Der Neue Merker

WIEN/ Altes Rathaus: SCHLUSSKONZERT DER MASTERCLASS VON JAIME ARAGALL

  1. 11.2017 ALTES RATHAUS BAROCKSAAL

SCHLUSSKONZERT DER MASTERCLASS VON JAIME ARAGALL

Jaime Aragall war nicht nur ein hervorragender Sänger, sondern auch ein wirklich guter Darsteller, bei dem die Kunst der Darstellung und Glaubwürdigkeit einer Rolle hauptsächlich von der Stimme kam und genau das kann er nun im reifen Alter großartig und mit einem Übermaß an Geduld an seine Hörerschaft weiter geben.

Das Konzert wurde von der katalanischen Pianistin und ständigen Mitarbeiterin des Maestros Anna Crexells routiniert begleitet.

Eine sehr internationale Sängerschar traf sich zur Erweiterung der Ausbildung und Perfektion, somit hörte man Perfektes und wieder viel Talent, bei dem aber doch noch einiges fehlt.

Den Vogel schoss der Bariton Zihao Lin aus China ab. Eine wunderbare Stimme, ein Verdibariton in spe, mit großer Italianità. Er zeigte schon bei der Arie des Conte de Àlmaviva die Flexibilität der Stimme  und die gute Diktion  Außerdem hörte man im Programm noch das „Torrero Lied“ und als Draufgabe einen wunderschönen Posa. Als lyrischer Tenor fiel der junge Iraner Mahdi Niakan mit der Arie des Fernando „Un aura amorosa“ bereits sehr positiv auf. Hinreißend schön und ganz auf feiner Linie sang er dann die Arie des Nadir aus den „Perlenfischern“. Seine österreichische Ehefrau Angelika Niakan beeindruckte mit der ersten Arie der Konstanze, aber als Adele „Mein Herr Marquis“ begeisterte sie. Eine schöne lyrische Koloraturstimme und kein bisschen soubrettig piepsig. Viel Stimme zeigte der Tenor aus Brasilien, Max Jota, mit Lombardi und Tosca „Recondita armonia“ im Programm. An der Pianokultur wäre doch noch zu arbeiten. Aber auf alle Fälle ein Stimmbesitzer. Eine köstliche Frau Fluth bot Johanna Baader und konnte auch mit einer Arie aus „Clemenza di Ttito“ gut gefallen. Kikuko Teshima sang die Louise von Charpentier sehr stark und war als Butterfly voll in ihrem Element. Eine starke und schön gefärbte Stimme, die man sich gut auf der Bühne vorstellen kann.

Vera Possanner,  ein Mezzosopran aus Österreich, und noch die beiden Japanerinnen Chikako Takami und Noriko Ohata zeigten viel Talent.

Vor der Pause sangen das Ehepaar Niakan das „Libiamo“ und vor dem offiziellen Ende hörten wie das Duett aus dem 4. Bild von „La Bohme“ mit Zihao Lin und Max Jota.

Allen diesen jungen Sängern kann man nur das Beste wünschen.

Elisabeth Jelinek sei für die gute und reibungslose Organisation mehr als gelobt.                .

Elena Habermann

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