Der Neue Merker

TODESFÄLLE – Stand März 2016

TODESFÄLLE

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

Jayne CASSELMAN ist am 3.2.2016 in Phoenix (Arizona) verstorben

Jayne CASSELMAN als Salome
Als Salome

 Geboren am 8. Dezember 1955 in Sioux City (Iowa); ihre Mutter war Dirigentin eines Kirchenchores in den USA. Sie studierte Musik an der Universität von Kansas City und ließ ihre Stimme durch die Pädagogin Inci Bashar ausbilden. 1984 kam sie nach Deutschland, und zwar als Lehrerin an eine Musical-Schule in Hamburg. 1984 wurde sie an das Pfalztheater in Kaiserslautern verpflichtet, dessen Mitglied sie für neun Jahre, bis 1993, blieb. Sie sang dort eine Vielzahl von Partien, darunter die Dorabella in »Così fan tutte«, den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, den Orpheus von Gluck, die Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Orlofsky in der »Fledermaus«, die Carmen, die Cenerentola von Rossini, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Nancy in »Albert Herring« von B. Britten, die Concepcion in »L’Heure espagnole« von Ravel und die Marina im »Boris Godunow«. Sie wechselte dann allmählich vom Mezzosopran- ins Sopranfach und sang jetzt die Alice Ford im »Falstaff« von Verdi, die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Titelrolle in »Vanessa« von S. Barber. 1993-95 war sie Mitglied des Staatstheaters Kassel; hier übernahm sie jetzt Partien wie die Senta in »Der fliegende Holländer«, die Agathe im »Freischütz«, die Butterfly, die Mathilde in »Enrico« von Manfred Trojahn, die Salome von R. Strauss und die Sieglinde in der »Walküre«. 1995 wurde sie an das Opernhaus von Dortmund verpflichtet, an dem sie als Kundry im »Parsifal«, als Rachel in »La Juive« von Halévy, als Cassandre wie als Didon in »Les Troyens« von Berlioz und als Leonore in Verdis »La forza del destino« ihre Erfolge hatte. 1997 gastierte sie am Nationaltheater Mannheim wie an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg als Kundry und als Salome, am Staatstheater Darmstadt als Senta wie als Leonore im »Fidelio«, 1997 im Palacio de las Bellas Artes in Mexico City (wie zuvor in Berlin und Leipzig) in den »Gurreliedern« von A. Schönberg. Am Opernhaus der Stadt Bonn hörte man sie 1997-98 als Brünnhilde in der »Walküre« und in der Titelrolle der Oper »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. 1999 sang sie am Staatstheater von Karlsruhe die Els im »Schatzgräber« von Franz Schreker, am Opernhaus der Stadt Bonn die Brünnhilde im »Siegfried«, am Nationaltheater Mannheim 1999 die Brünnhilde in der »Walküre«, 2000 auch im »Siegfried«. 2000 trat sie am Staatstheater Karlsruhe als Isolde in »Tristan und Isolde«, an der Oper von Philadelphia als Salome von R. Strauss, am Nationaltheater Mannheim jetzt als Brünnhilde in der »Götterdämmerung«. 2011 sang sie bei den Wagner Festspielen von Wels die Isolde. Die Künstlerin lebte in Deutschland, widmete sich auch der Weiterbildung junger Künstler und richtete zu diesem Zweck den Kulturhof Huthmacher in Dierbach ein. Als Casselman an ALS erkrankte und die Krankheit sie immer mehr einschränkte, kehrte sie in ihre Heimat zurück, wo sie nun im Alter von 60 Jahren an den Folgen der Krankheit verstarb.

