Der Neue Merker

WIEN/ Peterskirche: Das KLIMT-QUARTETT mit Gustostückerln der gehobenen Art

29.7.2017: Wiener Peterskirche: Das KLIMT QUARTETT mit Gustostückerln der gehobenen Art

Die Konzerte in der Wiener Peterskirche sprechen im sommerlichen Wien in erster Linie eine internationale Touristenschar an. Diese Musikabende unter der Kirchenkuppel erfüllen aber auch im ganzen Jahr ihre nicht unwichtige Aufgabe, ein reiches Musikangebot mit jungen, jüngeren Musikern zu bieten: Organisten, Pianisten, Kammerensembles spielen auf. Und man wagt gar, sich in der Krypta als ‘kleinstes Operntheater Österreichs‘ (natürlich: eine ganze „Tosca“ nur mit Klavierbegleitung) zu bezeichnen.

Exzellent präsentierte sich das jugendliche Klimt Quartett mit exquisiten Melodien als Führer durch die Wiener Klassik. Nicht mit Wiedergaben von kompletten Streichquartetten, doch mit Gustostückerln gehobener Art und ausgewählten Sätzen aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“, Franz Schuberts „Tod und das Mädchen“ oder aus Ludwig van Beethovens Streichquartett op. 18/6. Zu gestochen ziseliertem kammermusikalischen Musizieren und feiner Präzisionsarbeit in den Detailzeichnungen kommt die dynamisch ausgespielte Frische der jungen Wiener Geiger hinzu. Ein Abend nicht nur zum darüber streuen für hemdsärmelige Sommergäste, sondern einer, der den geistigen Tiefgang dieser Musik aus vergangenen Epochen so klar bewusst werden lässt.

Meinhard Rüdenauer

Diese Seite drucken