Der Neue Merker

TODESMELDUNGEN – STAND APRIL 2017

TODESMELDUNGEN – Stand April 2017

Zusammenstellung: Walter Nowotny

Eva HLOBILOVÁ ist bereits am 18.11.2016 verstorben

Eva Hlobilova als Eboli
Als Eboli

Geboren am 24. Oktober 1924 in Brno (Brünn);
Nachruf auf die tschechische Mezzosopranistin auf Tschechisch:
http://www.narodni-divadlo.cz/cs/aktuality/eva-hlobilova-cs

Květa KONÍČKOVÁ ist am 2.2.2017 in Velké Březno verstorben

Kveta Konicková

Geboren am 10. Juni 1932 in Mukačevo (damals ČSR, heute Ukraine);
Nachruf auf die tschechische Sopranistin auf Tschechisch:
http://www.divadelni-noviny.cz/zemrela-kveta-konickova

Kurt MOLL ist am 5.3.2017 in Köln verstorben

Kurt MOLL

Geboren am 11. April 1938 in Buir bei Kerpen; ursprünglich wollte er Cellist werden, widmete sich dann aber dem Gesangstudium, das er zum Teil an der Musikhochschule von Köln, zum Teil bei Emmy Müller in Krefeld absolvierte. Er debütierte 1961 am Stadttheater von Aachen, dem er bis 1964 angehörte (Debütrolle: Lodovico in Verdis »Otello«). Er sang dann nacheinander am Stadttheater von Mainz (1964-65), am Opernhaus von Wuppertal (1965-67) und am Opernhaus von Köln (1967-70). 1969-70 gab er sehr erfolgreiche Gastspiele an der Staatsoper von Hamburg, deren Mitglied er 1970 wurde. Der Künstler konnte eine große internationale Karriere entwickeln. Bereits seit 1967 wirkte er bei den Bayreuther Festspielen mit, und zwar 1967-68 als einer der Gralsritter im »Parsifal«, 1968 als Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Steuermann in »Tristan und Isolde«, 1972 und 1975 als Fafner im »Rheingold«, 1974-76 als König Marke in »Tristan und Isolde« und 1975 als Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1970, 1983 und 1986 als Sarastro in der »Zauberflöte«, 1971-74 als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, 1973 als Voce in Mozarts »Idomeneo«, 1978-79 und 1983-84 als Ochs im »Rosenkavalier«, 1979 als König in »Aida«, 1987 als Bartolo in »Le nozze di Figaro«, 1993 als Seneca in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea« sowie 2002-03 als Komtur im »Don Giovanni«. Außerdem wirkte er bei den Salzburger Festspielen in Konzerten mit (1972 in einem Mozart-Konzert und in dessen C-Moll-Messe, 1979 in Beethovens 9. Sinfonie, 1987 in Haydns »Schöpfung«, 1991 in Beethovens Missa solemnis und 2002 in einer Wagner-Gala). 1971 debütierte er als Pogner an der Bayerischen Staatsoper München, der er von dan an 35 Jahre lang verbunden blieb. 1972 debütierte er als Osmin an der Mailänder Scala, an der er dann 1975 den Fafner im »Siegfried«, 1978 und 1994 wieder den Osmin, 1978 den König Marke, 1988 den Morosus in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss (bei einem Gastspiel der Bayerischen Staatsoper München) und 1999 den Komtur sang sowie 1986 und 1998 sehr erfolgreiche Liederabende gab. 1972-99 trat er an der Wiener Staatsoper (Debüt als Gurnemanz im »Parsifal«) in insgesamt 132 Vorstellungen in 17 großen Partien auf: als König Marke, als Sarastro, als Gremin in »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, als Pogner, als Hunding in der »Walküre«, als Fafner im »Siegfried«, als Osmin, als Komtur, als König Heinrich im »Lohengrin«, als Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«, als Ochs, als Daland in »Der fliegende Holländer«, als Rocco im »Fidelio«, als Pimen im »Boris Godunow«, als Landgraf im »Tannhäuser«, als Eremit im »Freischütz« sowie in Beethovens 9. Sinfonie (unter Leonard Bernstein). 1973 sehr erfolgreiches Auftreten bei den Münchner Opernfestspielen. 