Der Neue Merker

WIEN/ Konzerthaus – Großer Saal: „VESPERO DELLA BEATA VERGINE“ – Marienvesper

WIEN/ KONZERTHAUS  GROSSER SAAL: CLAUDIO MONTEVERDI – „VESPERO DELLA BEATA VERGINE“ – am 5.12.2017

Ein über vierhundert Jahre junges Meisterwerk.

Claudio Monteverdi, (1567 – 1643) der Komponist, der in seiner Epoche die Musik stark beeinflusste und dominierte. Er veröffentlichte dieses Werk 1610 zusammen mit einer Messe mit dem Titel „Sanctissimae Virgini missa senis vocibus ad ecclesiarum ahoros ac vesperepluribus decantanda cum nonnulis sacris concentibus , ad sacella sive principum cubicula accamodata apera“ (der heiligsten Jungfrau gewidmete sechstimmige Messe für Kirchenchöre und mehrstimmige Vespern mit einigen geistlichen Gesängen für Kapellen oder fürstliche Privatgemächer aufbereitet.)

Die Aufführung zur vierhundertfünfzigsten Wiederkehr seines Geburtstags wurde von Thomas Hengelbrock einstudiert und mit einigen Antiphonen erweitert, einer Tradition, die bereits zu Monteverdis Zeiten um den 8. Dezember üblich war.

Die großartigen Musiker, das gilt für alle Instrumentalisten genauso wie für die vielen Sänger, die immer wieder abwechselnd Soli und dann wieder Chor singen, waren perfekt studiert.

Als besonders eindrucksvoll zu erwähnen ist das „Audi, coelum“ mit Echoeinlagen, die von Jakob Pilgram sehr schön und zart gesungen wurde, von Michele Pasotti auf der Theorbe adäquat schön begleitet. Den großen Tenorpart dieser Motette sang perfekt Hans Jörg Mammel.

Die Marienvesper setzt sich aus Psalmenvertonungen, Stücken aus dem Hohelied, Worten von Jesaja und dem wunderbaren „Ave maris stella“ zusammen. Das meiste davon wird von Chor und Solisten gemischt aufgeführt. Der Psalm „Nisi Dominus“ beginnt mit einem Basssolo und wird bald zum feierlichen Chor.

Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock musizierten das Balthasar–Neumann–Ensemble und der Balthasar–Neumann–Chor stimmschön und vokal sehr klangvoll mit schönen, gut geführten Stimmen. Ein sehr schöner Abend zu Adventbeginn, aber bereits eine schöne Einstimmung für den Resonanzenzyklus.

Als Zugabe hörte man ein französisches Weihnachtlied aus der Zeit Monteverdis.

Elena Habermann

 

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