Der Neue Merker

TODESFÄLLE – Stand Januar 2016

TODESFÄLLE Stand Januar 2016.

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

Günter KURTH ist am 4.10.2015 in Leipzig verstorben

Geboren am 20. Jänner 1933 in Chemnitz; er absolvierte sein Gesangstudium bei F.W. Hezel in Chemnitz. 1954 trat er als Bassist in den Opernchor von Chemnitz (Karl Marx-Stadt) ein. Er ging von dort 1958 an das Stadttheater von Frankfurt a.d. Oder und übernahm dort bald auch kleinere Solopartien. Während dieses Engagements, das bis 1961 dauerte, wandelte sich seine Stimme zum Tenor. 1961-66 wirkte er als jugendlicher Heldentenor, zugleich auch als Regisseur, am Stadttheater von Magdeburg. 1966-74 war er am Opernhaus von Leipzig als Heldentenor, hauptsächlich für das italienische Fach, engagiert. 1969 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Griechische Hochzeit« von R. Hanell mit. Er war 1974-95 Mitglied der Berliner Staatsoper, blieb aber als Gast dem Leipziger Opernhaus bis 1991 verbunden. Seit 1992 sang er noch für mehr als fünf Jahre an der Komischen Oper Berlin, zugleich 1995-97 am Stadttheater von Bremen engagiert. Man schätzte ihn als Verdi- und Puccini-Interpreten, doch widmete er sich auch dem Wagnergesang und trat in modernen Werken auf. So sang er am 16.2.1974 an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Einstein« von Paul Dessau, am 21.4.1974 am gleichen Haus in der von R. Kunads Oper »Sabellicus«. Gastspiele führten ihn an die Staatsoper von Dresden, an die Opernhäuser von Lodz, Brno (Brünn), Helsinki, an die Nationaloper Budapest, an das Teatro San Carlos von Lissabon, nach Florenz, an Bühnen in der Sowjetunion und an westdeutsche Theater. Gegen Ende seiner Karriere trat er im Buffo- und Charakterfach auf; noch 1993 sang er an der Komischen Oper Berlin die vier Charakterrollen in »Hoffmanns Erzählungen«. Bühnenpartien: Max im »Freischütz«, Lohengrin, Herodes in »Salome«, Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos«, Ägisth in »Elektra« und Elemer in »Arabella« von R. Strauss, Herzog im »Rigoletto«, Radames in »Aida«, Cavaradossi in »Tosca«, Otello von Verdi, Prinz in »Rusalka« von Dvorák, Laubardemont in »Die Teufel von Loudun« von K. Penderecki, Chlestakow in »Der Revisor« von W. Egk, Budoja in »Palestrina« von Hans Pfitzner, Spalanzani in »Hoffmanns Erzählungen«, auch Operettenpartien (Titelfigur in »Ritter Blaubart« von Offenbach) und Rollen aus dem Bereich des Musicals. Er wirkte in Opernsendungen des Rundfunks wie des Fernsehens in Ostdeutschland mit und war ein geschätzter Konzertsolist.
Schallplatten: Eterna-Nova (vollständige Oper »Einstein« von P. Dessau).

Die amerikanische Sopranistin Martha HERR ist am 31.10.2015 in Sao Paulo (Brasilien) verstorben

Martha HERR

Gunilla SLÄTTEGÅRD ist am 25.11.2015 in Vällingby (Schweden) verstorben

Gunilla_Slattegaard

Geboren am 29. März 1938 in Huskvarna (Schweden); ihr Geburtsname war Gunilla Lovisa Wallin. Sie begann 1958 das Gesangstudium an der Königlichen Musikakademie von Stockholm und war Schülerin von Dagmar Gustafson, Kerstin Lindberg-Torlind und Hjördis Schymberg. 1965 hatte sie ihren ersten großen Erfolg bei den Festspielen im Barocktheater auf Schloss Drottningholm als Blondchen in Mozarts »Entführung aus dem Serail«. Im gleichen Jahr folgte sie einem Ruf an die Königliche Oper Stockholm, deren fest engagiertes Ensemblemitglied sie seit 1968 war. Hier wirkte sie u.a. 1970 in der Uraufführung der Oper »Hus med dubbel ingång« von Hilding Rosenberg mit und war eine der führenden schwedischen Koloratricen ihrer Generation. In Drottningholm war sie auch als Amor in »Orfeo ed Euridice« von Gluck und als Cecchina in »La buona figliola« von Niccolò Piccinni zu hören. Beim Edinburgh Festival gastierte sie 1974 als Jano in Janáceks »Jenufa« (im Rahmen eines Gastspiels der Stockholmer Oper). Weitere Höhepunkte in ihrem Repertoire waren die Despina in »Così fan tutte«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Norina im »Don Pasquale«, die Gilda im »Rigoletto«, die Serpina in »La serva padrona« von Pergolesi und die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«. Am 12.4.1978 sang sie an der Stockholmer Oper in der Uraufführung der Oper »Le grand Macabre« von György Ligeti die Rolle der Go-Go. Auch als Konzertsängerin erfolgreich. Sie war in erster Ehe mit dem Bariton Tord Slättegård (* 1933) verheiratet, in zweiter Ehe mit dem Bühnenmanager Staffan Söllscher; sie trat dann auch unter dem Namen Gunilla Slättegård-Söllscher auf.
Aufnahmen auf schwedischen Marken (Caprice, Swedish Society).