1973 sang er im Vatikan in Rom vor Papst Paul VI. das Bass-Solo im Magnificat von Bach. Bei den Schwetzinger Festspielen nahm er 1975 an der Uraufführung der Oper »Der gestiefelte Kater« von G. Bialas teil. An der Grand Opéra Paris bzw. an der Opéra Bastille sang er 1975 den Komtur, 1975-76 den Pater Guardian, 1976 den Lodovico, 1976-77 den Fasolt im »Rheingold« und den Hunding, 1976 und 1979-80 den Osmin, 1976 und 1980 den Bartolo in »Le nozze di Figaro«, 1976 und 1999 den Gurnemanz, 1977 und 2002 den Sarastro, 1981 den Ochs, 1985 den König Marke und 1995 den Gremin. Er war auch der Deutschen Oper Berlin durch einen Gastvertrag verbunden. Seit 1977 trat er oft als Gast an der Covent Garden Oper London auf, an der er als erste Partie 1977 den Kaspar im »Freischütz« sang und u.a. 1984 als Ochs, 1987 als Osmin zu großen Erfolgen kam. 1978 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Landgraf); hier sang bis 2005 in insgesamt 128 Vorstellungen den Rocco, den Sparafucile im »Rigoletto«, den Lodovico, den Osmin, den Ochs, den Gurnemanz, den Hunding, den Komtur, den Sarastro, den Rocco und den Bartolo in »Le nozze di Figaro«. An der San Francisco Opera war er 1974 als König Marke, 1974, 1988 und 1999-2000 als Gurnemanz, 1985 als Ochs und 1990 als Osmin zu Gast. An der Staatsoper München sang er 1991 den Pimen, an der Covent Garden Oper 1995 den Ochs. Er gastierte auch am Bolschoi Theater Moskau, an der Stockholmer Oper, in Zürich, Bern und Basel. 1995 hatte er in München große Erfolge als Gurnemanz. 1997 hörte man ihn an der Oper von Chicago als Sarastro, am Opernhaus von Köln als Gurnemanz, 1998 an der Münchner Staatsoper als König Marke. 2000 an der Covent Garden Oper London als Daland, an der Münchner Staatsoper als Ochs und als Landgraf. 2006 verabschiedete er sich als Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg« bei den Münchner Opernfestspielen von der Opernbühne. Die Staatsopern von München, Hamburg und Wien haben ihn zum Kammersänger ernannt. Zugleich hatte er eine sehr erfolgreiche Karriere als Konzert- und zumal als Oratorienbassist. Er wirkte seit den neunziger Jahren als Professor an der Musikhochschule von Köln.
Seine dunkel getönte, machtvolle, aber zugleich bewegliche und ausdrucksvolle Bass-Stimme ist auf sehr vielen Schallplatten zu hören: DGG (Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, »Der Schauspieldirektor« von Mozart, Hunding in der »Walküre«, »Parsifal«, »Lohengrin«, »Der Freischütz«, Missa solemnis von Beethoven, kleine Partie in »Salome«, König Marke in »Tristan und Isolde«, »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, Ochs im »Rosenkavalier«), Electrola (Johannespassion von J.S. Bach, Sarastro in der »Zauberflöte«, »Intermezzo« von R. Strauss, »Abu Hassan« von Weber, »Die Zwillingsbrüder« von Schubert, »Der Evangelimann«, »Bastien und Bastienne«), Decca (»Don Giovanni«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Lulu« von A. Berg, Bartolo in »Le nozze di Figaro«, Sarastro in der »Zauberflöte«, Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Otello«, »Der Freischütz«), HMV (»Der fliegende Holländer«, »Tannhäuser«), Philips (Rocco im »Fidelio«, Eremit im »Freischütz«), RCA (»Tiefland«), Orfeo (»Jessonda« von L. Spohr, Winterreise von Schubert, Missa Sanctae Caeciliae von Haydn), EMI (Pogner in »Die Meistersinger vopn Nürnberg«, Holsteiner im »Friedenstag« von R. Strauss), Capriccio (»Notre Dame« von F. Schmidt), Edition Schwann (»Der Corregidor« von Hugo Wolf), Naxos (Rocco im »Fidelio«),Nightingale/Koch (Orchesterlieder von R. Strauss), Eurodisc, CPO (Lieder und Balladen von Carl Loewe); Philips-Video (»Die Zauberflöte«), DGG-Video (»Die Zauberflöte«), Arthaus/Naxos-Video (König Marke in »Tristan und Isolde«, München 1998).

