Der Neue Merker

VARNA/ Bulgarien/ Opernsommer: KONZERT DER DREI TENÖRE Ivan Yonkov, Hristo Ganevski und Valery Georgiev,

  1. 8. – Opernsommer Varna – Konzert der drei Tenöre

Varna Opernhaus anstatt Römische Thermen

Ivan YonkovHristo Ganevski und Valery Georgiev, der die Idee und das Konzept hatte und auch die Moderation übernahm, wurden von Janeta Benun–Nikolaeva am Flügel perfekt begleitet. Das Programm setzte sich aus italienischen und spanischen Liedern, sowie Arien von Verdi und Puccini zusammen.

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Ivan Vonkov

Eine Überraschung ist Ivan Yonkov, ein Tenor aus Bulgarien, der in Stuttgart engagiert ist. Er  kam als Gast und war eine kleine musikalische Sensation. Eine sehr angenehm timbrierte Stimme, technisch makellos und ein sehr beseelt schöner Vortrag all seiner Nummern. Der hochmusikalische Künstler präsentierte auch zwei eigene Liedkompositionen, die sehr an den Stil Tostis angelehnt sind.  Schade, dass der Künstler keine Arie sang, allerdings konnte er mit Liedern von Tosti ebenso begeistern wie mit seinen eigenen Kompositionen.

Der junge Hristo Ganevski präsentierte sich mit Catari, Catari mit viel Schmelz und etwas Nervosität, sowie mit Santa Lucia mit sehr schönen Piani. Ein bisschen noch mit einem Lehrer an der Sicherheit der Höhe arbeiten, würde den jungen Sänger in eine weit bessere Liga bringen, denn das Timbre der Stimme ist wirklich sehr schön und einprägsam.

Valery Georgiev ist ein Stimmbesitzer und Höhenjäger, das zeigt er nahezu schamlos, und dabei geht einiges an Phrasierungskunst und Pianokultur verloren. Die Höhen sitzen sicher perfekt, aber wenn es in das Piano gehen soll,  treten die Unsicherheiten auf. Ein guter Maestro konnte da viel bewirken. Das sind Kleinigkeiten, aber die Wirkung wäre sicher sehr positiver. Damit könnte er E lucevan le stelle in ppp beenden, wie es geschrieben ist. Auch die beiden Schlager aus Rigoletto Questa quella e la donna e mobile hätten mehr Phrasierung verdient. Allerdings war seine Moderation lustig und kurz.

Als Bis gab es natürlich Nessun dorma und O Sole mio in der üblichen drei Tenöre Fassung. Weiters sangen sie zu dritt Funiculi Funicula, Time to say goodbye und Torna a Surriento. Immer wieder stach im Terzett die große Sangeskultur von Ivan Yonkov hervor. Den Mann könnte man öfter hören.        

Die legendaeren drei Tenöre hinterlassen Spuren, allerdings sehr grosse. Dennoch eine gute Idee, sich während des Opernsommer von Varna auch als Lied und Konzertsänger zu präsentieren.

In den Römerthermen hätte das Konzert sicher mehr südliches Flair gehabt, aber da schlug der Wettergott leider unbarmherzig mit einer Gewitterfront zu.

Elena Habermann

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