Anna STAROSTOVÁ ist am 27.11.2015 in Bratislava verstorben

Geboren am 24. Oktober 1943 in Ruská Volová; Biographie der Sopranistin auf Slowakisch: http://operaslovakia.sk/tazkej-chorobe-podlahla-anna-starostova/

John EATON ist am 2.12.2015 verstorben

John EATON

Geboren am 30 März 1935 in Bryn Mawr (Pennsylvania); er studierte 1953-59 an der Princeton University Komposition bei Milton Babbitt, Edward Cone, Earl Kim und Roger Sessions, Musikwissenschaft bei Arthur Mendel und Oliver Strunk und Klavier bei Erich Itor Kahn, Frank Sheridan, Eduard Steuermann und Louise Strunsky. 1959-71 gab Eaton in Nord- und Südamerika Konzerte und Vorlesungen im Auftrag der United States Information Agency (USIA). Daneben arbeitete er 1953-71 auch als Jazzpianist und Interpret neuer Musik und spielte in den 1970er Jahren Synthesizer. In dieser Eigenschaft wirkte er an Uraufführungen von Werken von Larry Austin, Leslie Bassett, Niccolò Castiglioni, Joel Chadabe, Donald Martino, Robert Moevs und William O. Smith mit. 1976 veröffentlichte er das Buch Involvement with Music: New Music since 1950. 1971-91 war Eaton Professor für Musik an der Indiana University und künstlerischer Leiter des Center for Electronic and Computer Music. Danach war er bis zu seiner Emeritierung 2001 Professor an der University of Chicago.
Eaton galt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Opernkomponisten der Vereinigten Staaten. Daneben befasste er sich intensiv mit elektroakustischer und mikrotonaler Musik. Für seine Kompositionen wurde er vielfach ausgezeichnet. So erhielt er zehnmal Preise der American Society of Composers, Authors and Publishers (ASCAP), 32 BMI-Awards, dreimal den Prix de Rome und zwei Guggenheim-Stipendien. 1990 war er MacArthur Fellow.

Armin UDE ist am 4.12.2015 verstorben

Armin_Ude

Geboren am 16. Jänner 1933 in Weißenfels a.d. Saale; Ausbildung durch Erna Hähnel-Zuless in Leipzig und durch Dagmar Freiwald-Lange in Berlin. Bühnendebüt 1959 am Stadttheater von Frankfurt a. d. Oder als Fenton in »Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai. 1961-66 in Cottbus, 1966-68 in Magdeburg engagiert, zugleich durch Verträge mit dem Metropol-Theater Berlin und dem Stadttheater Halle (Saale) verbunden. Er gewann 1964 den Bach-Wettbewerb in Leipzig, 1965 den Ferenc Erkel-Concours in Budapest. 1968 Mitglied der Staatsoper von Dresden. Er war zu Gast an der Komischen Oper Berlin, am Opernhaus von Leipzig, an der Nationaloper Sofia, an der Oper von Leningrad und bei den Opernfestspielen von Wiesbaden. Seine schöne, ganz lyrisch gebildete Stimme meisterte auf der Bühne wie auf dem Konzertpodium ein umfassendes Repertoire, das von barocken und klassischen Partien bis zu zeitgenössischen Werken reichte. Geschätzter Bach- und Mozart-Interpret. Weitere Gastspiele und Konzerte in Italien, Österreich, Polen, der CSSR und in Bulgarien. Er gastierte (zum Teil mit dem Dresdner Ensemble) in Leningrad und Tokio, in Budapest und Sofia, in Wiesbaden und Madrid. 1969-74 nahm er einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Berlin wahr.
Schallplatten: Eterna (»Idomeneo« von Mozart, »Moses und Aron« von Schönberg, Arien und Duette mit Ute Selbig), Christophorus-Verlag (geistliche Musik von J.A. Hasse), Denon (kleine Partie im »Rosenkavalier« von der Eröffnung der Dresdner Semper-Oper, 1985), Philips (geistliche Vokalmusik von Mozart).

Sylvia PAWLIK ist am 6.12.2015 verstorben

Sylvia PAWLIK

Leider liegt von der deutschen Sopranistin, die 1954 im Berliner Admiralspalast als Gretel in »Hänsel und Gretel« debütierte und bis 1989 ein treues Mitglied der Deutschen Staatsoper Berlin blieb, keine Biographie vor.

