Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper DON GIOVANNI. Eine großartige Ensembleleistung

WIEN/ Staatsoper: „DON GIOVANNI“ am 5.3.2017. Eine großartige Ensembleleistung

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Saimir Pirgu, Caroline Wenborne. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Adam Plachetka in der Titelrolle befindet sich sehr in den Spuren von Siepi, Ghiaurov und Raimondi, den großen Giovanni Darstellern der jüngeren Vergangenheit. Eine virile dunkle Stimme, die technisch perfekt läuft, den Mozartstil trifft er am Punkt genau. Weiters kann er hervorragend Piani setzen und auch lange Phrasen so stilistisch servieren. Die optische Gestaltung ideal.

Leporello ist Jongmin Park mit edlem Timbre  und einer schelmischen Durchschlagskraft, mit der er alle austricksen kann. Elvira wäre mit dem „Ganoven“ sicher besser dran. Die Registerarie war einer der Höhepunkte, einfach perfekt vorgetragen und immer mit dem gewissen Augenzwinkern.

Ein Don Ottavio der absoluten Spitzenklasse ist Saimir Pirgu. Wie lange noch? Es ist die Frage, wie rasch sich nun seine Stimme mehr zum Spintofach hin entwickelt. Die Stimme ist nach wie vor flexibel, das Timbre etwas metallischer geworden. Die Höhen kommen sicher, die Piani sind atemberaubend schön und alles kommt aus einem Guss.

Väterliche Sorge und unerbittliche Rache über die verletzte Ehre übermittelte Dan Paul Dumitrescu als Commendatore mit schwarzer Samtstimme.

Als Donna Anna konnte Caroline Wenborne voll überzeugen, beide Arien kamen ganz sicher schön,  auch die Persönlichkeit der „Anna“ konnte sie sehr gut umsetzen. Sie versucht aus dem Klische „Heulsuse“ eine sich durchsetzende junge Frau zu machen. Ob aus ihr und Ottavio je was wird ???

Die verbündete Donna Elvira ist eigentlich die gekränkte betrogene Ehefrau – oder ist die Heirat mit Giovanni immer nur eine Phantasiegebilde?  Olga Bezsmerta gibt in ihrer Gestaltung absolut alles und singt einfach großartig.    

Der Masetto von Igor Onishchenko ist diesmal im Vergleich zu seinem hypernervösen Debüt wesentlich verbessert. Die Stimme klang wieder schön und er konnte zeigen, wie viel Pontential in diesem jungen Künstler steckt. Als Zerlina ist Valentina Nafornita stimmlich fast schon überreif.  Da kündigt sich bereits eventuell eine Elvira an. Gesungen wurde alles blitzsauber und bezaubernd gespielt.

Am Pult der Mozartspezialist Adam Fischer. Er versuchte größte Transparenz und beste Tempi, alles gelang und so wurde schon nach einer schönen Ouvertüre ein großer Opernabend.

Der Chor unter Martin Schebesta sang nicht nur perfekt, sondern spielte auch sehr animiert. 

Elena Habermann

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