Der Neue Merker

WIEN/ Amtshaus Brigittenau/ Festsaal: TANZ INS GLÜCK von Robert Stolz – eine Operette im Wandel der Zeit!

WIEN/ Amtshaus Brigittenau / Festsaal: Brigittenauer Robert Stolz-Konzerte: TANZ INS GLÜCK! – Eine Operette im Wandel der Zeit – 5.10.2017)

Mitwirkende: Thomas Schmidt (Idee, Moderation und Gesang; Manfred Schiebel (Klavier); Ingrid Stichauner (Sopran), Maryna Lopez (Mezzosopran)

Tanz ins Glück : für Gesang und Klavier

Mit Operetten „habe ich es nicht so“, das gebe ich gerne zu. Es bedurfte schon eines persönlichen Interesses, dass ich diesen Abend Robert Stolz widmete.

Da ich so gut wie überhaupt nichts von Robert Stolz (1880 bis 1975) wusste, nur von dessen „Lästiger Witwe“ – aber das ist liebevoll gemeint, denn die gute „Einzi“ hat bis zu ihrem Tid im Jahr 2004 wie ein Löwe um das Andenken ihres Mannes gekämpft, war für mich so ziemlich alles neu, was ich zu hören bekam. Thomas Schmidt, ein Entertainer von Graden, ist Stolz-Spezialist und wusste viel zu erzählen – manchmal etwas zu viel! Aber er tat es derart gekonnt, informativ, mit Charme und durchaus auch mit Witz, dass man ihm die Ausführlichkeit verzieh.

Die Operette „Tanz ins Glück“ erlebte ein wechselvolles Schicksal, wurde mehrmals umbenannt, hieß einmal „Whirles into happiness“ (1922 London), dann wieder „La Danza verso la Fortuna“ (ebenfalls 1922), wurde 1951 mit Johannes Heesters verfilmt um dann 1958 im Raimundtheater unter dem Titel „Hallo, das ist die Liebe“ wieder entdeckt zu werden. Robert Stolz war also auch ein begnadeter „Wiederaufbereiter“ seiner Werke.

Bildergebnis für robert stolz tanz ins glück
Verfilmung

Thomas Schmidt und seine beiden „Assistentinnen“ Ingrid Stichauer und Maryna Lopez absolvierten mit Schwung das Programm (Maryna Lopez erwischte einmal zu viel Schwung und landete unsanft auf dem Rücken), sangen die Stolz-Hits mit mehr oder weniger Stimme (Maryna Lopez sicher mit mehr, denn sie ist ausgebildete Mezzosopranistin, was sie eindrucksvoll zur Geltung bringt, wann immer es möglich ist). Stimmlich geben die Stolz-Hits in dieser Operette ja eher nicht viel her, da müssen die Sänger schon auch eine gehörige Portion komödiantisches Talent in die Waagschale werfen. Das gelang den beiden Damen vortrefflich, Maryna Lopez diesbezügliches Talent ist wirklich außerordentlich, das von Ingrid Stichauer zumindest ordentlich!.

Prof. Manfred Schiebel am Klavier (unterrichtet an der Musik-Universität) ist offenbar in jedem Genre heimisch, nicht nur bei „Norma“ oder „Don Carlo“ im Merker-Kunstsalon, sondern auch hier bei Robert Stolz. Er trat auch als Solist an diesem Abend in Erscheinung und gilt als „sichere Bank“, mit der ganz einfach nichts schiefgehen kann!

Das „volle Haus“ (immerhin etwa 150 Besucher) bedankte sich mit frenetischem Beifall und Blumen. Obwohl ich beim Heimweg unbeschirmt in einen Regenguß kam, habe ich diesen Ausflug in leichtere musikalische Gefilde und auch in die Brigittenau wirklich genossen! Über Robert Stolz weiß ich ob des kompetenten Moderators nun viel mehr, die beiden Sängerinnen haben dieses Programm nie als Konzert, sondern als halbszenische Aufführung serviert, was in der Wirkung einfach köstlich war.

Anton Cupak

Diese Seite drucken