Der Neue Merker

TODESFÄLLE – STAND MÄRZ 2017

TODESMELDUNGEN – Stand März 2017

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

Diane CURRY ist bereits im November 2016 in New York verstorben

Diane Curry

 Geboren am 26. Februar 1938 in White Sulphur Springs (West Virginia); sie studierte am Westminster Choir College und war zunächst als Gesangslehrerin in Westminster und an der Universität von Delaware tätig. Ihre eigentliche Karriere begann 1972 an der New York City Opera (Debüt: Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«), an der sie dann bis 1981 regelmäßig zu hören war. Dort trat sie u.a. als Annina im »Rosenkavalier«, als Berta im »Barbier von Sevilla«, als Emma Jones in »Street Scene« von K. Weill, als Magdalena in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, als Mary in »Der fliegende Holländer«, als Neris in Cherubinis »Medea«,  als Olga im »Eugen Onegin«, Dryade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als 2. Dame in der »Zauberflöte«, Giovanna in »Rigoletto«, Alisa in »Lucia di Lammermoor«, als Geneviève in »Pelléas et Mélisande«, als Ottavia in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi, als Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell, als Madelon in »Andrea Chénier« von Giordano, als Fata Morgana in Prokofjews »L’Amour des trois oranges«, als Suzuki in »Madame Butterfly«, als Cornelia in Händels »Giulio Cesare« und als Carmen auf und wirkte in den Premieren von H.W. Henzes »Der junge Lord« (als Frau von Hufnagel), Bellinis »I Puritani« (als Enrichetta), E.W. Korngolds »Die tote Stadt« (als Brigitta) und Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in Patria« (als Fortuna) mit. 1976 sang sie in Philadelphia in der Uraufführung von Gian Carlo Menottis Oper »The Hero« die Partie der Mildred Murphy. Sie kehrte bis 1995 regelmäßig nach Philadelphia zurück und sang dort die Geneviève, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«, die Frugola in Puccinis »Il Tabarro«, die Principessa in dessen »Suor Angelica« und die Zita in »Gianni Schicchi«. 1979 debütierte sie am Opernhaus von St. Louis (als Stimme in Ottorino Respioghis »Lucrezia«) und an der Lyric Opera Chicago (als Madelon). Sie kehrte regelmäßig an die Lyric Opera Chicago zurück und sang dort die Federica in »Luisa Miller« von Verdi (1982), die Katisha in »The Mikado« von Gilbert & Sullivan (1983) und die Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli (1987). 1981-86 wirkte sie bei den Aufführungen des Ring-Zyklus in Seattle als Fricka (im »Rheingold« und in der »Walküre«) sowie als Waltraute und als 2. Norn (in der »Götterdämmerung«) mit. 1989 sang sie als erste Partie an der Metropolitan Oper New York die Amme in der Richard Strauss-Oper »Die Frau ohne Schatten«. Bis 2003 sang sie hier in insgesamt 19 Vorstellungen auch die Schenkenwirtin in »Boris Godunow«, die Mutter der Fünfzehnjährigen in »Lulu« von A. Berg, das Dienstmädchen in »Krieg und Frieden« von Prokofjew und die Tante in »Jenufa« von Janácek. 1990 gastierte sie als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera« an der Oper von San Francisco. Dazu entfaltete sie eine lebhafte Gastspieltätigkeit, die sich auch auf Europa erstreckte. 1976 sang sie bei den Festspielen von Spoleto die Bianca in B. Brittens »The Rape of Lucretia«. 1977 trat sie am Theater von Graz und am Teatro Massimo Palermo auf, 1983 am Teatro Comunale Florenz. In den Jahren 1984-88 bestand ein Gastvertrag mit der Deutschen Oper Berlin, an der sie u.a. in Aufführungen des Nibelungenrings mitwirkte. Dazu gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg, am Theater von Bonn (1989-90) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1989 als Mrs. Quickly), am Grand Théâtre Genf (1990 als Amme in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas und 1991 als Edvige in Rossinis »Wilhelm Tell«), an der Oper von Nizza (1990 als Ulrica), in Amsterdam, am Teatro Comunale Bologna (1991 als Ulrica) und an der Oper von Rom (1991 in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc). 1992 gastierte sie am Théâtre Châtelet Paris als Mutter in Dallapiccolas »Il Prigioniero«, an der Oper von Marseille wieder als Amme in der »Frau ohne Schatten«. 1996 sang sie am Teatro Filarmonico in Bergamo die Mère Marie in Poulencs »Dialogues des Carmélites« (in einer Gedächtnisvorstellung für den verstorbenen Dirigenten Gianandrea Gavazzeni). Sie setzte dabei jedoch ihre Karriere auch in den USA weiter fort. Sie gab Gastspiele an der Oper von San Diego (1978), bei der Canadian Opera Company (1982 als Mrs. Quickly), an der Cincinnati Opera (1985 als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns) und an der Oper von Dallas (1990). In ihrem sehr umfassenden Repertoire für die Bühne fanden sich noch Partien wie die Amneris in »Aida«, die Meg Page im »Falstaff« und die Laura in »La Gioconda«. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin kam sie zu einer bedeutenden Karriere.

