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WIEN/ Staatsoper: DIE FLEDERMAUS

WIEN/ Staatsoper:  „DIE FLEDERMAUS“am 6.1.2017

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Copyright: Wiener Staatsoper

„Oh Fledermaus, Oh Fledermaus“, ist doch immer ein Hit um den Jahresbeginn, aber warum nicht öfter im Repertoire der Faschingszeit oder während der Festwochen im Sommer, schließlich spielt das Stück im Sommer, (das französische Original allerdings am Weihnachtsabend). Strauss schrieb einen Reißer nach dem anderen, das Publikum von weit und fern kennt es und so kommt eine gewaltige Stimmung im Auditorium auf.

Am Pult wirkte Sascha Goetzel mit Schwung und bester Laune, die auch vom Orchester ausging und sich sofort auf die Bühne übertrug.

Die Fledermaus, in Gestalt von Dr. Falke konnte Clemens Unterreiner voll und ganz überzeugen. Stimmlich in Hochform, darstellerisch immer perfekt und voll Spiellaune konnte einen ganz großen Beitrag für den guten Abend bei sich buchen. Er weiß wie er die Puppen tanzen lässt. Seine Marionetten folgten brav  seiner „Rache einer Fledermaus“. Michael Schade als Gabriel von Eisenstein singt wirklich schön und spielt hinreißend, dennoch sehe ich ihn als Alfred.  Dieser war Thomas Ebenstein, ebenfalls eine sehr solide Leistung, was wäre das für ein Eisenstein.?!  Der Gefängnisdirektor Frank wurde von Hans Peter Kammerer nach „Kunzscher Vorlage“ ordentlich umgesetzt.

Rosalinde ist hier eine etwas biedere Type mit sehr einfachem Gemüt. Regina Hangler weiß Spitzentöne gut zu positionieren, der Charme einer Operettendiva ist ihr fremd. So wurde sie eine eher sehr farblose Rosalinde, der man den Flirt mit Alfred nicht so ganz abnehmen kann. Ihre Zofe Adele war Annika Gerhards, die für Alexandra Steiner in letzter Sekunde die Rolle übernahm. Sie schlug sich wacker. Ein Einlagezettel im Programm erklärt damit, wie schnell so etwas organisiert werden muss.  Dank an die Künstlerin. Eine Ida mit Humor war Lydia Rathkolb.  Gastgeber, Prinz Orlofsky, der diesen ganzen Mummenschanz ermöglicht, um endlich wieder lachen zu können wurde von Elena Maximova so richtig russisch gespielt und in schöner deutscher Diktion gesungen.

Der Chor wieder in größter ‚Spiel und Sangesfreude unter Martin Schebesta. Das Ballett tanzte mit dem Ensemble die Polka „Donner und Blitz“ animiert und voll Witz. 

Die unfreiwilligen Mitbeteiligten sind Peter Jelosits als wunderbar stotternder Dr. Blind und Csaba Markowits als sehr polternder Ivan. 

Peter Simonischek als Frosch ist eine Klasse für sich. Nicht nur die fixen Texte kommen großartig, die Extempori zum Zeitgeschehen fehlen nie,  kommen  gut gesetzt und zielsicher.

Die Regie von Otto Schenk und die schönen Bühnenbildern von Günther Schneider-Siemssen, in der Entstehungszeit eine Selbstverständlichkeit, erfreuen nach wie vor das Publikum.    

Wenn das Oper 4.0 sein soll, kann man dabei sein.      

Elena Habermann

 

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