „ONEGIN“ – allerfeinste Stimmungsbilder

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Probenfoto mit Nina Polakova und Roman Lazik. Copyright: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

John Crankos getanzte Version von Alexander Puschkins Versroman „Onegin“ aus dem Jahr 1965 spricht ein breites Publikum an. Von Cranko in duftiger Ausstattung klar und schlackenlos nacherzählt, doch dabei die jeweiligen psychischen Regungen komplex nuancierend und kompliziert in den herausfordernden vielfältigen tänzerischen Anforderungen. Diese Stimmungsbilder werden diskret untermalt mit von Kurt-Heinz Stoltze sensibel instrumentierten zumeist schwermütigen Klavierstücken von Peter I. Tschaikowski. Nicht so gewaltig wie ein echter großer Tschaikowski, doch „Onegin“ bewährt sich als ein sehr feines, anspruchsvoll kultiviertes Stück für das Repertoire des Wiener Staatsballetts.

Auslauf der sechs Aufführungen in dieser Saison: Nina Poláková – als Tatjana rein mädchenhaft, gleichsam federleicht schwebend – und Roman Lazik –  ein verzweifelt sich sehnender, doch hilflos in sich verschlossener Onegin – vermögen das Publikum zu überzeugen. Der geschmeidige Masayu Kimoto (Lenski), Alice Firenze (Olga), Alexis Forabosco (Gremin) und Dirigent Guillermo García Calvo wie das intensiv gestaltete dramatisch starke Finale des Hauptpaares wurden mit starkem Applaus bedankt.

Meinhard Rüdenauer

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