Der Neue Merker

WIEN/ Konzerthaus/ Eröffnungskonzert „Resonanzen“: BACH UND TELEMANN – „Ihr Schläfrigen, herbei !“

  1. 1. 2017– Konzerthaus – Eröffnungskonzert „RESONANZEN“

Ihr Schläfrigen, herbei !

Mit Werken von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann wurde das „Festival der alten Musik“ eröffnet.

Sehr festlich wirkte sehr „Einmarsch“ der Musiker und aller Sänger zum Dramma per musica „Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten“ von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)    

Eine kleines Öperchen, ebenso wie „Geschwinde, Ihr wirbelnden Winde“ („Der Streit zwischen Phoebus und Pan“) . Vor der Pause wurde noch „Musique de Table“ von Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) gespielt. Wie anders doch die Melodik des Wahl-Hamburgers klingt, immer sehr geradlinig und etwas trocken, viel charmanter ist der Sachse Bach, der hier wirklich musikalischen Witz zeigt.

Aufgeführt wurden die Werke von der Gruppe „The Amsterdamer Baroque Orchestra & Choir“ unter Ton Koopmann, der vom Cembalo perfekt die Aufführung leitete      

Als Glück und Momus hörte man die chilenisch-italienische Sopranistin Catalina Bertucci, eine sehr klare feingeführte lyrische Stimme, die ein wenig an Genia Kühmeier erinnert. Ihre Arien und Duette mit den Kollegen trugen einen großen Teil zum Erfolg bei. Dankbarkeit und Mercurius wurde vom Countertenor  Maarten Engeltjes mit spröder Stimme umgesetzt. Tilman Lichdi zeigte einen echten „Bach – Tenor“ für die Rollen des Fleiß und Midas. Andreas Wolf, ein Student von Thomas Quasthoff zeigte eine wunderschöne Baritonstimme und konnte als Pan voll überzeugen. Phoebus war der Bassbariton Klaus Mertens mit dunkler Baritonstimme. Schön auch die Stimme des Tenors Henk Gunnemann als Tmolus.    

Sehr schön klingt der Chor, er könnte manchmal etwas ambitionierter sein, aber immer alles äußerst homogen.

Die Instrumentalisten, speziell die Bläser und der Chittarone waren großartig.

Auch bei den Stücken Telemanns war der Klangkörper frisch und manchmal sogar duftig, wenn auch diese Tafelmusik etwas lang erschien.

Das Publikum dankte sehr herzlich, und es gab noch zwei Draufgaben.    

(Das Motto des Konzertes „Ihr Schläfrigen, herbei !„ist eine Textzeile aus dem ersten Werk von Bach und klingt etwas merkwürdig als Motivation für den Konzertbesuch.)

 Elena Habermann

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