Der Neue Merker

TODESFÄLLE – STAND MAI 2016

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

Deva DASSY ist am 11.3.2016 in Mouriès verstorben

 Deva_DASSY

Geboren am 26. August 1911 in Paris; Biographie der französischen Mezzosopranistin, die im Alter von 104 Jahren gestorben ist, auf Französisch: https://fr.wikipedia.org/wiki/Deva_Dassy

 

Marcia BALDWIN ist am 3.4.2016 in Eugene (Oregon) verstorben

Marcia BALDWIN

 Geboren am 5. November 1936 in Milford (Nebraska); sie studierte an der Northwestern University in Evanston (Illinois), bei Marinka Gurevitch, Rose Landver und Ludwig Donath in New York. Sie betrat erstmals die Bühne 1961 an der Oper von Santa Fé als Mercedes in »Carmen«. 1963 folgte die Künstlerin einem Ruf an die Metropolitan Oper New York (Debüt als Javotte in »Manon« von Massenet), deren Mitglied sie bis 1977 blieb. Sie sang dort in 14 Spielzeiten 38 Rollen in insgesamt 463 Vorstellungen. Sie übernahm hier eine Vielfalt von kleineren, gelegentlich auch größeren Partien, vor allem aus dem lyrischen Fachbereich, darunter den Tebaldo in Verdis »Don Carlos«, den Siebel im »Faust« von Gounod, die Flora in »La Traviata«, die Ines im »Troubadour«, die Meg Page in Verdis »Falstaff«, die Kate Pinkerton wie die Suzuki in »Madame Butterfly«, den Pagen in »Salome« von R. Strauss, den Niklausse in »Hoffmanns Erzählungen«, die Mercedes, den Madrigalisten in »Manon Lescaut« von Puccini, die Bersi in »Andrea Chénier«, den Stéphano in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, den Cherubino in »Le nozze di Figaro«, die Siegrune und die Wellgunde im Nibelungenring, die Berta im »Barbier von Sevilla«, den Octavian wie die Annina im »Rosenkavalier«, die Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die 2. Dame in der »Zauberflöte«, die Ciesca in »Gianni Schicchi«, die Lola in »Cavalleria rusticana«, den Komponisten in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Sie gastierte in Cincinnati, Philadelphia (1965), an der Fort Worth Opera und in San Francisco (1963 als Suzuki und als Maddalena im »Rigoletto«). Beim Central City Festival hörte man sie 1966 in der Titelrolle von Rossinis »La Cenerentola«, 1977 bei der Opera South in Jackson in der Uraufführung der Oper »Jubilee« von Ulysses Kay. Auch im Konzertsaal erfolgreich tätig. Sie wirkte später als Professorin an der Eastman School of Music in Rochester (New York).

Schallplatten: DGG (Mercedes in »Carmen«), Pantheon (»Der Messias« von Händel), Gala (Priesterin in »Aida«, Metropolitan Oper New York, 1976), Bella Voce (Mercedes in »Carmen«, Metropolitan Oper).

 

Elsie MORISON ist am 5.4.2016 in Prag verstorben

Elsie MORISON

 Geboren am 15. August 1924 in Ballarat (Australien); sie erhielt ihren ersten Unterricht durch ihre Mutter, die selbst Sängerin gewesen war, zugleich studierte sie Klavierspiel. 1943 gewann sie den Melba-Preis und wurde nun Schülerin des Melbourne Conservatory bei Clive Carey. 1944 debütierte sie in Melbourne als Solistin im »Messias«. Zwei Jahre lang war sie darauf in Australien als Oratorien- und Rundfunksängerin tätig. 1946 kam sie nach England und schloss ihre Ausbildung am Royal College of Music in London ab. Sie debütierte 1948 in der Londoner Albert Hall in »Acis and Galathea« von Händel. 1948-54 Mitglied der Sadler’s Wells Opera in London. Hier hatte sie als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini, als Nannetta im »Falstaff« von Verdi, als Susanna in »Le nozze di Figaro«, aber auch in modernen Musikwerken große Erfolge. Seit 1953 war sie auch Mitglied der Covent Garden Oper London, an der sie bis 1962 wirkte und als Mimi in »La Bohème«, als Susanna, als Pamina in der »Zauberflöte« und als Micaela in »Carmen« auftrat. 1954 sang sie bei der Welsh Opera in Cardiff in der Uraufführung der Oper »Menna« von Arwel Hughes. Bei den Festspielen von Edinburgh kreierte sie 1953 die Anne Trulove in der englischen Erstaufführung von »The Rake’s Progress« von Strawinsky. Beim Glyndebourne Festival trat sie 1954-55 und 1958 ebenfalls als Anne Trulove sowie 1956 als Zerline im »Don Giovanni« sowie 1959 und 1961 als Marzelline im »Fidelio« auf. 1958 sang sie an der Covent Garden Oper in der englischen Premiere von Poulencs »Dialogues des Carmélites«. Gastspiele an den großen Operntheatern wie bei internationalen Festspielveranstaltungen. 1967 gastierte sie am Grand Théâtre Genf als Donna Elvira im »Don Giovanni«. 1957, 1960 und 1964 unternahm sie Gastspiel- und Konzertreisen in ihrer Heimat Australien. Bedeutende Konzert- und Oratoriensängerin, wobei sie auch hier ein weitläufiges Repertoire beherrschte. Sie war seit 1963 mit dem bekannten Dirigenten Rafael Kubelik (1914-96) verheiratet.

