Der Neue Merker

TODESFÄLLE – STAND JUNI 2017

TODESMELDUNGEN – Stand Juni 2017

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

Éliane LUBLIN ist am 1.5.2017 verstorben

Eliane-Lublin

Geboren am 10. April 1938 in Paris; sie begann ihre Ausbildung in Paris, absolvierte das Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand und war dann in Paris nochmals Schülerin von Mario Podesta. Ihr Bühnendebüt erfolgte 1966 bei den Festspielen von Aix-en-Provence in der Partie der Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. Sie sang in den folgenden Jahren an der Opéra-Comique Paris, gastierte 1967 an der Oper von Monte Carlo in »The Medium« von Gian Carlo Menotti und debütierte 1972 an der Grand Opéra Paris als Constance in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc. Seit 1973 war sie Mitglied dieses traditionsreichen Hauses, an dem sie bis 1985 u.a. die 5. Magd in »Elektra« von R. Strauss, die Poussette in »Manon« von Massenet, die Ygraine in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas, den Amor in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, einen der Knappen sowie eines der Blumenmädchen im »Parsifal«, die Clorinda in »La Cenerentola« von Rossini, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Fledermaus in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Miranda in der französischen Erstaufführung der Oper »Le Grand Macabre« von Ligeti (1981), die Barena in »Jenufa« von Janácek und eine der Nichten in »Peter Grimes« von B. Britten sang. An der Opéra-Comique trat sie 1968-86 u.a. als Thalie in »Platée« von Rameau, als Jessica in »Le Marchand de Venise« von Reynaldo Hahn, als Lucinde in Gounods »Le médecin malgré lui«, als Constance in »Les deux journées« (»Der Wasserträger«) von Cherubini, als Thérèse in Fr. Poulencs »Les Mamelles de Tirésias«, als Catherine in  »Pomme d‘api« von Offenbach, als Najade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Frasquita in »Carmen«, als Miss Crisp in H.W. Henzes »Die englische Katze«, als Laoula in »L‘ Étoile« von E. Chabrier, als Isis in der Uraufführung der Oper »L‘ Écume des jours« von Edison Denisov (15.3.1986) und als Miss Jessel in B. Brittens »The Turn of the Screw« auf. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence erschien sie 1970 als Cherubino in »Le nozze di Figaro«, 1972 als Eurydice in »Les Malheurs d‘ Orphée« von D. Milhaud; sie sang auch an anderen französischen Operntheatern (Marseille, Lyon, Opéra du Rhin Straßburg), Sie gastierte dazu im Ausland, so 1966 an der Staatsoper von Hamburg als Mélisande, 1978 am Teatro Massimo Palermo als Thérèse in »Les Mamelles de Tirésias«, 1983 an der Oper von Philadelphia als Frasquita. Seit 1987 leitete sie das Théâtre de Paris, an dem sie auch Regie führte. Sie trat aber auch noch weiter als Sängerin auf, so 1989 in St. Étienne als Angélique in der gleichnamigen Oper von J. Ibert.

Schallplatten: HMV (»Roméo et Juliette« von Gounod, Melodien von Offenbach), MRF (»Sapho« von Gounod).

 

Norma PROCTER ist am 2.5.2017 in Grimsby (Lincolnshire) verstorben

Norma PROCTER als Orpheus

 Geboren am 15. Februar 1928 in Cleethorpes (Licolnshire); die Künstlerin gehörte zu den bedeutendsten englischen Konzertsängerinnen ihrer Generation. Ihr Gesangstudium erfolgte bei Roy Henderson, Hans Oppenheim und Paul Hamburger in London. Sie begann ihre Karriere 1956 und hatte zunächst in England große Erfolge. Dann sang sie auch regelmäßig auf dem europäischen Kontinent, namentlich in Westdeutschland, Belgien, Frankreich, Spanien und Dänemark. 1969-70 wirkte sie beim Holland Festival mit, sie trat auch bei den Ansbacher Bachfestwochen und bei den Würzburger Musikfestspielen auf. Sie sang unter Dirigenten wie Pierre Boulez, Rafael Kubelik, Karl Richter, Rafael Frühbeck de Burgos, Igor Markevitch und galt als hervorragende Bach-Interpretin. Ihr Konzertrepertoire enthielt neben Liedern Solopartien in Oratorien und geistlichen Musikwerken von Händel, Beethoven, Mendelssohn, Haydn, Mozart und Benjamin Britten. 1961 betrat sie erstmals die Bühne, und zwar sang sie an der Londoner Covent Garden Oper den Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck. Seither ist sie in dieser Partie an einer Anzahl von Bühnen aufgetreten. Nicht zuletzt wurde die Sängerin durch zahlreiche Rundfunksendungen und durch ihre Schallplatten bekannt. 1974 wurde sie zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London ernannt.