Heinz FRICKE ist am 7.12.2015 in Berlin verstorben

Heinz_Fricke

Am 7. Dezember 2015 ist Professor Heinz Fricke, GMD der Berliner Staatsoper von 1961 bis 1992, im Alter von 88 Jahren in Berlin verstorben. Er war nicht nur ein überaus vielseitiger Dirigent, sondern im wahrsten Sinne des Wortes eine „Säule“ des Hauses, immer zur Stelle, immer kompetent, nie eitel, stets dem Komponisten und dem Werk verpflichtet. Er strahlte Ruhe aus und provozierte gerade dadurch Spannung, er atmete mit den Sängern und den Instrumenten, er schlug mit der Präzision eines Seismographen an, wenn er merkte, dass eine Oboe, ein Horn oder ein Sänger den Atem heute nicht hat, aber er konnte ebenso in der Schönheit eines Violinsolos schwelgen und träumen oder einem gut aufgelegten Tenor Fermaten „gönnen“, ohne den musikalischen Ausdruck oder die Gesamtkonzeption des Abends zu gefährden.
Der am 11. Februar 1927 in Halberstadt Geborene begann sofort nach dem 2. Weltkrieg am Theater seiner Heimatstadt als Korrepetitor (und dirigierte auch bereits) ehe er überhaupt studiert hatte. Erst 1948 ging er nach Weimar, um bei Hermann Abendroth zu studieren, bereits am 12.1.1951 dirigierte er – noch keine 24 Jahre alt – in Leipzig Puccinis „Butterfly“ und wurde sofort als Kapellmeister engagiert. Bis 1960 hat er in der nun schon legendären „Dreilinden“-Oper mindestens 43 verschiedene Opern an fast 1000 Abenden dirigiert, das gesamte Repertoire von der deutschen Spieloper über das italienische Fach bis zur „Großen Oper“, darunter eigene Einstudierungen von Werken, die ihm besonders am Herzen lagen und ein Leben lang begleiteten wie u. a. Lortzings „Wildschütz“, Verdis „Aida“, Puccinis „Tosca“, Wagners „Fliegender Holländer“ und Bizets „Carmen“. Seine Ruhe und Sicherheit waren auch bei kurzfristigen „Übernahmen“ damals schon sprichwörtlich – bereits in Leipzig übernahm er „Meistersinger“, „Salome“ und „Rosenkavalier“, Werke also, mit denen er später auch international gefragt war. Ein kurzes Intermezzo führte ihn 1960 zur Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin (wo er seinen ersten „Tristan“ einstudierte!) und 1961 begann er seine „Lebensarbeit“ an der Berliner Staatsoper, an der er vorher schon gastiert und bei Erich Kleiber nochmals assistiert und gelernt hatte. Er hat dort über dreißig Jahre lang alles dirigiert, was zu dirigieren war – das gesamte Opernrepertoire, große Ballettabende und natürlich Sinfoniekonzerte. Neben Wagner und Richard Strauss, die sehr bald seine Domänen wurden, war er besonders zeitgenössischen Werken ein zuverlässiger Sachwalter: Schostakowitschs „Nase“ und „Katerina Ismailowa“ wären hier ebenso zu nennen, wie eine Reihe von Werken Prokofjews, nicht zu vergessen seine Ur-Aufführungen von Ernst Hermann Meyers „Reiter der Nacht“, Günther Kochans „Karin Lenz“ oder Siegfried Matthus‘ „Graf Mirabeau“. Neben diesem vielfältigen Arbeitspensum fand er Zeit, international zu gastieren, kaum ein großes Opernhaus in Europa und Übersee hat er „ausgelassen“. Neben der Berliner Tätigkeit war er Chef der Norske Opera in Oslo (1984 bis 1990) und führte sie mit einem fulminanten Gastspiel der „Elektra“ in sein Stammhaus Berlin sowie mit Wagners „Ring des Nibelungen“ nach Großbritannien; zehn Jahre war er ständiger Gastdirigent des Münchner Rundfunkorchesters und spielte einige Werke mit ihnen für die Schallplatte ein. Als er 1992 die Berliner Arbeit infolge „Altersgrenze“ beendete, lag bereits der neue Vertrag als Musikdirektor der Washington National Opera unterschriftsreif auf dem Tisch – bis 2008 war er dort (ab 1996 auch unter dem „Artistic Director“ Placido Domingo) tätig.
Wir erinnern uns aber auch mit besonderer Dankbarkeit an den Hochschul-Lehrer, der nicht nur eine stattliche Anzahl Dirigenten ausgebildet hat sondern auch vielen angehenden Instrumentalisten das nötige Rüstzeug für den Beruf mitgab, indem er ihnen die praktische Arbeit des Orchestermusikers mit Geduld und Freundlichkeit vermittelte. Vielen Sängern hat er immer wieder hilfreich zur Seite gestanden, manche Karriere wäre ohne ihn nicht möglich gewesen. Bei aller Strenge in der Arbeit war er stets ein aufgeschlossener und kollegialer Mensch. Allen, die mit bzw. unter ihm arbeiten oder seine Dirigate genießen durften, wird er in liebenswürdiger Erinnerung bleiben.
Werner P. Seiferth

