Der Neue Merker

TODESFÄLLE – STAND NOVEMBER 2017

TODESFÄLLE Stand November 2017

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

André MALLABRERA ist am 2.10.2017 verstorben

André Mallabrera

 Geboren am 15. Juni 1934 in Oran (Algerien); sein Vater war der französische Tenor José Mallabrera (* 1907). Er erlernte zunächst, genau wie sein Vater, den Beruf eines Uhrmachers, studierte dann aber Gesang bei seinem Vater, dann am Konservatorium von Algier und in Paris. 1958 erfolgte sein Bühnendebüt an der Opéra-Comique Paris als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«. Bis 1973 wirkte er an diesem Opernhaus, an dem er eine Vielzahl von Partien vortrug. Dazu gehörten u.a. der Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Vincent in »Mireille« von Gounod, der Léandre in »Le Médecin malgré lui« vom gleichen Komponisten, der Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, der Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, der Titelheld in Rossinis »Le Comte Ory«, der Gonzalve in »L’Heure espagnole« von Ravel und der Alfred in der »Fledermaus«. Seit 1962 war er bis 1972 auch der Pariser Grand Opéra verbunden, an der man ihn als Hylas in »Les Troyens« von Berlioz, als Pang in »Turandot« von Puccini, als Nathanaël in »Hoffmanns Erzählungen« und als Hirte in »Tristan und Isolde« hörte. Nach 1973 trat er als Gast an den großen französischen Provinztheatern, aber auch im Ausland, u.a. in Madrid, Rom, Bologna, England, in Genf (1976 als Pong in »Turandot« von Puccini) und an der Oper von Monte Carlo (1979), jetzt aber zunehmend in Charakterpartien, auf; dazu widmete er sich der Operette. Auch als Konzertsänger wurde er bekannt.

Schallplatten: Decca (Querschnitte durch den »Barbier von Sevilla« und durch »Lakmé« von Delibes, dazu eine Solo-Platte), Decca-Omega (vollständige Opern »Les Dragons de Villars« von Maillart und »Si j’étais Roi« von Adam), HMV (Nathanaël in »Hoffmanns Erzählungen«), Columbia (»Renard« von Strawinsky), Véga, Polydor (Alfred in der »Fledermaus«).

 

Klaus HUBER ist am 2.10.2017 in Perugia verstorben

Klaus-Huber

Geboren am 30. November 1924 in Bern; er studierte nach der Ausbildung am Lehrerseminar in Küsnacht und anfänglichem Schuldienst im Berner Oberland 1947-55 Musiktheorie und Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Zürich bei Willy Burkhard, bis 1949 auch das Fach Violine bei Stefi Geyer. 1949-55 war Huber Violinlehrer am Zürcher Konservatorium. 1955/56 schloss sich ein Studienaufenthalt bei Boris Blacher in Berlin an. Mit seiner Kammerkantate Des Engels Anredung an die Seele erlangte Huber bei den Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik 1959 in Rom erstmals internationale Anerkennung. Es folgten Kooperationen etwa mit dem Flötisten Aurèle Nicolet. 1960-63 lehrte Huber Musikgeschichte am Konservatorium Luzern, ab 1964 die Fächer Musiktheorie, Komposition und Instrumentierung an der Musik-Akademie der Stadt Basel. 1973-90 hatte er eine Professur für Komposition an der Musikhochschule Freiburg i. Br. inne. Zu Hubers Schülern zählen unter anderem Brian Ferneyhough, Wolfgang Rihm, Daniel Glaus, André Richard, Reinhard Febel, Ulrich Gasser, Michael Jarrell, Younghi Pagh-Paan, Toshio Hosokawa, Kaija Saariaho und Hans Wüthrich. Klaus Huber lebte mit seiner dritten Frau und ehemaligen Schülerin Younghi Pagh-Paan in Bremen und Panicale (Italien).

Klaus Hubers Ausgangspunkt war die serielle Musik in der Folge Anton Weberns. Er ließ jedoch außerhalb der Reihentechnik immer Gestaltungsspielräume offen. Seit den 1980er Jahren wandte er sich vermehrt der arabischen Musik zu. Daraus resultierte auch seine Beschäftigung mit arabischen Rhythmusmodellen, Mikrotonalität (vor allem Dritteltönen) und arabischer Dichtung. Hubers Werk orientiert sich an geistlichen Fragen. Seine Kompositionen zeugen von sozialem und politischem Engagement, sind aber trotz ihrer Verwendung geistlicher Texte wie z. B. der Bibel oder mittelalterlicher Mystiker nicht im eigentlichen Sinne christlich-religiös, sondern eher humanistisch motiviert. Eine zentrale Bedeutung besitzen groß angelegte Oratoriumskompositionen wie …inwendig voller Figur…, sein Beitrag zum Dürer-Jahr 1971. Daneben nahm die Kammermusik eine wichtige Stellung ein. In zunehmendem Masse bezog Huber auch die szenische Gestaltung der Musik außerhalb von Oratorium und Oper ein.