Schallplatten: Telarc (Alt-Solo im Verdi Requiem), Philips (Verdi-Requiem, »Porgy and Bess«).

 

Anton NANUT ist am 13.1.2017 in Šempeter pri Gorici (Slowenien) verstorben

Anton_Nanut

 Biographie des am 13. September 1932 in Kanal (damals Königreich Italien, nunmehr Slowenien) geborenen slowenischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Anton_Nanut 

 

Stanislaw SKROWACZEWSKI  ist am 21.2.2017 in St. Louis Park verstorben

Stanislaw Skrowaczewski

Geboren am 3. Oktober 1923 in Lemberg, damals Teil der Zweiten Polnischen Republik; er erlernte als Kind Geige und Klavier. Im Alter von elf Jahren debütierte er als Pianist und machte sich schnell einen Namen. Mit dreizehn dirigierte er erstmals ein Orchester. Eine im Zweiten Weltkrieg erlittene Handverletzung beendete seine Pianistenkarriere. Nach dem Krieg wurde er 1946 Musikdirektor der Breslauer Philharmonie. Dann folgten Chefposten in Warschau, Katowice und Krakau. Schließlich wurde er Chefdirigent des Warschauer Nationalorchesters. Nach seiner Ausbildung an der Musikakademie Krakau in Polen setzte er seine Kompositionsstudien in Paris bei Nadia Boulanger fort. Im Jahre 1956 gewann er den Santa Cecilia Wettbewerb für Dirigenten. Auf Einladung von George Szell dirigierte Skrowaczewski das renommierte Cleveland Orchestra. Gastdirigate bei anderen amerikanischen Orchestern wie etwa dem New York Philharmonic folgten. 1960 wurde er zum Musikdirektor des Minneapolis Symphony Orchestra ernannt. Dieses prägte ihn maßgeblich bis zum Jahre 1979; als herausragend gilt seine Einspielung von Ravels Boléro aus dem Jahre 1975, die 2003 noch einmal in technisch überarbeiteter Version auf Super-Audio-CD veröffentlicht wurde. Seit dieser Zeit war er Ehrendirigent des Orchesters. 1984-91 war er Chefdirigent des Hallé Orchestra. Als Gastdirigent erhielt er regelmäßig Einladungen nach Nord- und Südamerika, Australien, Japan und in zahlreiche Städte Europas. Seit dem Jahre 1994 war er Erster Gastdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters (RSO) Saarbrücken beziehungsweise der heutigen Deutschen Radio Philharmonie. Mit dem RSO Saarbrücken spielte er sämtliche Sinfonien Anton Bruckners ein und erhielt dafür im Jahre 2002 den Cannes Classical Award. Im Frühjahr 2007 wurde die Einspielung aller Beethoven-Sinfonien, die den Diapason d‘or erhielt, abgeschlossen. Außerdem veröffentlichte er Gesamtaufnahmen der Sinfonien von Robert Schumann mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester (RSO) Saarbrücken und von Johannes Brahms mit der Deutsche Radio Philharmonie. Unter anderem spielte er auch mit Ewa Kupiee als Solistin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester (RSO) Saarbrücken die beiden Klavierkonzerte von Fréderic Chopin auf CD ein. Mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester (RSO) Saarbrücken beziehungsweise der heutigen Deutschen Radio Philharmonie nahm er auch eigene Werke auf CD auf wie die Fantasie per flauto ed orchestra „Il piffero della notte“ mit Roswitha Staege als Solistin, das Kammerkonzert (Ritornelli poi ritornelli) (Chamber Concerto), das Konzert für Klarinette und Orchester mit Richard Stoltzman als Solisten, Music at night, die Passacaglia immaginaria und die Symphony in memory of Ken Dayton. Skrowaczewski starb im Alter von 93 Jahren im Methodist Hospital in St. Louis Park, Minnesota.

