Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper: IL BARBIERE DI SIVIGLIA

  1. 12.2016 „IL BARBIERE DI SIVIGLIA“

 

Diesmal bereits die letzte Aufführung der Saison dieser sonst viel öfter gespielter Oper. Zwei sehr gelungene Rollendebüts gab es bei der Vorstellung.

Das Ensemblemitglied Alessio Arduini gab seinen ersten Figaro an der Staatsoper und tat es nach erster kurzer Nervosität mit Bravour. Nicht nur die Duette und die Cavatine waren sehr gut,  besonders schön ausgefeilt die Rezitative.

Als Conte d `Almaviva hörte man erstmals Ioan Hotea anstatt des ursprünglich angesetzten Pavel Kolagatin. Eine sehr schöne lyrische Tenorstimme (eigentlich kein Tenore di Grazia) die allerdings perfekt geführt wird, so kamen die vielen Koloraturen nicht zu kurz. Die Mittellage ist wunderschön die Höhe bombensicher. Die Arien gelangen bravourös, alle Ensemble schienen sehr gut geprobt. Die beiden Sänger wirkten bereits wie ein eingespieltes Team. So wie alle anderen Künstler dieser Aufführung ebenso.

Die Rosina von Margarita Gritskova wird von Mal zu Mal besser. Mit profunder Tiefe und perlenden Koloraturen und einer überschäumenden Spielfreude gehört sie sicher zu den besten Rollenvertreterinnen.

Paolo Rumetz ist ein Bartolo, der immer mehr an Eigenständigkeit gewinnt, dem auch die musikalischen Anforderungen sowie auch das Parlando der Arie wenig Schwierigkeiten machen. Der Basilio des Ryan Speedo Green würde einen Schuss mehr Italianita vertragen. Lydia Rathkolb machte aus der Marzellina eine Hauptrolle, schleuderte herrliche Spitzentöne ins Auditorium und machte aus ihrer Arie eine starke Szene.

Igor Onishchenko zeigte als Fiorello schönste Stimme. Gut die beiden Chorsolisten Jaroslav Pehal als Ambrogio und Oleg Zalytskiy als schönstimmiger Offizier.

Am Pult wirkte überzeugend Guillermo Garcia Calvo, der „Soldatenchor“ unter Martin Schebesta war bestens drauf.

Alles war bestens geprobt und die „alte“ Rennert Inszenierung wirkte fast so frisch wie das Ensemble, jedenfalls frischer als so manch Neues.

So soll eine Ensembleleistung sein, die Künstler am Hause sind erstklassig, das sollte man ab 2020 nicht verlieren!

Elena Habermann

 

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