Schallplatten: Decca (»Der Messias«, Bach-Kantaten), DGG (»Samson« von Händel, Sinfonie Nr. 2 von G. Mahler, Kantaten von J.S. Bach), Argo (»Julius Caesar Jones« von Williamson), CBS (8. Sinfonie von Gustav Mahler), Wergo (1. Sinfonie von K.A. Hartmann) und Bärenreiter-Verlag (Bach-Kantaten).

 

Dennis WILGENHOF ist am 9.5.2017 in Maastricht verstorben

Dennis Wilgenhof

Geboren am 22. April 1973; der holländische Bass studierte bei James McCray und Prizrenka Petkovic. Während er als renommierter Sprach-Coach für Schauspieler an der Toneelacademie in Maastricht für viele Jahre arbeitete, machte Dennis Wilgenhof sein Operndebüt am Concertgebouw Amsterdam in Peter-Jan Wagemans Oper »Legende« (als live-übertragene Weltpremiere) und stand dort unter anderem als Leone in Verdis »Attila«, Caliban in Frank Martins »Der Sturm« (als Aufnahme bei Hyperion erschienen) und 2. Soldat in Richard Strauss’ »Salome« auf der Bühne. Als Mitglied des Ensembles der Oper Köln von 2009-12 sang er einige zentrale Rollen seines Fachs, zum Beispiel Osmin (»Die Entführung aus dem Serail«), Sparafucile (»Rigoletto« ), den Doktor (»Wozzeck«), Commendatore (»Don Giovanni«), Hans Foltz, Hans Schwartz und den Nachtwächter (»Die Meistersinger von Nürnberg«), Zuniga (»Carmen«), ein Mönch (»Don Carlo«), Don Toribio (Peter Eötvös‘ »Love & Other Demons«), Dreieinigkeitsmoses (»Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«) und Dottore Grenvil (»La Traviata«). Als gefragter Gast ist er auch immer wieder in anderen renommierten Häusern zu erleben, so als 2. Geharnischter in Mozarts »Die Zauberflöte« an der Oper Frankfurt unter der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle, in der Welturaufführung von Willem Jeths »Hôtel de Pékin« an der Nederlandse Reisopera und im Concertgebouw Amsterdam, als Hunding in Wagners »Walküre« in St. Etienne und Den Haag, als Commendatore in Mozarts »Don Giovanni« in Peking und als vierter brabantischer Edler in Wagners »Lohengrin« im Salle Pleyel in Paris. Seit der Spielzeit 2012/13 war Dennis Wilgenhof Mitglied des Ensembles des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, wo er Rollen wie Ramfis (»Aida«), Kecal (»Die verkaufte Braut«), Sarastro (»Die Zauberflöte«), den Doktor (»Wozzeck«), Alaska Wolf Joe (»Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«), König Treff (»Die Liebe zu den drei Orangen«) und Padre Guardiano (»La forza del destino«) interpretierte. Im Sommer 2014 gastierte er an der Holländischen National Oper in der Rolle des Yuri Gagarin in der Welturaufführung von Martijn Paddings Oper »Laika«, am 16.5.2015 folgte sein Debüt an der Mailänder Scala in der Uraufführung von Giorgio Battistellis »CO2«. Im Juni 2016 sang er dort auch den Notar im »Rosenkavalier«. 2016 sang er an der Bayerischen Staatsoper München den Hans Foltz in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Im Oktober 2016 debütierte er als Onkel Bonze in »Madame Butterfly« bei der Berliner Staatsoper im Schillertheater. Zuletzt trat er im Jänner 2017 an der Oper Köln in Leonard Bernsteins »Candide« auf.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.denniswilgenhof.com/

 