Skrowaczewski, der bereits im Kindesalter mit dem Komponieren begonnen hatte, wurde für seine Komposition Passacaglia Immaginaria für den Pulitzerpreis im Jahre 1997 nominiert, ebenso wie für das von ihm komponierte Konzert für Orchester im Jahre 1999. Für seine Arbeit als Musiker erhielt er unter anderem die höchste polnische Auszeichnung, den Orden vom Weißen Adler und die Goldmedaille der Mahler-Bruckner-Gesellschaft. Am 6. November 2015 wurde er nach einem Konzert mit der Deutschen Radio Philharmonie in Saarbrücken zum Ehrendirigenten des Orchesters ernannt.

 

Sonja KNITTEL ist am 23.2.2017 in Oberasbach bei Nürnberg verstorben

Knittel, Sonja - Sopran

Geboren am 11. April 1926 in Wien; sie debütierte 1947 am Theater von Solothurn und wurde 1949 an das Stadttheater (Opernhaus) von Zürich verpflichtet. Hier sang sie Soubrettenpartien aus dem Bereich der Oper wie der Operette, verlegte sich aber zunehmend auf das Gebiet der Operette. 1951 wurde sie an die Wiener Staatsoper berufen, die damals auch die Volksoper als Ausweichquartier bespielte, an der Knittel bis 1954 auftrat (als Adele in der »Fledermaus«, als Fiammetta im »Boccaccio« von Fr. von Suppé, als Wally in »Tausend und eine Nacht« von J. Strauß, als Anita in »Giuditta« von Fr. Lehár, als Arsena im »Zigeunerbaron«, als Pepi im »Wiener Blut«, als Esmeralda in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Ännchen im »Freischütz«, als Hortense im »Opernball« von R. Heuberger, als Briefchristl im »Vogelhändler« von C. Zeller, als Molly in Millöckers »Der arme Jonathan«, als Valencienne in Lehárs »Die lustige Witwe«, als Paquita in »Giroflé-Giroflá« von Charles Lecocq, als Marie in Lortzings »Zar und Zimmermann«, als Juliette in Lehárs »Der Graf von Luxemburg« und als Helena in »Polenblut« von O. Nedbal). 1954 wirkte sie in dem österreichischen Spielfilm »Das Licht der Liebe« mit. Sie wechselte dann von Wien 1954 an das Stadttheater (Opernhaus) von Nürnberg, dem sie bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1985 angehörte. Sie wurde zur gefeierten Operettendiva am Opernhaus Nürnberg. Sie sang hier nahezu alle großen Operettenrollen, unter anderem Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«, Angèle Didier in Lehárs »Der Graf von Luxemburg«  Laura in Millöckers »Der Bettelstudent«, Kurfürstin Marie im »Vogelhändler« von C. Zeller, Sylva Varescu in Kálmáns »Die Csárdásfürstin«, die Rössl-Wirtin Josepha Vogelhuber in Bentzkys »Im Weißen Rössl«, sowie die Titelrollen in den historischen Operetten »Madame Pompadour« von Leo Fall und »Die Dubarry« von Karl Millöcker. Außerdem übernahm sie in Nürnberg die Titelrolle in den Operette »Die gold’ne Meisterin« von Edmund Eysler. 1955 wirkte sie in Nürnberg in der Uraufführung der Operette »Das Bad auf der Tenne« von Friedrich Schröder mit. Ab Ende der 1970er Jahre gehörte die Iduna Obolski in der Musikalischen Komödie »Feuerwerk« von Paul Burkhard zu ihren Glanzrollen. Mit dieser Rolle feierte sie 1979 ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum am Opernhaus Nürnberg. In Opernrollen wurde Knittel in Nürnberg nur relativ selten eingesetzt. Von ihren Opernpartien ist noch die Papagena in der »Zauberflöte« zu nennen. 1973 sang sie die Drusilla in »Die Krönung der Poppea« von Claudio Monteverdi. Knittel erwies sich in kleinen Rollen auch als Interpretin der Modernen Musik. 1961 wirkte sie in Nürnberg in der deutschen Erstaufführung von Kurt Weills »Lost in the Stars« (»Der weite Weg«) mit. Sie sang eine der drei Huren in »Wir erreichen den Fluss« von Hans Werner Henze (Spielzeit 1981/82) und die Hausfrau in »Baal« von Friedrich Cerha (Spielzeit 1983/84). Im März 1985 gab sie mit der Titelrolle in der Operette »Gräfin Mariza« von E. Kálmán ihre Abschiedsvorstellung am Nürnberger Opernhaus. 1987 wurde sie zum Ehrenmitglied des Hauses ernannt. Anlässlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft trat sie im Januar 1987 nochmals als Kurfürstin Marie in der Operette »Der Vogelhändler« auf. Sie litt in den letzten Jahren vor ihrem Tode an zunehmender Altersdemenz. Sie lebte pflegebedürftig zeitweise in der geschlossenen Abteilung in einem Altenheim in Fürth. Sie starb nach langer Krankheit im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in einem Nürnberger Vorort. Sie war verheiratet mit dem Operettensänger Rudolf Rock, der 1947 am Raimund-Theater Wien debütierte, 1948-51 am Stadttheater Zürich, 1952-54 am Theater von Graz und seit 1954 bis zum Ende seiner Bühnenkarriere 1979 zusammen mit seiner Gattin in Nürnberg wirkte.

