Der Neue Merker

WIEN / Merker Kunstsalon: RICHARD WAGNER Seltenes und Niegehörtes

Von links: Manfred Schiebel, Ute Ziemer, Monika >Medek, Sergio Tallo Torres und Apostol Milenkov (Foto:PeterSkorepa)

Merker Kunstsalon am 27.5.2013

RICHARD WAGNER
Seltenes und Niegehörtes

Festsaal der Beziksvorstehung 1190 Wien

 

Wagner überall

Auch der Kunstsalon des Neuen Merkers nimmt sich des Jubilars an, nein nicht mit einer konzertanten Ring-Aufführung, aber mit tatsächlich Seltenem und Niegehörtem, das die Veranstalterin, Elena Habermann mit erstaunlichem Fleiß zusammen getragen hat. Stefanie Kopinits führte charmant und wissend durch den Abend, Manfred Schiebel sorgte für Vor- und Zwischenspiele. Gleich zu Beginn der Große Festmarsch (Man kann froh sein, dass sich Wagner doch für die Oper entschieden hat), weiters der Zürcher Vierliebchenwalzer, eine Polka und das Albumblatt für E.B.Kietz bewiesen, dass ein junger und ewig in Geldnöten befindlicher Komponist auch das kleine Tageshandwerk nicht verachten durfte.

Apostol Milenkov stellte die Bellinische Arie des Orovese einer Wagnerschen gegenüber, eine der typischen Einlagestücke dieser Zeit, welche meist auf besonderen Wunsch von Sängern entstanden. Auch den zwei Grenadieren Heines, Les deux grenadiers, nahm sich der Bassbariton mit ausdrucksvoller Stimme des sterbenden Soldaten an. Und aus den Faustvertonungen des Jubilars durfte das Flohlied, das Ständchen des Mephisto und die Ratt` im Kellerloch nicht fehlen. Damit bedankte sich der Sänger für die Gebutstagswünsche, einem gesungenen Happy Birthday aus dem Saal mit Unterstützung durch die SangeskollegInnen.

Mit schön geführtem und klanghellem Sopran glänzte Ute Ziemer zunächst mit der Arie der Maria Stuarda  von Donizetti und anschließend dem französischen Lied als Gegenstück der Sterbeszene: Adieux de Marie Stuart, weiters aus den Liedvertonungen Wagners noch Dors, mon enfant und das berührend vorgetragene Gretchen am Spinnrad.

Sergio Tallo Torres war mit der Arie des Lucio aus dem Liebesverbot erfolgreich vertreten und zeigte, dass er auch als Liedsänger reüssieren kann mit der Vertonung Mignonne.

Aus der Urfassung von Wagners Fliegendem Holländer trug Monika Medek die Ballade der Senta vor und zeigte mit L´attente, dem Tannenbaum und Tu n´est qu´images, was Wagner neben seinen Opern noch an Liedfeinheiten eingefallen ist.

Zuletzt noch ein Zitat von Paulus Manker, dem umtriebigen Theatermacher über Richard Wagner, welches Stefanie Kopinits gefunden hat: “Angetrieben von einem Ehrgeiz, durch Kleinwuchs befeuert, übertraf er alle – an Kunst wie an Schlechtigkeit. Mit normalen Maßstäben nicht zu messen.”

 

Peter Skorepa

 

 

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