Barry BUSSE ist am 15.5.2017 in Canton (Ohio) verstorben

Barry BUSSE

Geboren am 18. August 1946 in Mechanicsburg (Pennsylvania); Gesangstudium am Oberlin College und an der Manhattan School of Music. Seit Anfang der siebziger Jahre trat er bei kleineren amerikanischen Operngesellschaften zuerst als Bariton auf, debütierte aber 1977 an der Oper von Houston/Texas als Tenor in »Of Mice and Men« von Carlisle Floyd. An der Oper von San Francisco, an der er bereits 1973 als Schuhverkäufer in »A Postcard from Morocco« von Dominick Argento debütiert hatte, sang er 1978 den Maintop in »Billy Budd« von B. Britten, den Haushofmeister bei Faninal im »Rosenkavalier«, den 1. Gefangenen im »Fidelio«, den Flavio in »Norma« und den Roderigo in Verdis »Otello« sowie 1979 den Bothwell in »Mary, Queen of Scots« von Thea Musgrave. In der letztgenannten Partie hatte er bereits 1978 bei der Virginia Opera in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Mary, Queen of Scots« mitgewirkt. 1980 sang er diese Partie auch an der City Opera New York. Er hatte dann 1979 erste große Erfolge bei den Festspielen von Santa Fé (als Alwa bei der ersten Aufführung der neu bearbeiteten Oper »Lulu« von A. Berg in den USA). 1981 trat er bei der Miami Opera, 1984 in Fort Worth und in Honolulu auf. Bei den aufsehenerregenden Aufführungen des Ring-Zyklus in Seattle hörte man ihn 1984-87 als Siegmund in der »Walküre«. Seit 1982 gastierte er auch an europäischen Bühnen, so bei der Niederländischen Oper Amsterdam (1982), an der Oper von Toulouse (1987 als Parsifal) und 1988 beim Maggio Musicale von Florenz als Titelheld in »Peter Grimes« von B. Britten. 1988 gastierte er am Grand Théâtre Genf als Tichon in Janáceks »Katja Kabanowa«. 1990 sang er beim Holland Festival in Prokofjews »L’Ange de feu«, 1991 beim Maggio Musicale von Florenz in »Cardillac« von Hindemith. An der Opéra Bastille Paris gastierte er 1991 als Mephisto und als Agrippa von Nettesheim in Prokofjews »L’Ange de feu«. 1992 trat er in Seattle als Ägisth in »Elektra« von Richard Strauss auf. 1997 wirkte er an der Chicago Opera in der Uraufführung der Oper »The Shining Brow« von D. Hagen mit. Er beherrschte ein vielseitiges Bühnenrepertoire, das den Florestan im »Fidelio«, den Narraboth in »Salome« und den Apollo in »Daphne« von R. Strauss, den Pollione in »Norma«, den Canio im »Bajazzo«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, den Don José in »Carmen«, den Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek sowie Partien in modernen amerikanischen Opern umfasste.

Schallplatten: Desto (»A Postcard from Morocco« von D. Argento), EMC-Novello (»Mary, Queen of Scots«).

 

Christopher ROSELLI ist am 18.5.2017 in New York City verstorben

Christopher ROSELLI

 Geboren am 2. Dezember 1961 in North Wilkesboro (North Carolina); Nachruf auf den amerikanischen Sänger auf Englisch: https://www.richandthompson.com/tributes/Christopher-RoselliDM

 

Barbara CONRAD ist am 22.5.2017 in Edison (New Jersey) verstorben

Barbara-Conrad-als-Amneris
Als Amneris in „Aida“

Geboren am 11. August 1937 in Atlanta (Texas); sie wurde hauptsächlich an der University of Texas in Austin ausgebildet. Die farbige Sängerin begann ihre Bühnenkarriere 1965 als Sopranistin unter dem Namen Barbara Smith-Conrad an der City Opera New York in der Rolle der Bess in »Porgy and Bess« von Gershwin. Sie sang an diesem Haus auch die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, wechselte dann aber zu Beginn der siebziger Jahre ins Mezzosopran-Fach und erschien 1976 wieder an der City Opera, jetzt als Carmen. 1974 sang sie an der Jackson Opera South in der Uraufführung der Oper »A Bayou Legend« von William Grant Still die Partie der Clothilde, 1976 an der Philadelphia National Opera Ebony die Amneris in »Aida«, 1980 an der Tulsa Opera die Fricka in der »Walküre«. 1982 kam es zu ihrem Debüt an der Metropolitan Oper New York in der Partie der Annina im »Rosenkavalier« von R. Strauss (nachdem sie schon zuvor bei einer konzertanten Aufführung der Metropolitan Opera in der Bronx die Azucena im »Troubadour« gesungen hatte). Sie hatte an diesem Opernhaus eine erfolgreiche Karriere und sang dort bis 1986 die Preziosilla in Verdis »La forza del destino«, das Eichhörnchen in Ravels »L’Enfant et les Sortilèges«, die Hecuba in »Les Troyens« von Berlioz, die Maddalena im »Rigoletto« und die Maria in »Porgy and Bess« von Gershwin. 1989 übernahm sie an der Metropolitan Oper kurzfristig für die erkrankte Dolora Zajick die Amneris. Bei Gastspielen kam sie an Bühnen in den USA (1989 Miami Opera) wie in Europa zu weiteren Erfolgen; so gastierte sie am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Azucena, am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Fricka in der »Walküre« (1981), an den Staatsopern von München (als Eboli im »Don Carlos«) und Wien (1983 als Azucena); auch als Konzertsolistin brachte sie es zu einer internationalem Karriere.

