Der Neue Merker

WIEN/ Museumsquartier/Halle G: GASTSPIEL BALLETT GYÖR mit „BOLERO“ und „ROMANCE“. Mit ungarischer Seele getanzt

Museumsquartier/Halle G:

6.10.2017: Gastspiel Ballet Györ mit BOLERO und ROMANCE. – Mit ungarischer Seele getanzt

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Stimmige Hommage an Zoltán Kodály: das Ballett von Győr in „Romance“ (Choreografie: László Velekei). Photo: Mátyás Mészáros

Das Collegium Hungaricum (Direktorin: Mag. Mária Molnár) lud ins Museumsquartier zu einer Ballettaufführung im Rahmen der Veranstaltungsreihe anlässlich des Zoltán Kodály-Gedenkjahres.

Das Ballet Györ (Leitung: János Kiss) gastierte für diesen Abend und präsentierte sich mit zwei Piecen. Zunächst gab es „Bolero“ von András Lukács.  Der Choreograf hat das Stück 2012 für das Wiener Staatsballett, wo er als Halbsolist engagiert ist, geschaffen. In seiner Adaption für die ungarische Compagnie gewinnt das Stück noch an Dichte. Die geballte Dynamik der 18 Tänzerinnen und Tänzer in den unterschiedlichen Formationen zur sich steigernden Musik von Maurice Ravel ist kraftvoll spürbar. Die Strenge der Linien wird durch Kreise aufgelockert, Paare und Gruppen kontrastieren gut in der Übertragung vom Rhythmus. Die starke Präsenz des gesamten Ensembles tut ein Übriges, um diese Kreation von András Lukács zu einem seiner Meisterwerke zu machen.

„Romance“ von László Velekei  ist eine Hommage an Zoltán Kodály (1882 – 1967). Der berühmte ungarische Komponist, Musikpädagoge und Musikethnologe widmete sich auch intensiv der Volksliedforschung und sammelte mehr als 3000 ungarische Volkslieder, deren Besonderheiten er wissenschaftlich erforschte.  László Velekei  setzte sich erstmals 2013 mit der Musik Kodálys auseinander – das Stück hieß nach dem Komponisten „Kodály“. Die aktuelle Kreation ist erneut zu Werken aus dessen musikalischem Œuvre entstanden. Umrahmt von zwei ungarischen Volksliedern – im ersten wird ein Mann beweint, der wegen einer geringen Summe Geldes getötet wurde; das andere ist ein Lied für den Abend und wird gern Kindern zum Einschlafen vorgesungen – finden sich neoklassisches Schrittmaterial und akrobatische Elemente sowie folkloristische Züge, getragen von tiefer Emotionalität. In der kompakten Ensembleleistung stechen Adrienn Matuza (Witwe), Bálint Sebestyén (Ehemann) und Zoltán Jekli (der Fragende) hervor.

Das Publikum – darunter auch der Ungarische Botschafter in Wien, seine Exzellenz Dr. János Perényi – war begeistert; es applaudierte enthusiastisch und lang anhaltend.

Ira Werbowsky

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