Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper: FALSTAFF. Ambrogio Maestri sang seinen 250. Falstaff

Wiener Staatsoper: 12.12. 2016 „FALSTAFF“

 AMBROGIO MAESTRI SANG SEINEN 250 sten FALSTAFF

Falstaff_93533_MAESTRI tänzelnd~1
Ambrogio Maestri als Falstaff. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 In der zweiten oder dritten Schluss-Applausrunde  kam Maestro Zubin Mehta mit einem Blumenstrauß auf die Bühne, dem er dem Jubilar überreichte und verriet dem jubelndem Publikum, dass es der 250. Falstaff des großartigen Ambrogio Maestri war.

Ein Jubiläum mit ebenso hervorragenden Partnern. Ambrogio Maestri ist noch lange keine fünfzig Jahre, aber bereits eine Institution. Seine Stimme ist so riesengroß wie auch der Sänger, so stimmen Stimmvolumen mit Körper absolut überein. Sein Falstaff ist kein Kasperl, sondern verschmitzt, nach Lösungen suchend und doch auch ein wenig traurig. Maestri spielt die Rolle auch musikalisch so hervorragend, dass man an eine Umsetzung des legendären Tito Gobbi, ebenso auch an Sesto Bruscantini denken kann.

Als Ford konnte wieder Ludovic Tézier voll begeistern, ein herrliche Stimme und – auch das ist ein Glücksfall – sie hebt sich sehr gut von Maestris Organ ab.

Paolo Fanale ist den Fenton stimmlich schon sehr entwachsen, setzt aber seine schöne und Belcanto-geschulte Stimme gut ein.

Das Dienerpaar Bardolfo und Pistola sind bei Herwig Peccoraro und Riccardo Fassi in besten Kehlen, beide spielen auch sehr gut, sind aber keine Witzfiguren.

Der betrogene Dr. Cajus ist eine Paraderolle von Thomas Ebenstein. Bravo!              

Bestens besetzt ist auch die unüberwindbare Damenriga. Hila Fahima ist eine bezaubernde Nannetta mit Stimme und nicht nur „Höhenpiepser“. Carmen Giannattasio ist als Alice charmant, schlau und singt die schwierigen Fugen mit den Kolleginnen großartig. Lilly Jørstad ist eine sehr hübsche Meg Page und fügt sich bestens in das Damenquartett ein. Die wichtigste Dame ist aber die Quickly, und da kann sich Marie-Nicole Lemieux voll profilieren. Entzückend war der Page Robin, gespielt von Nico James.

Zubin Mehta ließ wieder großartig musizieren, der Chor agierte perfekt.        

Eine großartige Vorstellung, bei der wieder alles passte!

Elena Habermann

Diese Seite drucken