Fiora CORRADETTI  CONTINO ist am 5.3.2017 in Carmel (Indiana) verstorben

Fiora CORRADETTI CONTINO

Geboren am 17. Juni 1925 in Lynbrook (New York) als Tochter des italienischen Baritons Ferruccio Corradetti; Nachruf auf die Dirigentin auf Englisch:
The New York Times

Alberto ZEDDA ist am 6.3.2017 in Pesaro verstorben

Alberto Zedda

Geboren am 2. Januar 1928 in Mailand; er studierte Musik an seinem Geburtsort und Musikgeschichte an der Universität Urbino. 1961-63 war er an der Deutschen Oper Berlin, 1967-69 an der New York City Opera für das italienische Repertoire verantwortlich. Seit der Gründung des Rossini Opera Festival Pesaro war er 1980-92 dessen künstlerischer Leiter. In der Saison 1992/93 war er künstlerischer Leiter des Teatro alla Scala in Mailand. Er war ein führender Rossini-Experte und lehrte Musikgeschichte an der Universität Urbino. Zusammen mit Rodolfo Celletti war er musikalischer Direktor des Festival della Valle d’Itria in Martina Franca. Er war Mitglied des künstlerischen Beirats der Fondazione Rossini in Pesaro und Ehrenpräsident der Deutschen Rossini-Gesellschaft. Zwischen 1964 und dem Jahr 2000 spielte er als Dirigent mehrere Filmkompositionen für Kino- und Fernsehfilme ein, für Regisseure wie Marcello Baldi, Kristian Missirkov, Hans Hulscher oder Pierre Cavassilas. An der Wiener Staatsoper debütierte er am 29. April 1984 mit La Cenerentola und leitete hier bis zu seiner letzten Vorstellung am 21. April 1990 mit Il barbiere di Siviglia insgesamt 47 Abende, darunter auch Aufführungen von Falstaff, I Capuleti e i Montecchi, La Bohème, La Traviata und Lucia di Lammermoor.

