WIEN/ Staatsoper: LA SONNAMBULA – ein Abend der gelungenen Rollendebüts!

by ac | 8. Januar 2017 06:46

WIEN/ Staatsoper:  „LA SONNAMBULA“ – ein Abend der gelungenen Rollendebüts! 7.1.2017

Sonnambula-Florez
Juan Diego Florez. Copyright: Wiener Staatsoper/ Axel Zeininger

Nur Juan Diego Florez/Elvino  und Thomas Köber/Notar waren nicht neu in dieser Inszenierung. Juan Diego Florez war bereits als Premierenbesetzung in Höchstform. doch wie sehr hat sich die Stimme seither verändert. Sie ist etwas dunkler, leicht metallisch geworden, nicht mehr so schlank im Rossinistil geführt, sondern in dieser Belcantomanie für Bellini, Donizetti oder Mercadante. Wobei sicher noch so manch Rossini-Rolle kommen wird. Wie schon erwähnt, in Höchstform sang er hinreißende Kantilenen, höhensicher wie immer und konnte stimmlich so begeistern, dass man vergisst, wie dumm dieser Elvino ist. Selbstverliebt, dümmlich eifersüchtig und sprunghaft. 

Daniela  Fally ist eine großartige Amina, dieses Rollendebüt hatte allerhöchstes Niveau, Man glaubt ihr die Verliebtheit, die Verzweiflung und dann endlich das große Glück am Schluss. Die Stimme ist voller, aber nicht schwerer geworden,  die Koloraturen sind perfekt und dennoch nicht maschinell. Nicht nur der musikalische Ausdruck ist hervorragend, auch die szenische Umsetzung ist sehr berührend.
Ihre Gegenspielerin Lisa ist mit Maria Nazarova absolut auf Augenhöhe. Auch sie versteht ihre Rolle, mit der sie bereits in München sehr erfolgreich war, großartig zu interpretieren. Da ist die Lisa auf einmal nicht nur eine intrigante Nervensäge, man hat Mitleid mit der unglücklichen Verliebten, die sich Elvino um jeden Preis erkämpfen will.

Luca Pisaroni singt mit viel Belcantoschmelz den Conte Rodolfo, und klärt diverse Irrtümer auf.
Rosie Aldridge umsorgt als Teresa mütterlich die verzweifelte Amina. Manuel Walser bemühte sich gut klingend um die Gunst Lisas.    

Auch für Guillermo Garcia Calvo am Pult hat erstmals diese Oper geleitet. Er hat sich schon sehr oft als Belcantospezialist bewiesen. Und so konnte er auch heute einen Erfolg verbuchen. Er ist übrigens der designierte GMD für Chemnitz.

Der Chor klang wieder sehr gut unter Martin Schebesta.

Die Aufführung wirkte gut geprobt wie immer, Das Ensemble bewies sich wieder, die beiden männlichen Nicht-Ensemble Mitglieder sind dafür überzeugte Wahlwiener.

Eine großartige Repertoirevorstellung, allerhöchstes Niveau. 

Elena Habermann

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