Mattiwilda DOBBS ist am 8.12.2015 in Atlanta (Georgia) verstorben

Mattiwilda_DOBBS

Geboren am 11. Juli 1925 in Atlanta (Georgia); ihre Vorfahren waren teils negroider, teils indianischer Abstammung. Sie begann ihr Studium bei N. Maise und W. James in Atlanta, setzte es bei Lotte Lehmann in New York fort und wurde dann in Paris Schülerin von Pierre Bernac. 1947 erhielt sie den Marian Anderson Award für junge, farbige Sänger und begann im gleichen Jahr ihre Karriere, zunächst als Konzert- und vor allem als Liedersängerin. 1947 erregte sie erstes Aufsehen beim Mexico University Festival. 1948 erwarb sie an der Columbia University den akademischen Grad eines Masters of Arts. 1951 erster Preis beim internationalen Gesangwettbewerb von Genf. 1952 erfolgte ihr Bühnendebüt beim Holland Festival in »Le Rossignol« von Strawinsky. 1953 Gastspiel an der Mailänder Scala als Elvira in »L’Italiana in Algeri« von Rossini. 1954-56 und nochmals 1961 gastierte sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«. 1954 großer Erfolg an der Covent Garden Oper London als Königin von Schemacha in »Der goldenen Hahn« von Rimsky-Korssakow; 1955-56 und 1959 wieder dort zu Gast. 1955 kam es dann auch zu ihrem Bühnendebüt in den USA, als sie an der San Francisco Opera die Königin von Schemacha sang. 1956 erreichte sie die Metropolitan Oper New York, wo sie im November 1956 als Gilda im »Rigoletto« debütierte und 1958 einen ihrer größten Erfolge als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« verzeichnete. Sie trat an der Metropolitan Oper bis 1964 in acht Spielzeiten auf und sang dort sechs Partien in 30 Vorstellungen, neben den bereits genannten Partien auch die Lucia di Lammermoor, den Pagen Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«, die Zerline im »Don Giovanni« und die Zerbinetta. 1959 war sie am Bolschoi Theater in Moskau zu Gast. 1961-63 Mitglied der Hamburger Staatsoper, hier vor allem als Zerbinetta, aber auch als Konstanze und als Königin der Nacht bewundert. 1954 zu Gast am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1963 an der Staatsoper von Wien (als Zerbinetta), 1961 am Teatro Comunale Florenz (als Nachtigall in »Le Rossignol« von Strawinsky). 1957-73 immer wieder an der Königlichen Oper Stockholm und bei den Festspielen von Drottningholm (hier vor allem als Konstanze) aufgetreten. 1967 sang sie bei der Phoenix Opera (Arizona) die Konstanze unter Yehudi Menuhin. Konzertreisen führten sie nach Belgien, Holland, Schweden, Dänemark, durch Nordamerika und Australien. 1953 heiratete sie Louis Rodriguez, der aber bereits im folgenden Jahr starb; darauf heiratete sie 1957 in zweiter Ehe den schwedischen Journalisten Bengt Janzen und nahm ihren Wohnsitz in Stockholm, war aber wegen ihrer Lehrtätigkeit auch immer wieder in ihrer amerikanischen Heimat anzutreffen. Dort wirkte sie 1973-74 als Professorin an der Texas University in Austin, 1975-76 an der University of Illinois, 1976-77 an der University of Georgia, 1977-91 an der Howard University in Washington. – Koloratursopran von brillanter Technik und ausdrucksvoller Musikalität des Vortrages.
Schallplatten: auf Nixa (u.a. vollständige »Les pêcheurs de perles« von Bizet), DGG (Querschnitt »Hoffmanns Erzählungen«), HMV (Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«), Decca (Ausschnitte aus »Porgy and Bess«), Hope (Page Oscar in »Un Ballo in maschera«), Columbia, EJS (»La jolie fille de Perth« von Bizet) und MMS (u a. vollständige Opern »Don Giovanni« und »Hoffmanns Erzählungen«).