Roberta KNIE ist am 16.3.2017 in Drexel Hill (Pennsylvania) verstorben

Roberta Knie als Brünnhilde in Bayreuth
Als Brünnhilde in Bayreuth

Geboren am 13. Mai 1938 in Cordell (Oklahoma); sie stammte aus der Familie der Zirkusdynastie Knie und wuchs in Cordell auf, ging dort zur lokalen Highschool und sang im Kirchenchor. Sie begann ihre Ausbildung an der Oklahoma University bei Norman und war dann Schülerin von Elisabeth Parham, Judy Bounds Coleman und von der berühmten Eva Turner, die während dieser Zeit eine Professur an der Oklahoma University bekleidete. Sie übersiedelte dann nach Österreich, um bei Max Lorenz am Mozarteum in Salzburg zu studieren. 1964 kam es zu ihrem Bühnendebüt am Stadttheater von Hagen (Westfalen) in der Rolle der Elisabeth im »Tannhäuser«. 1966-69 war sie am Stadttheater von Freiburg i. Br. engagiert. 1969 ging sie von Freiburg i.Br. aus an das Opernhaus von Graz, dem sie bis 1972 angehörte und wo sie in Partien wie der Salome von R. Strauss, der Tosca, der Leonore im »Fidelio« und der Brünnhilde in der »Walküre« Aufsehen erregte. 1972-73 war sie an der Oper der Stadt Köln und dem Opernhaus Zürich beschäftigt. 1973 erwarb sie in Laßnitzhöhe in der Nähe von Graz gemeinsam mit ihrer Freundin und Mentorin Judy Bounds Coleman die Sonnenvilla, als diese 1977 in die USA zurückkehrte, wurde sie Alleinbesitzerin. Das Jahr 1974 wurde ein Meilenstein ihrer Karriere, sie sprang bei den Bayreuther Festspielen für eine Kollegin in letzter Minute als Brünnhilde in der »Walküre« ein. Der Auftritt war sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum ein voller Erfolg und erhöhte ihren Bekanntheitsgrad entscheidend und führte zu Verträgen mit bekannten Opernhäusern in den folgenden Jahren. 1973-74 sang sie die Brünnhilde im Ring des Nibelungen auch an der Opéra National de Lyon und trat am Teatro San Carlo Neapel auf. 1975 gab sie als Isolde in Wagners »Tristan und Isolde« ihr Operndebüt in Amerika bei der Dallas Opera, an der sie dann auch 1977 die Salome und 1978 die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« sang. 1976 Jahr trat sie bei den Festspielen von Bayreuth nochmals als Brünhilde im  »Siegfried« und in der »Götterdämmerung« auf und sang die Brünnhilde in der »Walküre« an der San Francisco Opera. Außerdem trat sie erstmals an der Metropolitan Opera in New York als Chrysothemis in »Elektra« von Strauss auf, 1981 sang sie dort (einmal) ihre Glanzrolle, die Isolde. In den nächsten Jahren sang sie an verschiedenen großen Opernhäusern, wie der Wiener Staatsoper (1971-75 Sieglinde in der »Walküre«, Leonore im »Fidelio«, Senta in »Der fliegende Holländer«, Salome und Tosca), der Hamburger Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper München, dem Staatstheater Stuttgart, der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, der Deutschen Oper Berlin, dem Nationaltheater Mannheim, den Opernhäusern von Kassel und Nürnberg, der Opéra National du Rhin Strasbourg, der Königlichen Oper Stockholm (1972), in Bologna, dem Teatro Regio di Parma, dem Teatro Nacional de Sao Carlos Lissabon (1975 Salome von R. Strauss, 1976 Brünnhilde im Nibelungenring und 1977 Leonore im »Fidelio«), der Welsh National Opera Cardiff, der Opéra de Montréal (1975 Isolde), der New Jersey Opera (1975 Chrysothemis), in Toulouse (1975 Brünnhilde in der »Walküre« und 1977 Isolde), dem Teatro Colón Buenos Aires (1975 und 1976 Salome, 1976 auch Chrysothemis), der Oper von Rom (1977 Leonore im »Fidelio« und 1980 Brünnhilde in der »Götterdämmerung«), dem Théâtre de la Monnaie Brüssel (1974 Salome), der Covent Garden Oper London (1978 Isolde mit Jon Vickers als Tristan), der Grand Opéra Paris (1977-78 Brünnhilde in der »Walküre«), der Oper von Monte Carlo (1977 Leonore im »Fidelio«, 1979 in der »Walküre«), dem Opernhaus von Rouen (1979) und der Lyric Opera of Chicago (1977 Isolde), in Washington (1980 Isolde), der Oper von New Orleans (1981 Salome). 1981 erkrankte sie an einer viralen Lungenentzündung. Sie trat 1982 nochmals am Teatro Liceu Barcelona als Salome auf, sagte aber einen Auftritt als Turandot an der Oper von Dallas ab. Weitere Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren die Elsa im »Lohengrin«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Elettra in »Idomeneo« von Mozart, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky und die Leonore in den Verdi-Opern »La forza del destino« und »Troubadour«. 1991 wurde bei ihr in Graz, wo sie an der Kunstuniversität unterrichtete, eine Netzhautablösung diagnostiziert. Um einer möglichen stressbedingten Erblindung vorzubeugen, beendete sie ihre Opernkarriere. Nach ihrer Rückkehr in die USA unterrichtete sie in Philadelphia, einer ihrer Schüler war der Tenor Stuart Neill. 2005 trat sie ein letztes Mal in einer konzertanten Aufführung des 3. Aktes von Wagners »Parsifal« in Philadelphia auf. Auch im Konzertsaal erschien sie in einem umfassenden Repertoire.
Schallplatten: CBC (Isolde in »Tristan und Isolde«), VAI (weitere komplette »Tristan und Isolde«-Aufnahme aus Kanada, 1965), Bella Voce (Isolde in »Tristan und Isolde«, Scheveningen 1979), Privataufnahmen aus der Metropolitan Oper.

