Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper: DON PASQUALE – ein Abend mit neuen Stimmen und Typen in den Hauptrollen.

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Anna Aglatova, Alessandro Corbelli. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

WIENER STAATSOPER: „DON PASQUALE“. Ein Abend mit neuen Stimmen und Typen in den Hauptrollen. 27.11.2017

In der Titelrolle war erstmals Alessandro Corbelli zu hören. Ein Pasquale der alten Schule, der sich gut in der Inszenierung zurecht fand, und stimmlich keinen Wunsch offen ließ. Ihm angepasst Pietro Spagnoli als schon etwas reifer Malatesta. Auch er ist ein großer Routinier in diesem Faches und ließ auch keine Späße aus. Seine Stimme klingt kräftig, aber das „Parlando“ will nicht immer so flüssig kommen. Das Tänzchen der beiden im Duett vor dem Vorhang war allerdings sehr gut gebracht. Tenoralen Schmelz bot Maxim Mironov als Ernesto. Beide Arien wunderschön, stilistisch singt er absolut den richtigen Belcantoschmelz, dazu gehörende sichere Höhen und zarteste Piani. Auch er fand sichtbar Spaß an der zum Blödeln einladenden Regie.

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Alessandro Corbelli, Maxim Mironov. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Schnell kam dann noch Anna Anglatova anstatt Daniela Fally als Norina dazu. Eine für die Norina sehr kräftige Stimme. Ein schöner, leicht bereits ins Dramatische gehender Koloratursopran. Technisch ist die Stimme perfekt geführt, auch als Darstellerin kam sie gut „in Fahrt“. Man kann sich die junge Dame in weiteren Rollen nur wünschen. Dieses Hausdebüt an der Wiener Staatsoper war auch die erste Rolle in einem europäischen Opernhaus. Allerdings sang sie schon im Wiener Musikverein,  in der Pariser Salle Pleyel und in der Avery Fischer Hall in New York.

Von der Premiere weg dabei wieder Wolfram Igor Derntl als stolpernder Notar

Gut auch die beiden Butler Eduard Wesener und Tobias Huemer, sowie die Kammerfrau Waltraud Barton.

Der Chor präsentierte mit viel Freude an der Sache seine große Soloszene! Bravo!

Evelino Pidò am Pult führte mit viel Stilverständnis und feiner Stabführung durch den Abend. Ein Dirigent, der immer auf die Sänger hört und sie ihre Phrasen aussingen lässt.

Hervorragend wieder der Trompeter Gerhard Berndl.

Auf das Rollendebüt von Daniela Fally als Norina muss nun etwas gewartet werden! Die nächste Vorstellung wird Andrea Caroll singen.

Elena Habermann

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