Der Neue Merker

WIEN/ Lutherische Stadtkirche: BENEFIZ – WEIHNACHTSKONZERT – CLEMENS UNTERREINER UND SEINE EHRENGÄSTE

Lutherische Stadtkirche: BENEFIZ-WEIHNACHTSKONZERT 2012 – Clemens Unterreiner und seine Ehrengäste aus der Wiener Staatsoper –20.12.2012

Gastgeber Clemens Unterreiner begrüßte seine Gäste mit belegter Stimme und der Mitteilung, dass er leider erkrankt und nur sehr reduziert gesanglich einsetzbar sei. Bedauerndes Murmeln war aus den Kirchenbänken zu hören.

Renate Holms Lesung über die „Wundersame Weihnacht“ bildete den ersten Programmpunkt dieses vorweihnachtlichen Abends. Ihre angenehme Sprechstimme erfreute das Publikum. Unterreiner hatte während seiner Ausbildung einen Meisterkurs bei Frau KS Renate Holm besucht.

Clemens Unterreiner, Lidia Baich, die Violonistin, und Andreas Brencic, der Organist, brachten Panis Angelicus  von Cesar Frank dem Publikum nahe. Zum Instrument von Lidia Baich, der Violine, ist zu sagen, dass diese von Joseph Guarnerius del Gesù „ex Guilet“ 1732 gebaut wurde, sich im Besitz der Österreichischen Nationalbank befindet und für diesen edlen Zweck an Lidia Baich verliehen wurde. Die Geigerin brachte ihrem gespannt lauschenden Publikum noch die Meditation de Thais von Jules Massenet zu Gehör.

Ildiko Raimondi, deren jüngste CD 2010 erschienen ist und den Titel „Weit flog ich trägt“, entführte mit „Ora pro nobis“ in himmlische Sphären.
Die Sängerin klang wirklich entrückt und verzauberte mit klarem Sopran. Hilfreich dabei war ihr 15jähriger Sohn Julius Zeman an der Orgel. Er ist Schüler des Schottengymnasiums und wird von Univ.Prof.Dr. Rudolph Scholz  seit drei Jahren unterrichtet. Sein Spiel klang sehr professionell.
Eher realistisch klang die Raimondi dann in Mariettas Lied aus Korngolds „Toter Stadt“, gekonnt begleitet von Andreas Brencic, geborener Kärtner, studierte an der Wiener Musikuniversität Orgel, Klavier und Tonmeister, musikalisch sehr vielseitig unterwegs, als Organist bei vielen Festspielen engagiert.

Malin Hartelius, geboren in Schweden, studierte in Wien, war Ensemble-Mitglied der Wiener Staatsoper, erhielt 2010 vom Schwedischen König den Orden für Wissenschaft und Kunst. Ihr schöner Sopran kam mit dominum laudate von  W.A. Mozart so richtig zur Geltung. Unterstützt im Vortrag wurde sie von Andreas Brencic an der Orgel. Jul, jul, strâlande jum, ein typisch schwedisches und fröhliches Weihnachtslied, klingt aus der Kehle eines schwedischen Soprans doppelt schön.

KS Heinz Zednik, Ehrenmitglied der Staatsoper, las Weihnachtliches mit dem Titel Weihnachtlicher Besuch mit ausdrucksvoller Stimme. Das bezaubernde und verzaubernde nahezu rührende Märchen von Oscar Wilde,“Der eigensüchtige Riese“,  wurde von Zednik mit zarter Zurückhaltung vorgetragen.
 
Norbert Ernst studierte bei KS Robert Holl und Gerd Fussi, sang lange Jahre an Deutschen Opernhäusern, gastierte bei den Bayreuther Festspielen und ist seit 2010 Ensemble-Mitglied der Wiener Staatsoper. Die biblischen Lieder Nr. 8, „Blicke mich an und erbarme Dich meiner, Herr“ von Antonin Dvořák trug Ernst mit sicherem Tenor und schönem Timbre vor. Für Mariä Wiegenlied von Max Reger war die Lutherische Stadtkirche genau der richtige Platz.

Es ist ein interessantes akustisches Erlebnis, die Arie des Wolfram aus Tannhäuser vorgelesen zu bekommen. Manche Worte haben nun eine andere Bedeutung. Clemens Unterreiner hat gelesen.

 Zoryana Kushpler ist aus dem ukrainischen Lemberg gebürtig, ging zum Studieren nach Deutschland, gastierte an vielen europäischen Bühnen, und erarbeitete sich ein großes Repertoire. An der Wiener Staatsoper debütierte sie als Adelaide (Arabella). Schlafe mein Liebster… von J. S. Bach, musikalischer Begleiter war Andreas Brencic, sang sie mit schön nuanciertem Sopran.

Renate Holm las das Adventgedicht „Vier Kerzen“, dessen Verfasser unbekannt ist. Josef Werner Schmitt hat den Inhalt in Versform gebracht.
Durch die Stimme von Renate Holm bekamen die Worte weihnachtlichen Glanz.

The Lord’s Prayer – Vater unser von A.H.Malotte war das Abschlußlied des Weihnachtskonzert’s, es sang Clemens Unterreiner, sehr verhalten, sehr feierlich. Der Bariton konnte das Singen doch nicht ganz lassen.

Schlussendlich sollten die Besucher „Oh du fröhliche“ singen, sie taten es, mäßig schön.

Das ist nur ein kurzer Auszug des sehr langen und schönen Weihnachtskonzerts in der Lutherischen Stadtkirche Wien.

Charlotte Pohl