 

Saulius SONDECKIS ist am 3.2.2016 verstorben

Saulius SONDECKIS

 Geboren am 11. Oktober 1928 in Šiauliai (Litauen); sein Vater war Jackus Sondeckis (1893–1989), Bürgermeister von Šiauliai. Seine Mutter Rozalija Sondeckienė (1897-1952) lehrte am Jungengymnasium Šiauliai. 1935-44 lernte Saulius Sondeckis am Julius-Janonis-Gymnasium Šiauliai, 1946-47 an der Mittelschule in Vilnius. 1947-52 absolvierte er ein Diplomstudium an der Litauischen Musik- und Theaterakademie bei dem Geiger Aleksandras Livontas. 1952-59 lehrte Sondeckis am Juozas-Tallat-Kelpsa-Konservatorium Vilnius, ab 1955 an der Nationalen Mikalojus-Konstantinas-Ciulionis-Kunstschule und ab 1957 am LSSR-Konservatorium. 1957-60 absolvierte er im Fernstudium die Aspirantur am Konservatorium in Moskau. 1960 gründete Sondeckis das Litauische Kammerorchester in Vilnius und leitete es bis 2004. Ab 1977 lehrte er als Professor am Litauischen Konservatorium und 1959-87 leitete er den Lehrstuhl für Streichinstrumente des Konservatoriums in Vilnius. Ab 1989 leitete Sondeckis das Orchester Camerata Sankt Petersburg und ab 2005 das Kammerorchester Kremerata Baltica. Ab 2004 war er Gastdirigent des Kammerorchesters Moskauer Virtuosen. Sondeckis war Mitglied der Herbert-von-Karajan-Stiftung und Jury-Mitglied zahlreicher Musikwettbewerbe in Litauen sowie im Ausland (Salzburg, Moskau und Parma). Er war Dirigent beim Schleswig-Holstein Musik Festival. 2010 wurde das Konservatorium Šiauliai nach Sondeckis Namen umbenannt. Ab 2004 war Sondeckis Mitglied der Partei Lietuvos socialdemokratu partija. Saulius Sondeckis war zweimal verheiratet. 1963 wurde er geschieden und hatte den Sohn Saulius Sondeckis junior (* 1954). Er ist ehemaliger Direktor des Fernsehsenders LRT televizija Unternehmer in der litauischen Hauptstadt Vilnius. 1967 wurde Saulius Sondeckis mit Cellistin und Professorin Silvija Sondeckienè (* 1942) verheiratet. Beide Söhne sind Musiker und leben im Ausland. Vytautas Sondeckis (* 1972) ist stellvertretender Solo-Cellist beim NDR Sinfonieorchester. Paulius Sondeckis ist Geiger und lebt in Österreich. Saulius Sondeckis‘ Grab befindet sich im Friedhof Antalkalnis, Vilnius.

 

Ulf SÖDERBLÖM ist am 4.2.2016 in Helsinki verstorben

Ulf SÖDERBLÖM

 Geboren am 5. Februar 1930 in Turku; er studierte 1950-53 zunächst an der Abo Akademi in seiner Heimatstadt. Mit seinem Dirigierstudium 1954-56 an der Wiener Musikakademie bei Hans Swarowsky erreichte er sein Kapellmeisterdiplom. Danach war sein Wirken eng verknüpft mit der Finnischen Nationaloper, als Dirigent von 1957 bis 1973, dabei von 1970 bis 1973 als Künstlerischer Leiter, danach bis 1993 als Chefdirigent. Seit 1967 dirigierte er auch beim Opernfestival von Savonlinna. 1965-68 leitete er die Dirigierklasse an der Sibelius-Akademie. Außerdem war er Künstlerischer Leiter des Helsinki Philharmonic Orchestra 1978-79 und der Sinfonia Lahti 1984-87. Durch seine Tätigkeit an der finnischen Nationaloper hat Söderblom zahlreiche zeitgenössische finnische Opern uraufgeführt, darunter solche von Sallinen, Kokkonen, Heininen und Bergman. Söderblom hat zahlreiche Tonaufnahmen eingespielt; vier davon wurden als Schallplatte des Jahres in Finnland ausgezeichnet. 1973 erhielt er den Orden Pro Finlandia, 1977 den finnischen Staatspreis in Musik, 1988 den Madetoja-Preis und im Jahr 2001 den Erik-Bergman-Preis.