Herbert PRIKOPA ist am 8.12.2015 in Wien verstorben

Herbert PRIKOPA

Geboren am 30. November 1935 in Wien; er wollte ursprünglich Pianist und Dirigent werden und absolvierte seine musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt Wien, wo er bei Elisabeth Rado Gesang studierte. 1955 trat er ein Engagement als Korrepetitor an der Volksoper an. Daneben stellte er als Sänger der Wiener Kammeroper, Schauspieler am Theater in der Josefstadt und als Kabarettist in Gerhard Bronners »Brettl vorm Klavier« seine vielfältigen Talente unter Beweis. Ab 1957 war er an der Volksoper als Solosänger tätig (Debüt als Franz in »Hoffmanns Erzählungen«) und spielte hier mehr als 90 Hauptrollen in rund 3.500 Aufführungen. Er blieb bis 1991 Mitglied dieses Hauses. In erster Linie sang er hier Buffo- und Charakterpartien in Operetten, aber auch in Opern und Musicals, die er mit Hilfe seiner glänzenden Darstellungskunst, namentlich im komischen Fach in überlegener Weise gestaltete. Dazu gehörten u.a. der Monostatos in der »Zauberflöte«, der Bürgermeister in »Albert Herring« von B. Britten, die Knusperhexe in »Hänsel und Gretel«, der Napoleon in Kodálys »Háry Janos«, der Jakob Schmidt in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, der Pooh-Bah in »Der Mikado« von Gilbert & Sullivan, der Mirko Zeta in Lehárs »Die lustige Witwe«, der Weigl in »Ein Walzertraum« von O. Straus, der Maurepas in »Madame Pompadour« von Leo Fall, der Ollendorf in Millöckers »Der Bettelstudent«, der Zsupán in »Der Zigeunerbaron«, der Pappacoda in »Eine Nacht in Venedig«, der Kagler wie der Fürst Ypsheim in »Wiener Blut«, der Lambertuccio in »Boccaccio«, der Bobinet in »Pariser Leben«, der Basil in »Der Graf von Luxemburg«, der Feri Bacsi in »Die Csárdásfürstin«, der Baron Zsupan wie der Fürst Populescu in »Gräfin Mariza« von E. Kálmán, der Schlesinger in »Zwei Herzen im Dreivierteltakt« von Robert Stolz, der Doolittle in »My Fair Lady«, der Maxl Green in der Österreichischen Erstaufführung von »Show Boat«, der Mr. Snow in der Deutschsprachigen Erstaufführung von »Karrussell« und der Sullivan in der Uraufführung von Lida Winiewicz‘ Revue »Gilbert & Sullivan«. Gastspiele führten ihn an die Wiener Staatsoper (1965 als Sellem in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und 1975 als Monostatos), an das Opernhaus von Zürich, an das Theater von Graz (dem er vertraglich verbunden war) und zu den Festspielen von Bregenz, bei denen er 1964 den Obereunuchen in Lehárs »Das Land des Lächelns«, 1966 den Kalchas in Offenbachs »Die schöne Helena«, 1974 den Cecco in J. Haydns »Die Welt auf dem Monde« und 1978 den Dunim in »Tausendundeine Nacht« von J. Strauß sang. Internationale Auftritte als Sänger und Schauspieler sowie eine vielseitige Tätigkeit für Fernsehen und Hörfunk rundeten Herbert Prikopas Schaffen ab. Seit dem Ende der siebziger Jahre trat er zunehmend als Dirigent, vor allem im Bereich der Operette, auf. In dieser Tätigkeit wirkte er zwischen 1980 und 1985 mehrfach an der English National Opera London, aber auch an der Volksoper Wien (»Boccaccio«, »Die Fledermaus«, »Pariser Leben«, »Die lustige Witwe« und »Der Barbier von Sevilla«). 1986 erhielt er das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Seit 1987 war er Ehrenmitglied der Volksoper Wien und wurde 2005 zum Professor ernannt. Die Verbundenheit mit der Wiener Volksoper bezeugt aber nicht nur die langjährige Zugehörigkeit zum Ensemble. Im Dezember 1998 erschien sein zweites Buch „100 Jahre Volksoper – Die Geschichte eines notwendigen Theaters“. Davor war er bereits Mitverfasser einer Biografie über den unvergessenen Erich Kunz.
Schallplatten: Philips/RCA (Querschnitte »Ein Walzertraum« und »Gräfin Mariza«), Denon (Gesamtaufnahme »Die lustige Witwe«), Eurodisc (Franz in »Hoffmanns Erzählungen«), Decca (Haushofmeister der Marschallin im »Rosenkavalier«), Westminster; weitere Operetten-Aufnahmen auf Telefunken und Denon.
Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.prikopa.com/

Stella DOUFEXIS ist am 15.1.2015 in Berlin verstorben

Stella_Doufexis

Geboren am 15. April 1968 in Frankfurt a.M.; die Tochter des griechischen Regisseurs Stavros Doufexis und einer deutschen Mutter, studierte Musik und Gesang an der Hochschule der Künste Berlin bei Ingrid Figur. Ferner absolvierte sie Meisterkurse bei Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau. Bei der englischen Altistin Anna Reynolds vervollständigte sie ihre Ausbildung. Sie trat schon während ihrer Ausbildung als Konzert- und Liedersängerin hervor. 1992 erfolgte ihr Operndebüt in »Dido and Aeneas« von H. Purcell. 1995-97 war sie festes Ensemblemitglied am Theater der Stadt Heidelberg. Hier sang sie Partien wie den Hänsel in »Hänsel und Gretel«, den Cherubino in »Figaros Hochzeit« und den Nicklaus in »Hoffmanns Erzählungen«. Es folgten zahlreiche Gastspiele an den großen Musikbühnen im In- und Ausland. Sie gastierte z.B. in München, Salzburg, Barcelona, Frankfurt, Stuttgart und Brüssel. 2005 wurde sie festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin, wo sie viele bedeutende Partien ihres Faches sang: Cherubino, Dorabella in »Così fan tutte«,  Nicklaus und Octavian im »Rosenkavalier«. Große Beachtung fanden ihre Darstellung des Hamlet in der Uraufführung (Juni 2009) der gleichnamigen Oper, komponiert von Christian Jost sowie ihr Auftritt am Grand Théâtre de Genève als Muse/Nicklaus in der Oper »Hoffmanns Erzählungen« (2012). Auf dem Konzertsektor hatte sie eine ganz internationale Karriere mit Auftritten in New York und Moskau (2000), in der Wigmore Hall in London, bei den dortigen Promenade Concerts, in Wien, Brüssel, Athen, bereits 1995 bei der Schubertiade in Feldkirch (Vorarlberg). Sie kreierte zeitgenössische Vokalwerke von Wolfgang Rihm. Sie gastierte auf den Festivals von Luzern und Berlin, dem Klavier-Festival Ruhr, dem Aldeburgh Festival, dem Schleswig-Holstein-Festival, dem Jerusalem Chamber-Festival, dem Beethoven-Fest Bonn, Händel-Festival Halle u.a.m. Sie gab Konzert- und Liederabende u.a. in Barcelona, Salzburg, Berlin, Paris und Washington. Zu ihrem Repertoire gehörten Lieder von Franz Schubert, Maurice Ravel, Alessanro Scarlatti, Peter Cornelius, Arnold Schönberg, Richard Strauss, Francis Poulenc u.a.m. Die Mezzosopranistin arbeitete mit namhaften Dirigenten zusammen wie Claudio Abbado, Bernard Haitink, Zubin Mehta, Kent Nagano, Kurt Masur, Helmuth Rilling, Ivor Bolton, Simon Rattle und Carl St. Clair. Stella Doufexis lebte in Berlin und war mit dem Komponisten und Dirigenten Christian Jost verheiratet.
Schallplatten: Orfeo (Lieder von W. Fortner und P. Dessau).
Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.stelladoufexis.de/