Für den Rundfunk nahm Sonja Knittel zahlreiche Operetten auf. So sang sie 1954 gemeinsam mit Fred Liewehr für den ORF die Rolle der Angele Didier in einer Gesamtaufnahme der Operette »Der Graf von Luxemburg«. Sie wirkte beim Österreichischen Rundfunk auch in Gesamtaufnahmen der Operetten »Rund um die Liebe« von Oscar Straus (1954; als Komtesse Stella), »Liebe im Schnee« von Ralph Benatzky (1962; als Prinzessin Gertrud) und »Künstlerblut« von Edmund Eysler (1963; als Soubrette Nelly Leissner) mit. Beim Bayerischen Rundfunk sang sie 1964 die Prinzessin Helene (Nené) in einer Produktion des Singspiels »Sissy« von Fritz Kreisler. Als Partnerin von Heinz Hoppe sang sie häufig gemeinsam Operetten-Duette für die Schallplattengesellschaften Polydor und Telefunken. Weitere Schallplatten von Sonja Knittel finden sich bei Elite Special (Duette mit Max Lichtegg) und Donauland (Operettenszenen). Das durch Rundfunkaufnahmen und Schallplatten überlieferte musikalische Werk von Sonja Knittel wurde in den letzten Jahren teilweise auch auf CD wiederveröffentlicht.

Kurt MOLL ist am 6.3. in Köln gestorben

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Kurt Moll verfügte über eine wunderbar samtene Bass-Stimme, die ihn von seinen grossen Kollegen Gottlob Frick und Josef Greindl unterschied. Aber die Art wie er sang, begeisterte den Zuhörer. Er liess die Stimme einfach strömen ohne zu forcieren. Dazu kam eine ungemein hohe Wortdeutlichkeit und eine grosse Persönlichkeit auf der Bühne. In seiner Leibrolle als Ochs verstand er es wunderbar, das für einen aus dem Westen Deutschlands kommenden so schwierige wienerische Idiom umzusetzen. Nur mit dem „Safensiader“ im 3. Akt hatte er seine liebe Not und es war direkt rührend zu beobachten, wie er fast in jeder Vorstellung einen „Anlauf“ nahm, um das für einen Nichtwiener offenbar unaussprechliche Wort doch einmal hinzubringen.     (Heinrich Schramm-Schiessl)

Ausführlicher Nachruf in der nächsten Ausgabe

Alberto ZEDDA ist am 6.3. in Pesaro gestorben

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Der 1928 in Mailand geborene Alberto Zedda galt als Spezialist für die Werke Rossinis und war im Laufe seiner Karriere u. a. künstlerischer Leiter des Rossini Opera Festivals und musikalischer Direktor des Festival della Valle d’Itria; weitere Stationen seiner internationalen Karriere führten ihn u. a. an die Deutsche Oper Berlin, die New York City Opera, nach London, Paris, Bordeaux. In seiner Tätigkeit als Musikwissenschaftler war er u. a. Mitherausgeber der historisch-kritischen Rossini-Neuedition.

Ausführlicher Nachruf in der nächsten Ausgabe

 

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