Schallplatten: Sang auf HMV die Sopransoli in vollständigen Aufnahmen der Oratorien »Messiah« und »Salomon« von Händel und »Die Jahreszeiten« von Haydn und in den Sullivan-Operetten »The Gondoliers« und »Ruddigore«, auf DGG das Solo in der 4. Sinfonie von Gustav Mahler, Soli in Messen von Haydn und Mozart. Auf Melodram erschien eine vollständige »Fidelio«-Aufnahme, auf Oiseau Lyre hört man sie in »The Fairy Queen«, auf Decca in »King Arthur« von Purcell, auf Concert Hall in »Israel in Egypt« von Händel.

 

Maria GEENS ist am 8.4.2016 in Antwerpen verstorben

 Geboren am 17. Dezember 1922 in Antwerpen; Biographie der belgischen Sopransitin auf Holländisch:

http://operanederland.nl/2016/04/23/belgische-sopraan-maria-geens-overleden-93/

 

Brian ASAWA ist am 18.4.2016 in Mission Hills (Kalifornien) verstorben

Brian Asawa als Tolomeo in Giulio Cesare

 Geboren am 1. Oktober 1966 in Fullerton bei Los Angeles; er studierte zunächst Klavierspiel, dann Gesang, aber auch Violoncello, in Los Angeles. Er trat dort als Solist in einer katholischen Kirche auf und wurde dann durch Virginia Fox an der University of Santa Cruz, weiter durch Kaye Windings, schließlich durch Jean Randolph in San Francisco ausgebildet. 1991 kam es zu einem ersten Bühnenauftritt des Sängers in San Francisco in der zeitgenössischen Oper »Das verratene Meer« von H.W. Henze. 1992 sang er dort den Hirten in »Tosca« und den Oberon in »A Midsummer Night’s Dream« von Benjamin Britten, 1996 den Orlofsky in der »Fledermaus«, 2000 die Türkenbaba in Strawinskys »The Rake’s Progress« und den Athamas in Händels »Semele«. Er erschien im Konzertsaal in erster Linie in Barockmusik, vor allem in Werken von Monteverdi, aber auch in modernen Vokalwerken. Sein europäisches Debüt erfolgte 1993 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Orpheus von Gluck, wo er dann auch 1994-95 die Rolle der Speranza in »L‘Orfeo« von Monteverdi übernahm. An der Metropolitan Oper New York sang er 1994 die Stimme Apollos in »Death in Venice« von B. Britten und in der Spielzeit 1999-2000 den Tolomeo in Händels »Giulio Cesare«. In Brüssel sang er den Endimione in »La Calisto« von Cavalli, an der Oper von Lyon den Oberon in »A Midsummer Night’s Dream«, am Opernhaus von Köln in der Spielzeit 1995-96 den Arsamene in »Serse« von Händel. 1997 hörte man ihn an der Grand Opéra (Palais Garnier) Paris als Tolomeo in »Giulio Cesare«, bei den Händel-Festspielen von Göttingen als Arsamene in »Serse«, den er auch 1997 an der Oper von Seattle zum Vortrag brachte. 1997 sang er in London (und 1999 an der Oper von Bordeaux) wieder den Tolomeo in »Giulio Cesare«, 1998 am Grand Théâtre Genf den Arsamene in »Serse«, im gleichen Jahr an der Australian Opera Sydney den Nerone in Monteverdis »L‘Incoronazione di Poppea«. 1999 trat er bei den Händel-Festspielen von Halle/Saale in der Titelrolle von Händels »Admeto« auf, 2000 am Théâtre Châtelet Paris als Farnace in Mozarts »Mitridate, Re di Ponto«, an der Australian Opera Sydney als Tolomeo in »Giulio Cesare«. Beim Festival von Beaune hörte man ihn 2000 in der Händel-Oper »Tamerlano«. 2001 gastierte er am Teatro San Carlo Neapel als Oberon in »A Midsummer Night’s Dream« von Benjamin Britten.