Aafje HEYNIS ist am 16.12.2015 in Huizen verstorben

Aafje HEYNIS

Geboren am 2. Mai 1924 in Krommenie; Ausbildung seit 1946 durch Aaltje Noordewier-Reddingius in Hilversum, später durch Laurens Bogtman; sie war auch Schülerin von Roy Henderson. Nachdem sie zuerst in Kirchenkonzerten aufgetreten war, sang sie 1958 zusammen mit dem Amsterdamer Concertgebouw Orchester die Alt-Rhapsodie von Brahms. Seitdem sehr große Erfolge als Konzert und Oratorien-Altistin in Holland, aber auch in Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, England, Irland und in der Schweiz, sowie auf einer großen Asien-Tournee. Auf der Bühne ist die Künstlerin nur zweimal aufgetreten, und zwar 1956 in Amsterdam im »Wildschütz« von Lortzing und 1969 ebenfalls in Amsterdam in »Giulio Cesare« von Händel. Sie setzte ihre Karriere bis 1984 fort. Sie lebte dann in Blaricum in Holland und betätigte sich im pädagogischen Bereich am Konservatorium von Arnheim; hier war die bekannte Sopranistin Charlotte Margiono eine ihrer Schülerinnen. Nachdem Aafje Heynis einen französischen Musikologen geheiratet hatte, verlegte sie ihren Wohnsitz nach Limoges. – Die üppige Altstimme der Sängerin wurde durch eine stilvolle Beseelung des Vortrages ausgezeichnet.
Schallplatten: Philips (2. und 3. Sinfonie von Gustav Mahler, Liedaufnahmen und Ausschnitte aus Oratorien), HMV (Querschnitt durch Glucks »Orpheus und Eurydike«), Telefunken (Madrigale und Concerti von Monteverdi), CRA-Rivo Alto (»Sulla Passione di Cristo« von Vivaldi).