Louis FREMAUX ist am 20.3.2017 in Avalay verstorben

Louis FREMAUX

Geboren am 13. August 1921 in Aire-sur-la-Lys; er studierte am Konservatorium Valenciennes. Seine Ausbildung wurde vom Zweiten Weltkrieg unterbrochen, in dessen Folge er als Gegner des Nationalsozialismus Mitglied der Fremdenlegion war und militärische Ehrungen erhielt. Am Pariser Konservatorium setzte er seine musikalische Ausbildung bei Louis Fourestier fort und wurde nach dem ersten Platz bei einem Dirigierwettbewerb 1953 Musikdirektor von Oper und Orchester Monte Carlos (1956-66). 1968 gründete er das Orchestre Philharmonique Rhones-Alpes und blieb dort Musikdirektor bis 1971. 1969-78 war er außerdem Chefdirigent des City of Birmingham Symphony Orchestra. Ab 1979 wirkte er als Chefdirigent des Sydney Symphony Orchestra bis 1981, danach weitere vier Jahre als Erster Gastdirigent. Er trat darüber hinaus an zahlreichen internationalen Opernhäusern auf und gastierte bei mehreren Klangkörpern; eine engere Zusammenarbeit verband ihn etwa mit dem London Symphony Orchestra, mit dem er einige weithin anerkannte Einspielungen realisierte, etwa der Symphonie fantastique von Hector Berlioz. Frémaux galt als typischer Vertreter der französischen Schule. Als Operndirigent sowie in der Zusammenarbeit mit Sinfonieorchestern stellte er französisches Repertoire, für das er als Spezialist galt, ins Zentrum seines dirigentischen Wirkens. Auch seine Einspielungen für die Deutsche Grammophon, EMI und andere Tonträgerfirmen, die teils mit Preisen ausgezeichnet wurden, bewegten sich vornehmlich ebenfalls im französischen Repertoirebereich.

Rainer KUSSMAUL ist am 27.3.2017 in Freiburg im Breisgau verstorben

Rainer Kussmaul

Geboren am 3. Juni 1946 in Mannheim; er erhielt den ersten Violinunterricht bei seinem Vater Willy Kussmaul, der als Solobratscher im Orchester des Nationaltheaters Mannheim tätig war. Nach Studien in Mannheim und bei Ricardo Odnoposoff an der Staatslichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart war Rainer Kussmaul bald Preisträger internationaler Wettbewerbe, sowohl als Solist wie 1968-97 mit seinem Stuttgarter Klaviertrio. Seine Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker ließ ihn weltweit reisen. Er war ein international gefragter Lehrer, unterrichtete ab 1977 als Professor an der Hochschule für Musik Freiburg, wo er seine Schüler auf die klanglichen Möglichkeiten der Barockvioline für das entsprechende Repertoire hinwies. Er war Leiter der Carl-Flesch-Akademie Baden-Baden und lehrte in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Australien, Schweden, der Schweiz und in Japan. 1993-97 war er erster Konzermeister der Berliner Philharmoniker. 1995 gründete er mit Philharmoniker-Kollegen die Berliner Barocksolisten, die bis 2010 unter seiner Leitung auftraten. Studenten Kussmauls gründeten das Freiburger Barockorchester, das inzwischen ein Ensemble von internationalem Rang ist. Rainer Kussmaul erhielt bedeutende Schallplattenpreise, unter anderem mehrfach den Echo-Klassik-Preis und im Jahre 2005 den Grammy. Er spielte eine Antonio Stradivari zugeschriebene Violine aus dem Jahre 1724. Sein älterer Bruder Jürgen Kussmaul war Professor für Viola an der Düsseldorfer Musikhochschule und sein jüngerer Bruder Wolfgang Kussmaul (* 1953) ist Konzertmeister beim Stuttgarter Kammerorchester.

