Der Neue Merker

WIEN/ Österreichisch-slovakischer Kulturverein: JUBILÄUMSKONZERT ZUM 105. GEBURTSTAG VON JAN CIKKER

Österreichisch-slovakischer Kulturverein am 10.November 2016

Jubiläumskonzert zum 105.Geburtstag von Ján Cikker

 Ján Cikker wurde am 29.Juli 1911 in Banská Bystrica geboren und verstarb nach einem erfolgreichen Komponistenleben am 21.Dezember 1989 in Bratislava. Er studierte in Prag und unter anderem auch in Wien bei Felix von Weingartner. Von 1939 bis 1949 unterrichtete er Theorie und Komposition am Konservatorium und seit 1951 Kompositionen an der Hochschule für musische Künste in Bratislava. 1978 wurde er Mitglied an der Akademie der Künste der einst deutschen demokratischen Republik. Seine musikalische Bandbreite überzeugt von der Oper, über Ballette bis hin zu sinfonischen Dichtungen, Klavierstücke und kammermusikalischen Werken. Bekannt, speziell in seiner Heimat wurde er auch durch Lieder und Volksliedbearbeitungen. Nach seinem Tod gründete seine Witwe Katarina Cikkerová die Ján Cikker Stiftung. Hier ebenso 2004 ein Museum eingerichtet wurde, welches heute zugänglich für die Besucher ist, und eines hohen kulturellen Stellenwerts entspricht. Ihm zu Gedenken veranstaltete der Österreich – slowakische Kulturverein eine Veranstaltung hohen musikalischen Niveaus, wo unter anderem auch einige Werke von Ilja Zeljenka, ein Schüler von Ján Cikker, aufgeführt wurden. Interessant war auch wie im Rahmen dieser slowakischen Komponisten, die deutschen Romantiker wie Beethoven und Schubert miteingebunden wurden. Wo sich zunächst die Frage stellte was haben die Werke Beethovens und Schuberts mit der Slowakei zutun? Diese Frage war insofern leicht zu beantworten. Denn immerhin pflegte Beethoven während seines Kuraufenthalts in Piešťany nicht nur eine sehr freundschaftliche Beziehung zu der Familie Brunswick, sondern unterrichtete auch in Bratislava eine seiner Schülerinnen Babette Keglevich, der er unter anderem zur Hochzeit am 10.Februar 1801 im Martinsdom mit dem Fürsten Innocenz d’ Erba Odescalchi das Klavierkonzert Op.15 (1801) widmete. Kompositionen wie die Sonate Op.7 und die Variationen über „La Stessa la Stessissima“ (1799) wurden der Komtesse ebenfalls gewidmet. Laut Zmekals Aussage in einem seiner Briefe soll Beethoven sogar ein wenig verliebt in Babette Keglevich gewesen sein. Doch definitive Beweise gibt es keine darüber. Ebenso auch Schubert pflegte einen Kontakt zu den Slowaken und Ungarn. Wo er als Musiklehrer von 1818 – 1824  auf Schloss Zseliz an der Gran, das damals zu Ungarn gehörte(heutiges Želiezovce) die zwei Töchter des Grafen Johann Karl Esterházy von Galántha  unterrichtete.

Zwischen den sehr aufschlussreichen Einführungen über die gesamte Komponistengilde des 19. – und 20. Jahrhunderts vonseiten des Violinisten Prof. Peter Michalica, überraschte dieser Künstler ebenso mit seinem virtuosen Spiel, welches den verschiedensten Musikrichtungen die perfekt musikalische Nuance und Note gab. Neben Cikkers Kompositionen waren auch Albinonis Adagio in a-Moll wie Werke von Antonin Dvořak wahre musikalische Glanzlichter an diesem Abend. Welches durch eine weitere musikalische Unterstützung durch Viera Bartošová (Klavier) und Andrea Vizvári im harmonischen Einklang mit dem  Geigenspiel von Peter Michalica standen.

Ein wirklich gelungener Abend in einem kleinen Rahmen von ungeheurer Intensität, Idealismus und neuester musikalischer Erkenntnis.

Manuela Miebach

 

 

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