Der Neue Merker

WIEN/ Museumsquartier Halle E: „ROCKY HORROR PICTURE SHOW“. – bad, bizarre and bloody brilliant – so titelt das Plakat zur Show: Richard O´Brien´s Kultmusical ist zurück!

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Schillernde Persönlichkeit: Gary Tushaw als Frank´nFurter. Copyright: Jens Hauer

Museumsquartier Halle E

30.11. 2017: „ROCKY HORROR PICTURE SHOW“.bad, bizarre and bloody brilliant – so titelt das Plakat zur Show: Richard O´Brien´s Kultmusical ist zurück!

Das skurrile Musical hat nichts von seiner Faszination verloren – seit der Uraufführung 1973 in London (zwei Jahre später mit Tim Curry in der Rolle des Dr. Frank N. Furter  erfolgreich verfilmt), erfreut sich die Story nach wie vor größter Beliebtheit, sind Generationen von Menschen von der „Rocky Horror Picture Show“ begeistert. Nach drei Jahren kehrt die Erfolgsproduktion (Regie: Sam Buntrock, Choreografie: Matthew Mohr) nun wieder auf die Bühne der Halle E im Museumsquartier zurück. Gesprochen und gesungen wird auf Englisch.

Die Geschichte darf mittlerweile als bekannt vorausgesetzt werden – Brad und Janet landen nach einer Autopanne im strömenden Regen im Schloss des schillernden Transvestiten Frank´nFurter und erleben dort nicht nur die Entstehung von Rocky als künstliches Wesen durch den Hausherrn sondern werden auch in die Freuden der Sexualität eingeführt, bevor sie in letzter Minute entkommen, weil nach der Ermordung von Frank´nFurter, Columbia und Rocky durch Riff Raff das Haus mit allem, was sich drin befindet, zurück zum Planet Transsexual in der Galaxie Transsylvania gebeamt wird.

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Sky du Mont als Erzähler. Copyright: Jens Hauer

In Deutschland bereits seit Jahren im Einsatz und sehr beliebt beim Publikum, ist Sky du Mont erstmals als Erzähler bei den Vorstellungen in Wien im Einsatz (alternierend mit Herbert Steinböck, der in der Wiener Aufführungsserie vor drei Jahren schon mit dabei war). Der elegante Sky du Mont ist eine Idealbesetzung für den Erzähler. Charmant und gut aussehend, mit angenehmen Timbre in der Stimme und dabei äußerst schlagfertig den frechen Bemerkungen aus dem Publikum konternd, führt er souverän durch die Handlung, um die Umbaupausen zu überbrücken. Aber auch das ist wohl kalkulierter Teil der Show:  das Publikum ist aktiv mit einbezogen, und Sky du Mont gelingt es wunderbar, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und mit trockenen Kommentaren die Lacher auf seiner Seite zu haben, wenn er wieder einmal zugerufen bekommt, wie „boring“  seine Ausführungen seien.

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Naives unerfahrenes Pärchen Sophie Isaacs (Janet) und Felix Mosse (Brad) in den Fängen von Stuart Matthew Price (Riff Raff). Copyright: Jens Hauer

Gary Tushaw überzeugt als exzentrischer wie sexy Frank´nFurter, der mit platinblondem Kurzhaarschnitt in Strapsen und High Heels lasziv verführerisch ist. Das Ensemble besticht durch kompaktes Agieren in einer perfekten Bühnenshow. Felix Mosse als bieder-spießiger Brad erinnert vom Styling her ein wenig an John-Boy Walton, seine brave kleine Verlobte Janet wird von der bakschierlichen Sophie Isaacs verkörpert. Aaron Kavanagh ist der blonde Adonis Rocky. Stuart Matthew Price als unheimlicher und intriganter  Riff Raff war bereits in der letzten Produktion mit dabei, als seine böse schöne Schwester Magenta agiert Katie Monks sehr überzeugend.  Als hysterische, aber treu ergebene Columbia gefällt Holly Atterton. Daniel Fletcher ist in der Doppelrolle des Rockers Eddie und des durchtriebenen fanatischen Dr. Scott zu sehen.

Die  Band ist oberhalb der Bühne positioniert und spielt die bekannten Titel von „Science Fiction Double Feature“, „Sweet Transvestite“, „Time Warp“ bis zu „Touch-a, touch-a, touch-me“ mit viel Power.

Unter den Zuschauern gibt es  auch treue Fans, die in Kostüm und Aufmachung kaum von den Darstellern auf der Bühne zu unterscheiden sind. Intensives Mitmachen bis zum Mittanzen gehört unbedingt für alle dazu. Fan-Taschen mit den nötigen Utensilien wie Konfetti (für die Hochzeit ), Wasserpistolen (zum Simulieren des Regens), Zeitung (als Schutz gegen selbigen), Knicklicht schwenken (um den Weg durch den Regen und die dunkle Nacht zu erleichtern), Plastikhandschuh (Outfit für die Szene im Laboratorium) und Ratsche (zum Zeigen der Begeisterung bei der Ankunft des Retorten-Rocky) oder am Ende das Werfen der Spielkarte sind nur einige der essenziellen Dinge, die einen Besuch dieser Vorstellung erst so richtig abrunden.

In der ausverkauften Halle war die Stimmung am Kochen, es wurde mitgetanzt und heftig applaudiert: riesige Begeisterung bei allen. Unbedingt ansehen – noch bis 16.12. zu erleben!

Ira Werbowsky

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