Der Neue Merker

WIEN/ Staatsoper: DER ROSENKAVALIER

WIEN/Staatsoper: DER ROSENKAVALIER

am 10.12. 2017 (Helmut Christian Mayer)


Krassimira Stoyanova. Copyright: Johannes Ifkovits

 „Hab mir´s gelobt….!“ Mit diesen berührenden  Worten entlässt die reife Feldmarschallin ihren Geliebten Octavian aus ihrer Liebesbeziehung.  Durch ihren Verzicht beweist sie unglaubliche,  menschliche Größe und ermöglicht die Liebe zweier junger Menschen. All dies und das Bewusstsein dieser irdischen Vergänglichkeit vermag Krassimira Stoyanova in ihrem Gesang ausdrücken. Sie ist eine gefühlvolle und innige Feldmarschallin mit edlen Spitzentönen und blühendem und jugendlich klingenden Sopran. Da diese außergewöhnliche Sängerin in dieser Rolle an der Wiener Staatsoper debütierte, ist natürlich der Fokus der Aufmerksamkeit bei Richard Strauss Der Rosenkavalier ganz besonders auf sie gerichtet.

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Peter Rose. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Stephanie Houtzeel singt den Octavian sehr verlässlich aber mit so manchen strapazierten Spitzentönen. Sie neigt mimisch ziemlich zum Outrieren. Erin Morley singt eine liebreizende Sophie mit empfindsamem, glockenreinem, leichtem Sopran. Wunderbar vollendet und mit Silberklang erklingt das Schlussterzett. Peter Rose ist ein ganz exquisiter, ungemein bühnenbeherrschender und spielfreudiger Baron Ochs von Lerchenau. Für den erkrankten Jochen Schmeckenbecher eingesprungen singt Adrian Eröd einen sehr wienerischen und edlen Faninal. Regina Hangler ist eine ideale Marianne Leitmetzerin  Jinxu Xiahou gibt einen wunderbaren Sänger voll schmelziger Italianitá. Alexandru Moisiuc ist ein stimmgewaltiger Polizeikommissar. Weiters noch herzuheben seien Thomas Ebenstein als Valzacchi, Ulrike Helzel als Annina und Herwig Pecoraro als Wirt und Marcus Pelz als Notar.

Spitzbübisch: Stephanie Houtzeel als schein-beschwippste Zofe beim Stelldichein.
Stephanie Houtzeel. Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Ádam Fischer lässt mit Energie und enormem „Zupack“, aber auch großer Detailverliebtheit und Sensibilität im Orchester der Wiener Staatsoper eine ungemein reichhaltige Palette an Schattierungen, was Farben, Dynamik und Tempi betrifft, erklingen und legt den Sängern einen schillernden, silbernen Klangteppich zu Füßen.

Immer noch funktioniert die traditionelle Uralt- Inszenierung von Otto Schenk, die ja vom Regie-Altmeister einmal aufgefrischt wurde und wo sich alle Protagonisten recht gut zurechtfinden. Großer Jubel!

Helmut Christian Mayer

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