Nada PUTTAR  ist am 28.3.2017 in Zagreb verstorben

Nada PUTTAR

Geboren am 5. November 1923 in Varaždin (Jugoslawien); nach ihrem Studium bei Lav Urbancic in Zagreb gewann sie 1948 die Gesangwettbewerbe von Belgrad und Verviers. Darauf debütierte sie 1949 an der Nationaloper von Zagreb, an der sie länger als 25 Jahre erfolgreich wirkte, als Wanja in Glinkas »Ein Leben für den Zaren« (»Iwan Susanin«). 1956-61 war sie an der Städtischen Oper Berlin, 1961-64 am Opernhaus von Frankfurt a.M. engagiert. Ihre Gastspieltätigkeit brachte ihr internationales Ansehen ein; sie gastierte an den Staatsopern von Wien (1952 als Amneris in »Aida« und 1963 als Eboli in Verdis »Don Carlos«), Hamburg und München, an der Deutschen Oper Berlin, an der Berliner Staatsoper, an der Covent Garden Oper London, an der Grand Opéra Paris, bei den Festspielen von Wiesbaden, in Neapel, Turin, Palermo, Venedig, in Genf (1974 bei einem Gastspiel der Kroatischen Nationaloper als Kontschakowna in Borodins »Fürst Igor« und als Smeraldine in Prokofjews »L’Amour des trois oranges«) und Basel, in Belgrad, Leningrad, Lüttich, Köln, Frankfurt a.M. und Straßburg. Auch als Konzertsängerin hatte sie eine erfolgreiche Karriere. Sie sang nach ihrer Heirat auch unter dem Namen Nada Puttar-Gold.
Aufnahmen auf Electrola (Querschnitte »Ariadne auf Naxos« und »Die verkaufte Braut«), Bourg Records (»Le Comte Ory« von Rossini). Sie sang auf Jugoton u.a. in der vollständigen Oper »Die Liebe des Don Perlimplin« von Miro Belamaric, in deren Uraufführung sie 1975 in Zagreb mitgewirkt hatte.

Thomas BRANDIS ist am 30.3.2017 verstorben

Thomas Brandis

Geboren am 23. Juni 1935 in Hamburg; er begann 1952 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg Violine zu studieren. In London war er Schüler von Max Rostal. Nachdem er bereits Konzertmeister bei den Hamburger Symphonikern war, wurde er 1962 1. Konzertmeister des Berliner Philharmonischen Orchesters, was er bis 1983 blieb. Seit 1977 hatte er eine Professur an der Berliner Hochschule der Künste. Unter seinen vielen Schülern war Renaud Capucon. Brandis war Preisträger des Internationalen ARD-Wettbewerbs. 1976 gründete er das Brandis-Quartett, das inzwischen eine Vielzahl von Aufnahmen veröffentlicht hat. Als Mitglied der Berliner Philharmoniker war er mit Dirigenten wie Herbert von Karajan, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Georg Solti, Eugen Jochum, Hans Schmidt-Isserstedt und Klaus Tennstedt aufgetreten. Seit 2002 war Thomas Brandis Professor an der Lübecker Musikhochschule und seit 2005 Gastprofessor an der Royal Academy of Music in London. Thomas Brandis war Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

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