 

Elena RIZZIERI ist am 17.2.2016 in Rom verstorben

ElenaRizzieri

 Geboren am 6. Oktober 1922 in Grignano Polesino bei Rovigo; sie wurde am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig ausgebildet und war Schülerin von Gilda dalla Rizza. 1945 fand ihr Bühnendebüt am Teatro Fenice von Venedig als Marguerite im »Faust« von Gounod statt. Sie hatte ihre großen Erfolge in Partien wie der Liu in »Turandot«, der Mimi in »La Bohème« und der Titelheldin in »Manon« von Massenet. 1948 sang sie bei den Festspielen von Verona. 1948 kam sie an die Mailänder Scala, wo sie als Lucieta in »I quattro Rusteghi« von E. Wolf-Ferrari ihr Debüt hatte. Seitdem war sie immer wieder an der Scala erfolgreich (u.a. 1952 als Traviata und als Susanna in »Le nozze di Figaro«, 1953 als Manon von Massenet und 1958-59 als Elena in Nino Rotas »Il Cappello di Paglia dio Firenze«). Gastspiele brachten ihr an vielen italienischen Bühnen von Rang, in Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland bedeutende Erfolge ein. Am 4.5.1949 sang sie beim Maggio Musicale von Florenz in der Uraufführung der Oper »Vanna Lupa« von Pizzetti, am 26.2.1958 an der Oper von Rom in der von »Il Tesoro« von Jacopo Napoli. 1953 Gastspiel in Dublin als Butterfly, 1955-56 sang sie bei den Festspielen von Glyndebourne die Susanna in »Le nozze di Figaro«, 1956 auch die Despina in »Così fan tutte«. 1957 bewunderte man in Paris, 1959 in der Royal Festival Hall in London ihre Gestaltung der Serpina in »La Serva padro na« von Pergolesi.

Schallplatten: Cetra (»Martha« als Partnerin von Ferruccio Tagliavini, »Il segreto di Susanna« von Wolf- Ferrari, »I Zingari« von Paisiello), HMV (»Il Filosofo di Campagna« von Galuppi), MRF (»Il Crescendo« von Cherubini).

 Ove Verner HANSEN ist am 20.2.2016 in Gentofte verstorben

Ove Verner Hansen

 Geboren am 20. Juli 1932 in Helsingør; er war der Sohn des Modelltischlers Evald Verner Hansen († 1973) und seiner Frau Anna Thora Nielsen († 1993) und wuchs in Helsingør auf der Insel Seeland (Sjælland) auf. Sein Vater war Inhaber einer Tischlerei und sang im Kirchenchor des Doms zu Helsingør; später brachte er auch seinen Sohn in den Chor. Nach seinem Schulabschluss nahm Ove Verner Hansen in Helsingør eine Ausbildung zum Bürofachmann auf und arbeitete anschließend auch als Matrose, Holzfäller, Bergarbeiter sowie Sanitäter. Mit 26 Jahren kam er 1958 in den Rundfunkchor von Danmarks Radio. Auf Grund einer Empfehlung ging er an die Det kgl. Teaters Operaskole, die Opernschule des Königlichen Theaters in Kopenhagen, und absolvierte dort eine Ausbildung zum Opernsänger. 