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WIEN/ Konzerthaus/Schubertsaal: „MUSICA CAESAREA“ von Rupert Ignaz Mayr

KONZERTHAUS/SCHUBERTSAAL: „MUSICA CAESAREA“ von RUPERT IGNAZ MAYR am 25.11.2017

Rupert Ignaz Mayr (1646 – 1712)  ist ein Komponist katholischer Kirchenmusik aus der Zeit nach der Gegenreformation. Der in Schärding/Inn geborene Komponist wird in der Literatur als deutscher, manchmal aber auch als österreichischer Komponist (eher ein Beuteösterreicher) bezeichnet. Nachdem er hauptsächlich in Bayern wirkte, einigen wir uns auf Bayerischer Musiker. Der ausgebildete Violinist erhielt seine ersten Unterricht in Passau und wurde bald erster Violinist in Freising am erzbischöflichen Hof unter dem Kapellmeister Mazzuchini. Später führte ihn sein Weg nach München. Kurfürst Maximillian Emanuel II. schickte ihn zu dem in Paris wirkenden Lully, dessen Stil in dieser Zeit führend an den Höfen war. Nach München kehrte er nicht nur als erster Violinist „Primus Violinista aulae et Camerae musicus“ zurück, sondern auch als Komponist.

Mayr ist ein Komponist der katholischen Liturgie, diese unterscheidet sich doch etwas zur protestantischen. Das beginnt ja in dieser Zeit schon mit der lateinischen Sprache. Seine Musik ist beeinflusst durch Lully im Sinne französische – italienisch. Lully wurde ja als Giovanni Battista Lulli in Florenz geboren. Die Musik der katholischen Kirche war sehr vom „stile antico“ beherrscht, damit wollte Mayr sanft brechen. Er bereicherte die Kompositionen mit opernhaften Einflüssen wie Koloraturen. Somit kann man Rupert Ignaz Mayr in die Gruppe der großen Musiker wie Heinrich Ignaz Franz von Biber einreihen.

Er starb in Freising, wo er bis zu seinem Lebensende wirkte.

Ars antiqua Austria brachte unter ihren Leiter Gunar Letzbor „Musica caesarea“ zur Aufführung. (Aus den „Sacri Concentus Psalmorum, Antiphonarum, piarum Cantionum ex sola voce e diversis instrumentis“ op. 3. Regensburg)

Den musikalischen Reigen eröffnete Fabian Winkelmaier, Sopransolist der St. Florianer Sängerknaben  mit dem eindrucksvoll vorgetragenen „Laudate pueri Dominum“ für Sopran, Violine und Basso continuo. Da der Altus Markus Forster leider seine Mitwirkung aus familiären Gründen absagen musste hörte man das D –Dur Violinkonzert mit Theorbe und Orgel aus den weltlichen Kompositionen des Meisters. Gunar Letzbor zeigte sein Talent zu rascher Improvisation.! Vor der Pause hörte man noch das Tenorsolo „Confitebor tibi domine“ für Tenor, 2 Violinen und Basso continuo interpretiert von Markus Miesenberger, ein sehr vielseitiger Künstler, der auch die Viola in manchen Stücken spielte. Er hat eine sehr klare, aber für diesen Musikstil ungewöhnlich dunkle, schön timbrierte Stimme. Man kann sich da auch eine schöne Mozart – Opernrolle gut vorstellen.

Nach der Pause erlebte man „Nisi Dominus“ für Bass, Violine und Basso continuo. Der aus Kärnten stammende Gerd Kenda sang dies mit schöner schwarzer und samtiger Stimme. Den Höhepunkt bildete zum Abschluss Alois Mühlbacher, mit klaren Sopran und perfektem Vortrag. „Venite gentes“ sang er wirklich im Stile einer großen Opernarie. Winkelmaier und Mühlbacher beweisen, was für Künstler aus diesem über tausend Jahre alten Kloster Knabenchor hervor gehen.

Zu dem Erfolg des schönen Abends trugen natürlich die weiteren Mitglieder der „Ars antiqua Austria“  Fritz Kircher/Violine, Peter Trefflinger/ Bassodi Viola, Hubert Hoffmann/ Theorbe und Erich Traxler an der Orgel bei.

Der Chef Gunar Letzbor spielte Violine und Viola, darüber hinaus moderierte er sehr interessant und bewarb als kluger Geschäftsmann seine CD – Einspielungen. Man kann dieses Ensemble sehr empfehlen. Die nächste Gelegenheit für ein Kennenlernen ist ein interessantes Mozartprogramm am 26.2.2018.

Einige der Solisten dieses Konzertes wirken am 5.12. bei der Marienvesper von Monteverdi im großen Saal mit.

Elena Habermann         .

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