Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper: SALOME

WIENER STAATSOPER: „SALOME“ am 18.9.2017

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Zeljko Lucic (Jochanaan). Copyright: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Eine enorm starke Aufführung unter Simone Young, mit Stellen, die an Lautstärke fast die Schmerzgrenze erreichten, wie beispielsweise die Höhepunkte im Schleiertanz. Auch fallweise sah man das Judenquintett, sehr gut besetzt mit Thomas Ebenstein, Peter Jelosits, Jinxu Xiahou, Benedikt Kobel und Ryan Speedo Green mehr spielend und streitend als singend, aber dies kommt immer wieder vor. Gun-Britt Barkmin ließ sich wieder entschuldigen, doch dies war eine Art von Sicherheitsnetz. Sie sang und spielte eine hervorragende Salome. Da war aber keine Schwachstelle zu hören. Natürlich, immer kommt man nicht über die großen Wogen, aber auch dies war fast nie der Fall. Ein  Jochanaan der Sonderklasse ist Željko Lučić. Er zeigt, wie schön man diese großen Bogen im Belcantostil singen kann. Aber nicht nur die  perfekte musikalische Umsetzung, enorm wie wortdeutlich er ist, als wäre es die Muttersprache.

Der Herodes von Wolfgang Ablinger-Sperrhacke ist einfach großartig,  wunderbar gesungen und angenehmer Weise nicht nur auf Marke „Fies“ gespielt, da spielen der Aberglaube und die Angst eine sehr große Rolle. Eine wunderschöne Herodias, die dennoch so bösartig ist, ist mit ausgewogener Stimme Iris Vermillion. Carlos Osuna war ein ordentlicher,  gut singend und spielender Narraboth. Ulrike Helzel sang den um Narraboth  besorgten Pagen schön und wortdeutlich. Wenig Freude machte Alexandru Moisiuc als erster Nazarener, Rafael Fingerlos als zweiter Nazarener hat leider nicht so schöne Stellen zu singen. Stark bei Stimme die beiden Soldaten Wolfgang Bankl und Sorin Coliban. Aus dem Chor komplettierten Jens Musger als Cappadocier und der Sklave war Alejandro Pizarro-Enriques.

Die Kultinszenierung sollte noch lange erhalten bleiben. Da leisteten Boleslaw Barlog als Regisseur und speziell Jürgen Rose mit seinet Traumausstattung wirklich eine „oscarreife“ Arbeit.

Das Publikum, das Haus war rammelvoll, dankte laut jubelnd.     

Elena Habermann

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