1960 trat Hansen erstmals als Mitglied des Opernchors am Königlichen Theater auf; 1963 gab er dort sein Debüt als Solist in der Rolle des Osmin in Mozarts Die Entführung aus dem Serail. Er bekam anschließend eine feste Anstellung und war viele Jahre lang der führende Bass-Buffo am Haus. Er verkörperte unter anderem den Leporello in Don Giovanni und den Rendegarn in Ein Sommernachtstraum. Bis zu seiner Pensionierung 1987 war Hansen als Opernsänger und Theaterschauspieler am Königlichen Theater angestellt. Er war auch an vielen anderen skandinavischen Theater- und Opernhäusern als Sänger und Schauspieler tätig bzw. hatte dort entsprechende Gastauftritte. Er betätigte sich daneben als Sänger und trat in einigen Fernsehshows auf. Etliche seiner vielseitigen musikalischen Werke wurden auf Schallplatte veröffentlicht. Hansen wirkte ebenso in mehreren diversen Fernsehproduktionen und Kinofilmen mit. Durch sein auffallendes komödiantisches Talent wurde er vom dänischen Regisseur Erik Balling entdeckt und spielte in einigen seiner Filme mit. Seine im deutschsprachigen Raum bekannteste Rolle dürfte die des Bösewichtes und „dummen Schweins“ in den Olsenbandenfilmen sein, die er – nach zwei kleineren Rollen im vierten und fünften Film – seit dem sechsten Teil Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande verkörperte. Außerdem spielte er in einigen Filmen des norwegischen Remakes der Olsenbande die gleiche Rolle. Damit hält er unter allen beteiligten Schauspielern den Rekord mit 16 Olsenbandenfilmen. Im dänischen Originalton wird er „Bøffen“ und in der norwegischen Fassung der Olsenbande „Biffen“ genannt, zu Deutsch Boulette, wohl aufgrund seiner Statur. Er stellte in den Filmen immer den Handlanger der mächtigen Widersacher der Olsenbande dar. Mit Ove Verner Hansen wurde auch im vierzehnten norwegischen Olsenbande-Film Olsenbandens siste stikk, ein Auftritt in der Rolle als „Biffen“ bzw. „Dummes Schwein“ gedreht. Aufgrund der Länge des Films wurde sein Part allerdings wieder herausgeschnitten; er ist daher in der Endfassung nicht zu sehen. Bei dem dänischen Original Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande blieb die Rolle des „dummen Schweins“ von Ove Verne Hansen dagegen als Bestandteil des Films erhalten. Des Weiteren betätigte er sich in seiner Freizeit als Hobbykoch und schrieb mehrere Bücher zum Thema Kochen und etliche Kochbücher. Er hatte auch als Fernsehkoch im dänischen Fernsehen regelmäßig Auftritte. Ove Verner Hansen war seit dem 11. Dezember 1960 mit Birthe Hansen verheiratet. Er starb nach kurzer Krankheit während eines Aufenthaltes im Krankenhaus Gentofte bei Kopenhagen im Alter von 83 Jahren an Herzversagen.

