Der Neue Merker

WIEN / Palais Porcia: NASTA ROJC

Nasta Rojc  Eingang~2  Nasta Rojc  Plakat~1

WIEN / Palais Porcia: 
HOMMAGE Á NASTA ROJC
Vom 31. März 2017 bis zum  27. April 2017 

Porträts, Landschaften, Träume…

Man betrachtet es als Höhepunkt des Kulturjahres „Österreich – Kroatien 2017“. Im sonst nicht zugänglichen Palais Porcia in der Herrengasse 23 wird eine mit 53 Werken bestückte Ausstellung über die kroatische Malerin Nasta Rojc (1883-1964) gezeigt, eine der wichtigsten Künstlerinnen ihres Landes. Viele Institutionen haben für dieses Ereignis zusammen gewirkt – der Kunstpavillon Zagreb hat die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt, dem Kulturministerium der Republik Kroatien und der Stadt Zagreb organisiert.

Von Heiner Wesemann

Nasta Rojc       Geboren 1883 in Zagreb, wo sie 1964 auch gestorben ist, hat Nasta Rojc schon in jungen Jahren beschlossen, Malerin zu werden, was damals für eine Frau nirgends leicht war. Entscheidend war auch die frühe Begegnung mit dem kroatischen Maler Branka Senoa, ihrem späteren Ehemann. Es kostete das junge Mädchen Mühe, von ihrem Vater – sie stammte aus einer reichen bürgerlichen Familie –  die Erlaubnis für das Malstudium zu erhalten, das sie in Zagreb begann und in München fortsetzte, bis sie 1902 nach Wien kam, wo sie an der Kunstschule für Frauen und Mädchen studierte. Dort knüpfte sie viele Kontakte, u.a. auch mit der damals schon sehr berühmten Tina Blau: Sie hat Nasta, die selbst bemerkenswerte Pferdebilder schuf, auch eine Zeichnung ihres verstorbenen Gatten, des berühmten Pferdemalers Hans Lang, geschenkt. Die Pleinair-Malerei der Tina Blau war auch für Nasta Rojc wichtig. Sie schuf bemerkenswerte Porträts, Akte, Landschaften, Stadtansichten. 1910 nahm sie endgültig von Wien Abschied (wohin sie nun mit dieser Ausstellung zurückgekehrt ist). Obwohl sie sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlte, heiratete sie daheim in Zagreb Branka Senoa. 1920 gründete sie in ihrer Heimatstadt einen Club von Malerinnen, eine wichtige feministische Initiative. Immer wieder erkrankt, verbrachte sie Jahre zwecks medizinischer Betreuung in England, aus denen sie Dutzende von Werken mitbrachte. Als gefragte Porträtistin konnte sie von ihrer Kunst gut leben. Da sie sich keiner modernen Richtung anschloß, verlor sie an öffentlicher Beachtung. Nun versucht ihre Heimat, die Künstlerin wieder ins rechte Licht zu rücken und auch für ihre internationale Würdigung zu sorgen.

Nasta Rojc  Wand mit Pferdebild~1

Die Werke       Nasta Rocj hat einige bemerkenswerte Selbstporträts hinterlassen, u.a. ihr „Selbstporträt mit einer Waffe“, das zu ihren berühmtesten Werken zählt, ähnlich stark ist das Selbstporträt, das sie neben einem Pferd zeigt. Ihre Aktbildnisse erinnern entfernt an Richard Gerstel, dessen Werk sie in Wien begegnet sein muss. Möglicherweise am stärksten wirken ihre mannigfaltigen Landschaftsbilder, die auch durch die Beleuchtung oft dämonische Stimmung erzielen. Sie malte Felsenriffe am Meer, schottische Hügel, eine nächtlich schimmernde Stadtansicht von Zagreb. Einen besonderen Akzent setzen ihre esoterischen Bilder – teils surreale Visionen, aus Träumen geboren.

Nasta Rojc  Landschaft~1