Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper: NABUCCO. Ein echtes Verdi-Fest ist derzeit an der Staatsoper angesagt!

  1. 2. 2017:  „NABUCCO“- derzeit ein echtes Sängerfest an der WIENER STAATSOPER

 

Ein echtes Verdifest ist derzeit an der Staatsoper angesagt!

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Anna Smirnova (Abigaille). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Das der „Nabucco“ ein echtes, aber sehr schönes Frühwerk is,t merkt man auch nach einem „Otello“ und auch einem „Trovatore“.

Die Überraschung ist der junge Roberto Tagliavini als Zaccaria. Ein junger überzeugter Diener seines Herren, wo steht geschrieben das der alt sein soll,  seine Schwester Anna ist doch auch jung. Eine wunderbare, nicht allzu schwarze, aber herrlich samtige Stimme. Beide Arien waren einfach ein Ohrenschmaus und Belcantofreude pur. Auch gute Figur machte der junge norwegische Tenor Bror Magnus Todenes in der unangenehmen Rolle des Ismaele. Er sang lyrisch schön, mit viel Seele und Kultur und fiel tatsächlich positiv auf, was in der Partie nicht selbstverständlich ist. Anna Smirnova ist eine wilde Abigaille, die nicht nur den Thron begehrt, sondern auch Ismaele, das erste Terzett ja eine echte Aida Situation und kam bei diesen Sängern glaubhaft gut rüber. Smirnova ist keine „Hochdramatische“, aber mit viel Kultur und toller Technik. Den Schluss nach dieser Mörderpartie pianissimo ohne Bruch zu singen, Brava! Dass sie in manchen Passagen etwas klirrend klingt, das ist fast unvermeidbar, die Tiefe ist toll, sitzt perfekt, eine sehr gute Vertreterin dieser ungeheuer schweren Rolle. Eigentlich Verdis schwierigste Partie, weil diese heutigen Stimmen waren in dieser Zeit nie angesagt. Als Fenena sang Ilseyar Khayrullova die Arie wirklich schön und war auch im Terzett überzeugend. 

In der Titelrolle Leo Nucci. Der Super-Vertreter dieser Rolle ist nun bereits sehr von der Tagesverfassung abhängig, die Wetterkapriolen taten das ihrige, es war eigentlich wirklich nicht sein Abend. Darstellerisch überzeugte er wie schon lange nicht mehr, der Insult, Gottesstrafe gestaltete so intensiv das man schon dachte , …., was ist passiert. Gesanglich teilte es sich der schlaue Fuchs geschickt ein, und die große Szene „Dio di Giuda“  war tatsächlich einwandfrei.

In den kleinen Rollen hervorzuheben Caroline Wenborn als Anna. Ayk Martirossian und Benedikt Kobel waren Baalpriester und Abdallo. Große Darstellungskunst ist in dieser „Regietheater“ Inszenierung ohnehin nicht möglich! Das einzig Kluge daran verschwand sofort nach der Premierenserie.

Eine Hauptrolle ist der Chor und das war wieder unter Thomas Lang hinreißend schön.

Am Pult waltete sehr sorgsam Guillermo Garcia Calvo, auf alle Sänger voll Rücksicht und ganz besonders Senior Nucci, den er wirklich durch die Vorstellung trug. 

Elena Habermann

 

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