Der Neue Merker

WIEN/ Staatsballett in der Staatsoper: „THOSS / WHEELDON / ROBBINS“– starke Momente mit intensivem Nachgeschmack

1.12.: „THOSS / WHEELDON / ROBBINS“– starke Momente mit intensivem Nachgeschmack

Die letzte Aufführung einer Serie von fünf Abenden mit alternativen Besetzungen bei der Wiederaufnahme des vor einem Jahr einstudierten „Thoss / Wheeldon / Robbins“-Programms. Der Reihe nach starke Momente mit schon sehr positivem Nachgeschmack. Zwar verlassen bei solchen Vorstellungen immer wieder Zuseher während der Pausen das Haus (viele Touristen: Selfietime in der noblen Staatsoper) – alle drei so unterschiedlichen Stücke konnten aber durch die von den Mitgliedern des Wiener Staatsballetts mit immenser Intensität und Hingabe getanzten Interpretationen die Interessen wach halten. Je nach Vorlieben: Keine Probleme, ein einhelliger Erfolg mit Jeromes Robbins „The Four Seasons“ zu Giuseppes Verdis gleichnamiger Ballettmusik zum Ausklang, virtuos und unterhaltsam. Stephan Thoss´ „Blaubarts Geheimnis“ am Beginn zu stetem Musikfluß von Philip Glass mag durch seine skurril übertriebene Körpersprache irritieren, die kraftvoll durchgezogene Dynamik der Choreographie hält aber doch die Neugierde wach. Dazwischen führt Christopher Wheeldons „Fool´s Paradise“ zu sanfterem Modern-Sound von Joby Talbot mit poetischen Körpern in klassischem Ebenmaß, gleichsam singende Schatten, in eine romantische Verklärung. Im großen Tänzer-Aufgebot: Sie alle wirken überzeugend. Einige Namen, die sich an diesem Abend in je zwei der Stück, modern wie klassisch-akademisch, bewähren durften: Ioanna Avraam, Ketevan Papava, Gala Jovanovic, Davide Dato und, und …. allen ist Dirigent Alexander Ingram ein aufmerksamer Begleiter gewesen.

Meinhard Rüdenauer

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