 

Pascal BENTOIU ist am 21.2.2016 in Bukarest verstorben

Pascal BENTOIU

 Geboren am 22. April 1927 in Bukarest; er studierte am Konservatorium in Bukarest bei Mihail Jora Komposition, betrieb 1953-56 folkloristische Studien und widmete sich anschließend ausschließlich der Komposition. Er schrieb Orchestermusik, Kammermusik, Opern, Klaviermusik und Lieder. Pascal Bentoiu war außerdem Musikwissenschaftler, der sich intensiv mit dem Leben und Werk von George Enescu beschäftigte und ein Standardwerk über den Komponisten herausgab. Nach dem Sturz des Regimes in Rumänien wurde er 1990 der erste Präsident des rumänischen Komponistenverbandes. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

 

Marialuisa JASKA ist am 24.2.2016 in Mistelbach verstorben

Marialuisa JASKA in Schwanensee
In Schwanensee

 Sie wurde am 2. April 1954 in Wien geboren; 1969 in das Wiener Staatsopernballett aufgenommen, avancierte sie 1982 zur Solotänzerin, 1990 zur Ersten Solotänzerin. 1995 wurde sie auch mit den Aufgaben der Probenleitung betraut. Marialuise Jaska gehörte bis

1998 dem Wiener Staatsopernballett an. Nach erstem Studium bei Irene Steiner, waren Mattlyn Gavers und Edeltraud Brexner ihre Lehrerinnen an der Ballettschule der Wiener Staatsoper. Ihre wichtigste Pädagogin im Ausland war Marika Besobrasova. Nachdem sie schon früh mit Solopartien im Staatsopernballett betraut worden war, ging sie in der Saison 1973-74 zu Patricia Neary an das Grand Théâtre de Genève, wo sie vor allem im Balanchine-Repertoire eingesetzt wurde. An die Wiener Staatsoper zurückgekehrt, waren es ihre unverwechselbare Persönlichkeit und ihre Offenheit für stilistische Herausforderungen, die Choreographen immer wieder dazu bewogen, Rollen für sie zu kreieren: Ruth Berghaus in Orpheus, Fred Howald in Valse triste, Erich Walter in Rondo und Der Golem, Bernd R. Bienert in Radz-Datz, Jochen Ulrich in An-Tasten und Tantz-Schul, Manfred Aichinger in Die Hände der Töpferin und Die Zeit, die ist … sowie Renato Zanella in Movements. Zu ihrem außergewöhnlich großen und vielgestaltigen Repertoire zählten weiters: Odette/Odile in Schwanensee, Königin der Dryaden und Straßentänzerin in Don Quixote, Erste Hoftänzerin und Carabosse in Dornröschen, alle in der Choreographie von Rudolf Nurejew, Carabosse in Peter Wrights Dornröschen, Myrtha sowohl in Alicia Alonsos als auch in Elena Tschernischovas Giselle, Lescauts Geliebte in Kenneth MacMillans Manon, Diana in László Seregis Sylvia, Hippolyta/Titania in Ein Sommernachtstraum, Potiphars Weib in Josephs Legende, Dona Ana in Don Juan, Lykainion in Daphnis und Chloe und die Titelrolle in Der Feuervogel, alle in der Choreographie von John Neumeier, sowie das Mädchen in Uwe Scholz’ Der wunderbare Mandarin. Außerdem tanzte sie Hauptpartien in George Balanchines Die vier Temperamente, Serenade, Divertimento No. 15, Symphonie in C und Liebeslieder Walzer, Hans van Manens Adagio Hammerklavier, Twilight, Grand Trio, 5 Tangos und Große Fuge, Rudi van Dantzigs Letzte Lieder, Jirí Kyliáns Wiegenlied und Rückkehr ins fremde Land. Wichtig wurden für Marialuise Jaska auch Rekonstruktionen von Werken des Ausdruckstanzes, unter anderem Der Tod und das Mädchen von Grete Wiesenthal, Jeanne d’Arc von Rosalia Chladek sowie Nixe und Sphinx von Gertrud Bodenwieser. Am 28. Juni 1998 gab Marialuise Jaska mit dem Rosenkavalier-Konzertwalzer (Choreographie: Renato Zanella) ihre Abschiedsvorstellung an der Wiener Staatsoper. Gastauftritte führten sie nach Havanna, Hamburg, London und zum Festival delle Nazioni in Città di Castello. In Köln kreierte sie die Rolle der Gräfin Geschwitz in Jochen Ulrichs Lulu. Für die Probebühne der Wiener Staatsoper schuf sie 1989 ihre erste Choreographie, H(alb)traum (Musik: Werner Pirchner). Weitere choreographische Arbeiten entstanden für die Vereinigung Wiener Staatsopernballett. 1998 studierte sie Renato Zanellas Movements für das Ballet de l’Opéra National du Rhin ein. 1998-2000 war Marialuise Jaska Leiterin des Tanztheaters des Tiroler Landestheaters, für das sie Alma * Die Suche nach dem Ich (1998, Musik: Collage), Strauß, Strauß nur du allein (1999, Musik: Johann Strauß u. a.), Liebe, Macht und Leidenschaft (2000, Musik: Collage) choreographierte. Eine Rückkehr zur Bühne erfolgte 2012 beim steirischen herbst in Doris Uhlichs Come Back, 2014 kreierte sie eine Partie in Darrel Toulons Die Liebe einer Königin an der Oper Graz. Marialuise Jaska war Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst.

 