Schallplatten: Philips (Oberon in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), RCA (Lautenlieder des 16. Jahrhunderts). Conifer (Arsamene in »Serse«), BMG (»The Dark is my Delight«; Kantaten von A. Scarlatti), RCA/BMG (Lieder von Ned Rorem), Decca/Oiseau Lyre (Farnace in »Mitridate« von Mozart).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.brianasawa.com/

 

Gabriele SIMA ist am 27.4.2016 in Wien verstorben

Gabriele_SIMA

 Geboren am 25. Februar 1955 in Innsbruck; sie absolvierte zunächst ein Gesangsstudium an der Hochschule Mozarteum und setzte ihr Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien fort. 1979 gewann sie den ersten Preis des Maria Callas Wettbewerbs für Lied und Oratorium in Athen, 1980 war sie Preisträgerin des Hugo Wolf Wettbewerbs in Wien. Ab der Spielzeit 1979/80 war sie Mitglied im Opernstudio der Wiener Staatsoper (Debüt am 18. Oktober 1979 als Barbarina in Le nozze di Figaro), ab der Spielzeit 1982/83 wurde sie – zunächst als Sopranistin – Ensemblemitglied. Mitte der 1980er Jahr wechselte sie ins Mezzosopranfach. Bis zu ihrem letzten Auftritt im Haus am Ring am 27. Februar 1999 als Carlotta (Die schweigsame Frau) sang sie hier insgesamt 53 Partien in 599 Vorstellungen. Zu ihren Rollen an der Wiener Staatsoper zählten etwa Cherubino (Le nozze di Figaro), Octavian (Der Rosenkavalier), Orlofsky (Die Fledermaus), Zerlina (Don Giovanni), Rosina (Il barbiere di Siviglia), Annio (La clemenza di Tito), Nicklausse (Les Contes d’Hoffmann) oder Idamante (Idomeneo). Regelmäßig gastierte Gabriele Sima auch an der Volksoper Wien. Weitere Gastengagements führten sie u. a. an die Opernhäuser von München, Berlin und Zürich (u. a. Mozart-Zyklus mit Nikolaus Harnoncourt) sowie zu den Wiener Festwochen, der Schubertiade Hohenems und zum Carinthischen Sommer.

Gabriele Sima wurde am 16. April 1996 mit dem Titel „Österreichische Kammersängerin“ ausgezeichnet. Von 2003 bis 2015 unterrichtete Gabriele Sima Sologesang an der nunmehrigen Musik und Kunst Privatuniversität Wien.

 

Dmytro GNATJUK ist am 29.4.2016 in Kiew verstorben

Dmytro GNATJUK

 Geboren am 28. März 1925 in Starolselje bei Czernowitz (Tschernowzy) in der Bukowina; seine Eltern waren Landarbeiter. Er sang bereits mit sieben Jahren in einem Kinderchor. 1941 erregte er bei einem Amateur-Wettbewerb Aufsehen und sollte in Tschernowzy mit dem Gesangstudium beginnen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte diese Pläne, und so musste er 1944-46 schließlich einen Arbeitseinsatz im Ural leisten. Erst 1946 konnte er in die Ukraine zurückkehren und war zunächst als Chorist bei einer Wanderoper tätig. 1946- 51 kam es dann endlich zur Ausbildung seiner Stimme am Konservatorium von Kiew bei Iwan Sergejewitsch Patorschinsky. Bereits als Student übernahm er einige kleinere Partien am Opernhaus von Kiew (Schewtschenko-Theater), dessen reguläres Mitglied er seit 1951 war. Er gehörte für viele Jahre während seiner gesamten Karriere zu den führenden Kräften dieses Hauses und trat dort u.a. als Papageno in der »Zauberflöte«, als Figaro im »Barbier von Sevilla«, als Rigoletto (seine besondere Glanzrolle), als Germont sr. in »La Traviata«, als Renato in »Un Ballo in maschera« und als Jago im »Otello« von Verdi, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Escamillo in »Carmen«, als Titelheld im »Dämon« von Rubinstein, als Telramund im »Lohengrin«, als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Fürst Igor von Borodin, als Eugen Onegin von Tschaikowsky, als Jeletzky in dessen »Pique Dame«, als Rangoni im »Boris Godunow«, als Mazeppa von Tschaikowsky, als Aleko in der gleichnamigen Oper von Rachmaninoff, als Petrucchio in »Der Widerspenstigen Zähmung« von Schebalin, als Murman in »Abessalom und Eteri« von Paliaschwili und in ukrainischen Opern wie »Taras Bulba« und »Natalka Poltawa« von Lyssenko, »Die Saporosher Kosaken jenseits der Donau« von Gulak-Artemowskij auf. Er gastierte in den russischen Musikzentren und auch im Ausland (Island, Dänemark, Australien, Indien, China, USA), hier vor allem als Konzert- und Liedersänger. 1960 erfolgte seine Ernennung zum Volkskünstler der UdSSR, 1967 erhielt er den Preis der Kommunistischen Jugend Russlands, 1973 den Staatspreis der Ukrainischen Sowjetrepublik, 1977 den Staatspreis der UdSSR, 1974 den Staatspreis der Sowjetrepublik Georgien. Seit 1975 unterrichtete er am Staatlichen Institut für Theaterkunst in Kiew; er inszenierte Opern am dortigen Opernhaus (»Der Barbier von Sevilla«, »Faust«, »Tosca«, »Fürst Igor«, »Der stille Don« von Dserschinski) und am Kindertheater in Kiew. Er übte dazu am Konservatorium von Kiew eine Lehrtätigkeit aus.

Lit: M. Stefanovych: »Dmytro Gnatjuk« (Kiew, 1961).

Schallplattenaufnahmen auf Melodiya.

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