Kurt MASUR ist am 19.12.2015 in Greenwich (Connecticut) verstorben

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Geboren am 18. Juli 1927 in Brieg (Niederschlesien); er war der Sohn eines Elektroingenieurs, der ein Elektrofachgeschäft betrieb. Kurt Masur absolvierte eine Ausbildung zum Elektriker; zeitweise arbeitete er in der Firma seines Vaters. Er sagte von sich selbst, er habe viel Freude an praktischer Arbeit. Der Klavierunterricht seiner älteren Schwester weckte bei ihm das Interesse am Klavierspiel. Mit 10 Jahren bekam er Klavierunterricht von der zweiten Organistin der Brieger Kirche, und er begann Orgel zu spielen. Ab 1942 war er zwei Jahre Schüler an der Landesmusikschule Breslau in den Fächern Klavier und Violoncello. Mit 16 Jahren bekam er die ärztliche Diagnose, dass der kleine Finger seiner rechten Hand nicht mehr streckbar sei, was eine Karriere als Pianist ausschloss. So reifte der Entschluss, stattdessen zu dirigieren. 1944/45 wurde er zum Kriegsdienst bei den Fallschirmjägern eingezogen. Nach seiner Rückkehr studierte er 1946-48 an der Leipziger Hochschule für Musik – Mendelssohn-Akademie Klavier bei Sigfrid Grundeis, Fritz Weitzmann und Franz Langer, Komposition und Orchesterleitung bei Heinz Bongartz und Kurt Soldam, brach das Studium jedoch ab. Später bezeichnete er sich deswegen als „Amateur“. Masur war bis 1966 in erster Ehe mit Brigitte Stütze verheiratet; sie bekamen zusammen drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. 1971 heiratete er die Mutter der gemeinsamen Tochter Carolin (* 1966), die Tänzerin Irmgard Elsa Kaul (* 1938). Sie starb 1972 bei einem Autounfall, bei dem Masur am Steuer saß und der noch zwei weitere Todesopfer forderte. Die genauen Umstände des Unfalls blieben ungeklärt. In dritter Ehe war er seit 1975 mit der japanischen Bratschistin und Sopranistin Tomoko Sakurai verheiratet. Aus dieser Ehe stammt der Sohn Ken-David (* 1977), der Dirigent ist. Insgesamt hat Masur fünf Kinder. Am 10. Oktober 2012 wurde öffentlich bekannt gegeben, dass Kurt Masur bereits seit einigen Jahren an der Parkinson-Krankheit leide. Nach mehreren Stürzen (April 2012 und Februar 2013) trat Masur nur noch selten auf; zuletzt dirigierte er im Rollstuhl sitzend. Am 19. Dezember 2015 starb Kurt Masur im Alter von 88 Jahren im amerikanischen Greenwich (Connecticut) im Krankenhaus. Nach einem öffentlichen Trauergottesdienst mit dem Thomanerchor und 28 Musikern des Gewandhausorchesters unter Leitung von Gotthold Schwarz in der Leipziger Thomaskirche soll Masurs Urne am 14. Januar 2016 im engsten Familienkreis auf dem Künstlerfeld (Abteilung II) des Leipziger Südfriedhofs beigesetzt werden. Im März 2016 ist ein Gedenkkonzert im Gewandhaus geplant.
Kurt Masur prägte als Gewandhauskapellmeister fast dreißig Jahre das Leipziger Musikleben. Nach seinem Studium war er 1948-51 Solorepetitor und Kapellmeister am Landestheater. Nach der Tätigkeit als Erster Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Erfurt (1951–53) und den Städtischen Theatern Leipzig (1953–55) wurde er 1955 Dirigent der Dresdner Philharmonie. 1958-60 war er Musikalischer Oberleiter am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und 1960-64 an der Komischen Oper Berlin. Er gastierte 1964-67 in verschiedenen europäischen Ländern und in Brasilien; 1967-72 leitete er die Dresdner Philharmoniker als Chefdirigent. 1970-97 war Masur Gewandhauskapellmeister in Leipzig; er gab mit dem Gewandhausorchester über 900 Tournee-Konzerte. In dieser Funktion setzte er den Neubau des neuen (dritten) Gewandhauses für das Orchester durch (Eröffnung 1981), das seit der Zerstörung im Krieg 1943 ohne eigene Spielstätte war. 1991-2002 wirkte er zudem als Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker. 2000-07 war er Musikdirektor des London Philharmonic Orchestra. 2002-08 oblag ihm auch die musikalische Leitung des Orchestre Natioanl de France in Paris. Seit 1997 war Kurt Masur Ehrendirigent des Gewandhausorchesters. Zudem war er seit 1992 Ehrengastdirigent beim Israel Philharmonic Orchestra sowie seit 1994 Ehrendirigent der Dresdner Philharmonie. Am 9. Oktober 1989, dem Tag der Leipziger Montagsdemonstrationen, gehörte Masur zu den sechs prominenten Leipzigern (neben den Sekretären der SED-Bezirksleitung Kurt Meyer, Jochen Pommert und Roland Wötzel, dem Kabarettisten Bernd-Lutz Lange und dem Theologen und Stasi-Mitarbeiter Peter Zimmermann), die den Aufruf Keine Gewalt! verfassten. Dieser Aufruf wurde während der Demonstration mehrfach über die Lautsprecher des Lepziger Stadtfunks verbreitet und trug maßgeblich zu deren friedlichem Verlauf bei. Am 27. Dezember 1989 wurde Masur erster Ehrenbürger der Stadt Leipzig nach dem Mauerfall. 2014 erhielt Masur für sein Engagement bei der Friedlichen Revolution die Goldene Henne in der Kategorie „Politik“. 1991 wurde unter Masurs Vorsitz die Internationale Mendelssohn-Stiftung e. V. für den Erhalt und die Wiederherstellung des Leipziger Mendelssohn-Hauses gegründet, in der er sich bis zuletzt engagierte. 2007 wurde ihm der Internationale Mendelssohn-Preis zu Leipzig verliehen, und er war Präsident der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung. 2004-13 leitete Kurt Masur als Vorstandsvorsitzender das Beethoven-Haus Bonn. Hier führte er 2006 die jährlichen Meisterkurse für Nachwuchskünstler ein. Schon früh wurden Masur Ehrungen zuteil: Die DDR zeichnete ihn mit dem Leipziger Kunstpreis und dem Nationalpreis aus. Im Jahr 1975 wurde er zum Professor an der Leipziger Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ ernannt. Im Jahr 1984 wurde ihm der Ehrendoktorgrad der Universität Leipzig verliehen. Am 26. Januar 1990 gehörte Masur zu den Gründern der Kulturstiftung Leipzig und wurde zu deren erstem Präsidenten (bis 1995) gewählt. 1994 wurde er Vorstandsmitglied der Deutschen Nationalstiftung. Masur war Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste Berlin. 2003 wurde er zum Ehrenmitglied des „Vereins Beethoven-Haus“ ernannt. Masurs Arbeit umfasste ein reiches Repertoire; zu seinen bekanntesten Aufnahmen zählen die Werke von Bruckner, Dvorák, Liszt, Mendelssohn, Prokofjew und Tschaikowski sowie die neun Sinfonien von Beethoven. Letztere spielte er mit dem Gewandhausorchester mehrfach ein. Von Masur gibt es zudem Aufnahmen von Bach, Brahms, Britten, Bruch, Cerha, Debussy, Mahler, Schostakowitsch, Schubert, Schumann und Sibelius; aber auch von Gershwin, dessen Werke er 1975 auf Schallplatte veröffentlichte. Zusammen mit Annerose Schmidt spielte er sämtliche Klavierkonzerte von Mozart ein; gemeinsam mit Emil Gilels und dem Staatlichen Sinfonieorchester der UdSSR die Klavierkonzerte Beethovens. Sowohl mit Yehudi Menuhin als auch mit Anne-Sophie Mutter nahm er das Violinkonzert von Brahms auf und begleitete Mutter auch bei Werken von Beethoven und Mendelssohn. Masur konzertierte ebenso mit Cyprien Katsaris, Hélène Grimaud und Helen Huang. Mussorgskys Bilder einer Ausstellung nahm er mehrfach in der weniger bekannten Orchestrierung von Sergej Gortschakow auf.
Unter der Leitung von Masur wurden auch die Opern Fidelio (Beethoven), Ariadne auf Naxos (Strauss) und Genoveva von Robert Schumann aufgezeichnet. Für den Deutschen Fernsehfunk wurde Walter Felsensteins Inszenierung von Giuseppe Verdis Otello aufgezeichnet, bei der Masur die musikalische Leitung innehatte. Die zahlreichen Einspielungen Masurs wurden hauptsächlich von Eterna und Philips (Aufnahmen mit dem Gewandhausorchester), aber auch von Teldec (Aufnahmen mit dem Gewandhausorchester und mit den New Yorker Philharmonikern) veröffentlicht; die meisten der Aufnahmen sind auf CD erhältlich. Aufnahmen mit dem Orchestre National de France erschienen bei Naïve Records.
Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.kurtmasur.com/