Otto-Werner MUELLER ist am 25.2.2016 in Charlotte (North Carolina) verstorben

Otto-Werner MUELLER

 Geboren am 23. Juni 1926 in Bensheim; er studierte am Musischen Gymnasium in Frankfurt/Main Dirigieren und Komponieren, Klavier, Trompete und Violine. 1945 wurde er Direktor der kammermusikalischen Abteilung von Radio Stuttgart und gründete den Kammerchor von Radio Stuttgart, den er auch dirigierte. 1949 wurde er Opern- und Operettendirigent am Heidelberger Theater. 1951 emigrierte er nach Kanada. Dort arbeitete er zunächst als Korrepetitor, später als Dirigent für die CBC, wo er insbesondere an den Sendungen CBC Wednesday Night und L’Heure du concert mitwirkte. Später nahm Mueller Unterricht bei Igor Markevitch in Mexiko und gewann 1958 den zweiten Preis beim panamerikanischen Dirigentenwettbewerb. Im selben Jahr wurde er Chorleiter der Opernklasse am Conservatoire de musique du Québec. 1963 gründete er die Victoria School of Music, die er bis 1965 leitete. Zur selben Zeit wurde er auch Dirigent des Victoria Symphony Orchestra. Als Gastprofessor am Moskauer Konservatorium unterrichtete er u. a. Maxim Schostakowitsch und Rudolf Barschai. Seine Aufführung des Barbier von Sevilla für das CBC Fernsehen gewann 1965 in den USA einen Emmy-Award als beste ausländische Produktion. 1967 übersiedelte Otto-Werner Mueller in die USA. Im Folgejahr und 1970 unternahm er Tourneen durch die Sowjetunion, wo er u. a. in Moskau, Leningrad und Riga auftrat. Er wirkte dann als Dirigent in Nordamerika und arbeitete als Gastdirigent u. a. mit dem Schottischen Nationalorchester und der Warschauer Philharmonie. Mueller dirigierte die Uraufführungen mehrerer Werke kanadischer Komponisten, darunter André Prévosts Pyknon (1966) und Diallèle, Sophie-Carmen Eckhardt-Gramattés Symphony-Concerto und Malcolm Forysths 2. Sinfonie. Als langjähriger Dirigierlehrer und Orchestererzieher baute er sich u. a. an der University of Wisconsin in Madison, der Musikschule der Yale University in New Haven, der Juilliard School of Music in New York und am Curtis Institute in Philadelphia einen weithin respektierten Ruf auf. Zu seinen Absolventen gehören u. a. der Musikdirektor der New Yorker Philharmoniker Alan Gilbert, der estnische Dirigent Paavo Järvi und der deutsche Dirigent Jens Georg Bachmann.

 

Eri KLAS ist am 26.2.2016 verstorben

Eri KLAS

 Geboren am 7. Juni 1939 in Tallinn; er wurde durch seine Mutter Anna Klas (1912–99), eine bekannte Pianistin, für die Musik begeistert. Klas schloss 1959 das Musikgymnasium (Tallinna Muusikakool) in Tallinn ab. Er studierte unter dem Komponisten und Dirigenten Gustav Ernesaks am Tallinner Konservatorium, 1964-67 unter der Leitung von Nikolai Rabinowitsch am Konservatorium von Leningrad und 1969-72 am Bolschoi-Theater in Moskau bei dem Dirigenten Boris Hajkin. Ab 1965 war Eri Klas Dirigent im Konzert- und Opernhaus Estonia in Tallinn. 1966-69 war Klas Dirigent des Tallinner Kammerorchesters.

1975-94 war er Erster Kapellmeister und künstlerischer Leiter des Estonia. Seitdem war er Ehrendirigent des Theater- und Konzerthauses. 1985-89 arbeitete Klas als Chefdirigent an der Königlichen Oper in Stockholm. 1990-96 leitete er das Sinfonieorchester von Aarhus. 1996-2003 war er als Oberkapellmeister des niederländischen Rundfunk-Sinfonieorchesters tätig. Seit Herbst 2006 war er Chefdirigent im Neuen Operntheater Kolobow in Moskau. Eri Klas war 1993-97 Professor an der Sibelius-Akademie in Helsinki. In über 40 Ländern hat er Sinfonieorchester dirigiert. Einem großen Publikum ist er auch durch seine zahlreichen Platten- und CD-Einspielungen bekannt, unter anderem mit der Musik von Arvo Paert. Eri Klas war häufiger Dirigent der estnischen Sängerfeste und gilt als einer der bekanntesten estnischen Dirigenten. Seit 1. Juni 1999 war Eri Klas Botschafter des Guten Willens von UNICEF. 1989-2010 war der ehemalige Boxer Mitglied des estnischen Olympischen Komitees. Eri Klas wurde 1985 der Staatspreis der Estnischen SSR verliehen. 1992 und 1999 erhielt er den Kulturpreis der Republik Estland. Eri Klas war 1966-68 in erster Ehe mit der estnischen Sopranistin und Schauspielerin Nieves Klas (geborene Lepp;* 1945) verheiratet. Das Paar hat eine Tochter (* 1967). Danach schloss Klas noch zwei weitere Ehen, zunächst mit der Schauspielerin und Balletttänzerin Ülle Ulla (* 1934), dann mit der Pianistin Ariel Klas (* 1952). Klas gehörte der jüdischen Gemeinde in Estland an.

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