Schallplatten: Decca (»Hamlet« von A. Thomas, »Porgy and Bess« von Gershwin).

 

Claudia HELLMANN ist am 24.5.2017 in Bad Feilnbach verstorben

Claudia Hellmann

 Geboren am 25. November 1923 in Berlin; sie studierte bei der Pädagogin Frau Garski in Berlin und war zunächst als Konzertsängerin tätig. 1958 entschloss sie sich zu einer Bühnenkarriere, die sie mit einem Engagement am Stadttheater von Münster in Westfalen (1958-60) einleitete. 1960-66 war sie Mitglied der Staatsoper Stuttgart. Nachdem sie in den Jahren 1966-75 am Opernhaus von Nürnberg gesungen hatte, kam sie 1975 wieder an die Stuttgarter Staatsoper zurück, deren Mitglied sie jetzt nochmals bis 1983 blieb. Bei den Salzburger Festspielen sang sie in den Jahren 1957, 1961-65 und 1967 als Konzertsolistin, 1965 übernahm sie dort die Partie der Dryade in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss. 1958-61 war sie alljährlich bei den Festspielen von Bayreuth anzutreffen; hier sang sie 1958-61 den ersten Knappen und 1959-61 auch ein Blumenmädchen im »Parsifal«, 1958 und 1960 die Wellgunde im Nibelungenring, 1958-60 einen der Edelknaben im »Lohengrin« und 1960 die Waltraute in der »Walküre«. 1963 gastierte sie an der Mailänder Scala als Flosshilde und als Grimgerde im Ring-Zyklus. 1966 trat sie mit dem Ensemble der Stuttgarter Oper bei den Festspielen von Edinburgh als 3. Dame in der »Zauberflöte« auf. 1963 und 1967 hörte man sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel. Seit 1960 gastierte sie mehrfach an der Hamburger Staatsoper, u.a. als Flora in »La Traviata« und als Marcellina in »Figaros Hochzeit«. Sie trat auch als Gast am Teatro Comunale Florenz (1963 als Waltraute), am Teatro Comunale Bologna (1967 als Flosshilde und als Waltraute im Ring-Zyklus) und an der Staatsoper von Wien (1971 als Kathinka in Smetanas »Die verkaufte Braut«) auf. Von ihren Bühnenpartien seien genannt: die Gräfin im »Wildschütz« von Lortzing, die Mary in »Der fliegende Holländer«, die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Mutter in »Hänsel und Gretel«, die Annina im »Rosenkavalier«, die Fidalma in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff«, die Emilia in dessen »Otello«, die Frau von Hufnagel in »Der junge Lord« von H.W. Henze und die Ludmilla in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Neben ihrer Bühnentätigkeit stand eine zweite, gleich bedeutende Tätigkeit als Konzert- und Oratorienaltistin.

Schallplatten: DGG (Ismene in »Antigonae« von C. Orff, Querschnitte »Der Troubadour« und »La Traviata«, Messe F-Moll von A. Bruckner), Decca (»Die Walküre«), Erato (Osteroratorium von J.S. Bach) Christophorus-Verlag (Bach-Kantaten), Colosseum; Artista International-Video (»Tosca«).

