Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper: RUSALKA – ziemlich neu besetzt

WIENER STAATSOPER:  „RUSALKA“ am 9.2.2016

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Elena Zhidkova (Fremde Fürstin). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Ein hervorragender Abend mit acht Rollendebüts und einem Hausdebüt. So beginne ich meinen Bericht mit den Alteingesessenen: Die erste und zweite Elfe waren gut und bewährt Valentina Narfornita und Ulrike Helzel. Zum ersten Male stand Miriam Albano auf der Bühne der Wiener Staatsoper und ließ eine angenehme Mezzostimme hören, auch war sie bereits sehr gut mit der Elfenchoreografie der Inszenierung vertraut. Es wird sicher sehr interessant, sie in weiteren „echten“ Solorollen zu hören. Als Heger war Gabriel Bermudez wie immer ausgezeichnet. Diese kurze, aber doch sehr einprägsame Rolle kommt seiner Stimme enorm entgegen. Sein Neffe, der „dralle“ Küchenjunge war von Margaret Plummer nicht nur sehr gut gesungen sondern auch viel natürlichen Humor dargestellt.

In der Titelrolle sprang für die erkrankte Krassimira Stojanova Camilla Nylund ein. Sie war so gut studiert, oder super eingewiesen in dieser Inszenierung und sang alles einfach großartig und setzte das Szenische ganz wunderbar um. Die Rolle passt sehr gut zu ihrer fast instrumental geführten Stimme, so war dies ein perfektes Rollendebüt und zeigte auch die Vielseitigkeit der Künstlerin, die man bislang ja nur vom deutschen Fach kennt. Brava! Der „schöne Märchen“ Prinz liegt Klaus Florian Vogt besonders gut. Die sehr helle höhensichere und überaus tragfähige Stimme kommt da voll zur Geltung. Sein Aussehen ist für diese Partie natürlich noch ein dickes Plus. Elena Zhidkova ist als fremde Fürstin eine so starke Persönlichkeit als wäre die Principessa di Bouillon zu Gast. Die schöne enorm starke Stimme fügte sich großartig in die Ensembles. Als Hexe Jezibaba hat Monica Bohinec eine neue starke Rolle gefunden. Der herrliche Alt klingt wie ein edler Samt in der enormen Tiefe der Stimme, auch versteht sie die Rolle darstellerisch glaubhaft zu gestalten. Jongmin Park ließ sich vom Grippevirus als leicht „angeschlagen“ entschuldigen. Dennoch, er sang einen mehr als beeindruckenden Abend. Diese Stimme besticht von mal zu mal mehr. Ein Wassermann mit der richtigen Stimme, die soviel Wärme ausstrahlt und in der Tiefe immer schwärzer wird. Als Jäger hörte man kurz Manuel Walser.

Am Pult stand erfreulichster Weise wieder Tomas Netopil, der so richtig die slawische Seele aus dem Orchester holte. Da blühte die Musik richtig auf und ließ das „Märchen“ erklingen, das in der Regie nur schwach angedeutet wird.

Der Chor sang seinen kurzen Part von Martin Schebesta einstudiert von der üblichen guten Qualität. Szenisch sind sie mehr zum „Konzert im Kostüm“ eingeteilt.

An die Regie kann man sich, bis auf die großen Ausrutscher, das Ballett im zweiten Akt gewöhnen.

Elena Habermann    

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