Der Neue Merker

WIEN/ Amtshaus Brigittenau: ADVENT-KONZERT. DENN WEIHNACHT’ wird es bald….

Donnerstag, 15. Dezember 2016, Brigittenauer Advent-Konzerte!

Im Festsaal  des Amtshauses Brigittenau – DENN WEIHNACHT’ wird es bald….

Ein alljährlicher Fixpunkt im Wiener Advent ist das traditionelle Weihnachtskonzert zum Saisonschluss der Brigittenauer Operetten-Konzerte. Heuer galt es zugleich, das 25jährige Bestehen der populären Veranstaltungsreihe zu feiern. Bezirksvorsteher – Stellvertreter Herbert Grausam blickte in seiner Begrüßungsansprache auf erfolgreiche Konzertjahre zurück und gedachte in bewegenden Worten verstorbener Weggefährten und Stammbesucher.

Wer die stets gut besuchten Musikprogramme im Brigittenauer Amtshaus kennt, weiß, dass es dort neben den (besonders liebevoll gepflegten) Werken von Robert Stolz vor allem selten bis nie Gehörtes zu erleben gibt (Programmgestaltung und Regie: Thomas Schmidt). Auch diesmal waren es verblüffende Raritäten, die vorweihnachtliche Feststimmung, aber auch (mit satirisch-gesellschaftskritischen Seitenhieben unterfütterte) Heiterkeit aufkommen ließen. Erstaunlich qualitätsvolle Musikstücke von zum Teil gänzlich unbekannten Komponisten warfen die Frage auf, warum diese meisterhaften Werke so lange Zeit in den Archiven schlummern konnten, und sie belegten zugleich den ungeheuren Reichtum der (Wiener) Musikgeschichte.

All das wurde von einer Künstlerschar zum Leben erweckt, die mit musikalischer Sorgfalt, animierender Spielfreude und intensiver künstlerischer Gestaltungskraft ans Werk gingen.

TANJA MAJER, aus den Allgäuer Bergen stammend, debütierte mit sauber geführtem lyrischen Sopran und stellte in den Dialogen und Spielszenen humorige Typen auf die Bühne, wobei ihr die den Bayern eigene Freude am Skurrilen zugute kam. Auch in den umfangreichen Ensemblenummern bewährte sie sich bestens. Die höhensichere Sopranistin ANNAMARIA KASZONI setzte mit dem deutsch-ungarisch gesungenen Lied „Einmal im Jahr zünd‘ eine Kerze an“ einen starken Moment. Vorbildlich in Stimme, Diktion und Spiel war der Tenor THOMAS SCHMIDT der mit stilistisch breitgefächerten Liedern rundum zu überzeugen vermochte. Als Rezitator trug er neben Gedichten von Luise Seitler, Hermine Schwabel, Peter Huchel u.a. auch einen Text aus dem neuen Lyrik-Band der bekannten Schauspielerin, Theater – und Buchautorin Manuela MIEBACH vor, in dem ernsthafte, konsumkritische Töne angeschlagen wurden.

Viel Beifall gab es auch für die Instrumental-Solisten. Yan Lok HOI beeindruckte mit einer mit reifem Können gespielten „Sternenromanze“ für Violine und Klavier. Sein chinesischer Landsmann Jeffery CHAN tupfte mit ausgelassener Fröhlichkeit und gleichsam tänzerischer Improvisationsfreude „Winter-Träume“ für Flöte und Klavier in den Konzertsaal.

Am Klavier beherrschte der junge Koreaner Jonghwa PARK das Geschehen. Umsichtig war er den Sängern und Musikern ein feinnerviger Partner, der selbst den bekannten Robert Stolz-Weihnachtsliedern neue Farben verlieh. Als Solist wartete er souverän und technisch und interpretatorisch stark mit anspruchsvoller weihnachtlicher Klaviermusik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf.

Eine schwungvoll servierte Melodienfolge des Komponisten Theo Ferstl, dessen Tochter als eine(r)der zahlreichen Ehrengäste gekommen war, bot allen Interpreten noch einmal Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Der lang anhaltende, herzliche Beifall eines beglückten Auditoriums bewies wie gut das winterliche Raritätenkonzert angekommen war.

Im nächsten Jahr werden die Brigittenauer Veranstalter aufs Neue ihre außergewöhnlichen Musikprogramme präsentieren. Für alle Musikfreunde, die noch nicht dort waren gilt: Hingehen lohnt sich!

Manuela Miebach

 

Diese Seite drucken