 

John BRECKNOCK ist am 30.5.2017 verstorben

John BRECKNOCK

Geboren am 29. November 1937 in Long Eaton (Derbyshire); nach anfänglichem Ingenieurstudium Ausbildung der Stimme an der Birmingham Music School bei Frederic Sharp und Denis Dowling. Bühnendebüt bei der Salder’s Wells Opera London 1967 in der Partie des Alfred in der »Fledermaus«. Er trat dann für mehr als zehn Jahre bei der Sadler’s Wells Opera (später English National Opera) London auf, u.a. als Paris in Offenbachs »La belle Hélène«, in der Titelrolle von Offenbachs »Barbe-bleue«, als Don Ottavio im »Don Giovanni« und als Tamino in der »Zauberflöte« (seine beiden großen Partien), als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, als Titelheld in »Le Comte Ory« von Rossini und als Alfredo in »La Traviata«. Er sang 1974 an der Sadler’s Wells Opera in der Uraufführung der Oper »Story of Vasco« von Crosse, 1972 den Anatol in der englischen Premiere von »Krieg und Frieden« von Prokofjew, 1974 am Londoner Coliseum Theatre in »The Bassarids« von H.W. Henze. Der Künstler hatte nun eine erfolgreiche Karriere an der Londoner Covent Garden Oper (Debüt 1974 als Fenton in Verdis »Falstaff«) und bei der Opera North Leeds (Debüt 1982 als Werther von Massenet, dann 1983 in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz). Man schätzte ihn in Partien wie dem Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. Gastspiele an den Opern von Houston (Texas) und Ottawa. Bei der Glyndebourne Touring Opera sang er 1973 den Ferrando in »Così fan tutte«. 1977-78 ist er in insgesamt 11 Vorstellungen an der Metropolitan Oper New York als Tamino und als Don Ottavio aufgetreten. An der Wiener Staatsoper 1978 als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und 1983 als Des Grieux in »Manon« von Massenet zu Gast. An der Grand Opéra Paris gastierte er 1977-78 als Ramiro in Rossinis »La Cenerentola«, 1984 als Werther von Massenet, 1983-84 an der Opéra de Wallonie Lüttich als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod. Auch an italienischen Bühnen erfolgreich aufgetreten, u.a. 1985 am Teatro Regio Parma als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«. Er wirkte in mehreren Opernfilmen des britischen Fernsehens BBC in den Hauptrollen mit (»La Traviata«, »Rigoletto«, »Lucia di Lammermoor«). Seine ganz lyrisch gehaltene Stimme war auch in einem umfassenden m Konzertrepertoire erfolgreich.

Schallplatten: RCA (kleine Partie in »Salome« von R. Strauss), MRF (vollständige Oper »Lucrezia Borgia« von Donizetti, Houston, 1975), HMV (Alfredo in Englisch gesungener »La Traviata« als Partner von Valerie Masterson), Chandos (Titelrolle in »Werther« von Massenet mit Janet Baker, 1979).

 

Jiří BĚLOHLÁVEK ist am 31.5.2017 in Prag verstorben

Jiri Belohlavek

Geboren am 24. Februar 1946 in Prag; er studierte bei Sergiu Celibidache. 1972-78 leitete er die Brünner Philharmoniker und 1977-89 die Prager Symphoniker. 1990–92 war er als Nachfolger von Václav Neumann Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. 1994 gründete er das Philharmonia-Orchester Prag (Pražská komorní filharmonie), dem er nach seinem Abschied 2005 als Ehrendirigent verbunden blieb. 2003/04 war er zugleich Chefdirigent der Slowakischen Philharmonie in Bratislava. 2006-12 leitete er das NNC Symphony Orchestra in London, dessen erster Gastdirigent er 1995–2000 war. 2004 debütierte er an der Metropolitan Oper New York mit Janáceks »Katja Kabanowa« und leitete dort auch 2007 Janáceks »Jenufa«, 2009 Tschaikowskys »Eugen Onegin« und Antonin Dvoráks »Rusalka« sowie 2012 Janáceks »Die Sache Makropoulos«, insgesamt 28 Vorstellungen. An der Opéra Bastille Paris dirigierte er 2005 »Rusalka«, 2006 Martinus »Juliette« und 2008 Smetanas »Die verkaufte Braut«. In den Jahren 2007, 2010 und 2012 dirigierte er dieses Orchester bei der traditionellen Veranstaltung The last night of the proms in London, dem jeweiligen Abschlusskonzert einer Saison der populären Proms. Ab Herbst 2012 war er erneut Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. Für seine Verdienste erhielt Jiří Bělohlávek im Jahr 2012 den Order of the British Empire (Commander, CBE). 2014 leitete er an der Wiener Staatsoper die Premiere der Neuinszenierung von Antonín Dvoráks »Rusalka«.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://jiribelohlavek.com/

 

 

 

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