 

János SÓLYOM ist am 3.10.2017 verstorben

János Sólyom

 Geboren am 26. Oktober 1938 in Budapest; Biographie des ungarisch-schwedischen Pianisten und Dirigenten auf Schwedisch: https://sv.wikipedia.org/wiki/Janos_Solyom

 

Robert HONEYSUCKER ist am 7.10.2017 in Milford (Connecticut) verstorben

Robert_Honeysucker

 Geboren am 13. Januar 1943 in Memphis (Tennessee); Informationen auf seiner Homepage: http://www.roberthoneysucker.com/

 

Vincent LA SELVA ist am 9.10.2017 in Cleveland verstorben

Vincent LA SELVA

Er begann im Alter von acht Jahren Trompete zu spielen und dirigierte bereits zwölfjährig Studentenensembles. Später studierte er an der Juilliard School of Music Dirigieren bei Jean Morel. Während seiner anschließenden Armeedienstzeit war er Dirigent der Kapelle der First Army in Fort Jay auf Governor’s Island. 1954 gründete er die Xavier Symphony Society, die in öffentlichen Konzerten im Auditorium der New Yorker St. Francis Xavier High School kostenlose Aufführungen sinfonischer Werke, später auch Opernaufführungen bot. Seine Produktion von Gian Carlo Menottis The Saint of Bleeker Street beeindruckte den Komponisten derart, dass er La Selva eine Wiederaufführung des Werkes an der New York City Opera ermöglichte. Dort dirigierte La Selva in der Folgezeit u. a. Tosca, Nabucco, Mefistofele, Cavalleria rusticana, Madama Butterfly, La fanciulla del West, La Bohème, Pagliacci und Menottis Der Konsul. Er spezialisierte sich auf die italienische Oper und wurde von Kritikern mit Arturo Toscanini verglichen. 1973 gründete er die New York Grand Opera Company, die er von da an leitete. Mit dieser führte er zwischen 1994 und 2001 auf der Sommerbühne des New Yorker Central Park das komplette Opernwerk Giuseppe Verdis auf. Er hatte dabei im Lauf der Jahre 300.000 Zuhörer, und das Unternehmen brachte der Grand Opera einen Eintrag im Guinness Book als erste Operngesellschaft, die sämtliche 28 Opern Verdis aufgeführt hat. Daneben machte sich Da Silva auch einen Namen als Dirigent sinfonischer Musik. Er leitete namhafte Orchester der USA und Europas und arbeitete mit Musikern wie Leonard Rose, Ruggiero Ricci, Mirella Freni, Licia Albanese, Renata Tebaldi, Zinka Milanov, Rudolf Firkusny, Murray Perahia und Peter Serkin zusammen. Seit 1969 unterrichtete er zudem Dirigieren an der Juilliard School.

 

Romuald TESAROWICZ ist am 15.10.2017 in Milanówek (Polen) verstorben

Romuald Tesarowicz

 Geboren am 3. Februar 1952 in Zielona Góra (Polen); Biographie des polnischen Bassisten auf Polnisch: http://www.e-teatr.pl/pl/artykuly/249390.html

 

Ingvar LIDHOLM ist am 17.10.2017 verstorben

Ingvar-Lidholm

 Geboren am 24. Februar 1921 in Jönköping; er studierte an der Musikhochschule von Stockholm Violine und Orchesterleitung sowie bei Hilding Rosenberg Komposition. Er vervollkommnete seine Ausbildung in Italien, Frankreich und der Schweiz. 1947-56 war er Dirigent des Sinfonieorchesters von Örebro. Bis 1965 leitete er die Kammermusikabteilung des Schwedischen Rundfunks, danach wirkte er 1965-75 als Professor für Komposition an der Musikhochschule in Stockholm. Lidholm komponierte eine Oper und eine Fernsehoper, Orchesterwerke, kammermusikalische Werke, Kantaten, Chöre und Lieder.

 

Regina MARHEINEKE ist am 20.10.2017 verstorben

Regina MARHEINEKE

 Geboren am 25. November 1935; Ausbildung an der Musikhochschule in Braunschweig und bei P. Lohmann. Während ihres Studiums sang sie im Chor des Stadttheaters von Hildesheim und wurde dort auch schon in kleineren Rollen eingesetzt. Sie debütierte 1958 am Stadttheater von Regensburg und sang 1963-65 am Staatstheater von Oldenburg, 1965-67 am Opernhaus von Wuppertal. Sie gastierte während dieser Zeit an den Stadttheatern von Freiburg i. Br. und Münster (Westfalen) sowie am Staatstheater von Braunschweig. 1967-71 war sie Mitglied der Hamburger Staatsoper (an der sie 1969 in der Uraufführung von »Die Reise« von L.J. Werle sang), seit 1973 der Staatsoper von Stuttgart. Von dort aus nahm sie mehrfach an den Festspielen von Schwetzingen teil, bei denen sie 1983 in der Uraufführung der Oper »Die englische Katze« von H.W. Henze mitwirkte. Sie gastierte an der Wiener Staatsoper (1972-76 als Sophie im »Rosenkavalier« und als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«) und an der Grand Opéra Paris (1974). Sie sang die klassischen Partien für Koloratursopran und große Teile des lyrischen Repertoires, wurde aber vor allem in den Partien für Koloratursoubrette (Despina in »Così fan tutte«, Ännchen im »Freischütz«, Titelfigur in Flotows »Martha«) bekannt. 1992 sang sie bei den Festspielen von Weißenhorn die Xanthippe in »Der geduldige Sokrates« von Telemann.

Schallplatten: HMV-Electrola (»Das Paradies und die Peri« von R. Schumann, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Die Opernprobe« von Lortzing).

 

Brian GALLIFORD ist am 27.10.2017 in Amsterdam verstorben

Brian GALLIFORD

Geboren am 8. Januar 1954 in Orpington; Biographie des britischen Tenors auf Englisch: https://www.operamusica.com/artist/brian-galliford/#biography

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