Carlos PAÏTA ist am 19.12.2015 in der Schweiz verstorben

Carlos PAITA

Geboren am 10. März 1932 in Buenos Aires; seine italienische Mutter war Sängerin und Pianistin. Sein Vater stammte aus Ungarn und war nach Argentinien emigriert. Carlos Païta studierte unter anderem bei Jacobo Ficher (Komposition, Harmonie und Kontrapunkt), bei Jan Neuchoff (Klavier) und bei Artur Rodzinski (Dirigieren). 24-jährig gab er sein Debüt als Dirigent am Teatro Colón. Dort erhielt er die Stellung als Korrepetitor und leitete die südamerikanische Premiere von Mahlers 2. Sinfonie. Sein europäisches Debüt gab er 1966 in Stuttgart. Im Jahr darauf dirigierte er in Brüssel und war anschließend mit Mahlers 8. Sinfonie in Karlsruhe. 1968 zog er nach Europa um und gab Konzerte in Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Spanien und Portugal. Seine Aufnahmen von Werken wie der Symphonie Pathétique von Tschaikowsky, der Ersten Sinfonie von Brahms, der Achten Sinfonie von Bruckner und der Siebten Sinfonie von Dvorák erhielten sehr gute Kritiken. Païta brachte sein Philharmonic Symphony Orchestra nach Paris, um Werke von Bruckner aufzuführen und ging mit dem Royal Philharmonic in ganz Europa auf Tournee. Sein nordamerikanisches Debüt fand im Januar 1979 statt, als er mit dem Houston Symphony Orchestra Mahlers Erste Sinfonie aufführte. Zugleich spielte er viele Werke, v. a. aus dem 19. Jahrhundert, auf Tonträgern ein (z. B. bei den Labels Decca und Lodia), darunter ein Wagner-Programm mit dem New Philharmonia Orchestra. Höhepunkte seiner Live-Konzerte waren Roméo et Juliette von Berlioz beim Prager Frühling, Aufführungen beim Enescu Festival in Rumänien, Schostakowitschs Achte Symphonie mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München sowie Konzerte in Amsterdam, Paris, Bratislava, Sofia, Warschau und in anderen Städten, v. a. in Europa. Carlos Païta bevorzugte große Orchester und eine an der Romantik des mittleren bis späten 19. Jahrhunderts orientierte Aufführungspraxis. Er imitierte aber keineswegs nur seine Lehrer Rodziński oder dessen Ideal Furtwängler, sondern fand schnell zu einem eigenen Stil, der aus heutiger zeitlicher Distanz eine stilistische Nähe teils zu H. v. Karajan, teils zu Georg Solti erkennen lässt, obwohl er nie so berühmt wurde wie diese beiden.
Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.carlospaita.com/

Rolf TOMASZEWSKI ist am 22.12.2015 verstorben

Rolf_Tomaszewski

Geboren am 18. März 1940 in Deutzen; er studierte zunächst Pädagogik und wollte Lehrer werden, entschloss sich dann jedoch zur Ausbildung seiner Stimme. Er begann seine Sängerlaufbahn 1959 am Elbe-Elster-Theater in Wittenberg, wo er als Baculus im »Wildschütz« von Lortzing debütierte. Er unterbrach jedoch die begonnene Karriere, ging wieder in seinen Beruf als Lehrer zurück und war als solcher 1962-63 in Borna tätig. Nach weiterer Ausbildung durch Johannes Kemter in Dresden wurde er 1963 als Chorist an das Theater von Neustrelitz engagiert und war danach 1966-69 als solcher am Landestheater von Altenburg in Thüringen tätig. 1970-71 Solistenengagement am Elbe-Elster-Theater in Wittenberg, 1971-75 bei der Sächsischen Landesbühne in Dresden-Radebeul. 1975 folgte er einem Ruf an die Dresdner Staatsoper, an der er jetzt zu einer großen Karriere kam. Man schätzte ihn als Mozart-Interpreten in Partien wie dem Sarastro in der »Zauberflöte«, dem Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, dem Komtur im »Don Giovanni« und dem Don Alfonso in »Così fan tutte«, aber auch in Rollen wie dem Kaspar im »Freischütz«, dem Leander in Prokofieffs »Liebe zu den drei Orangen« (1990), dem Maurer in »Melusine« von A. Reimann (1994), dem Landgrafen im »Tannhäuser« und dem König Heinrich im »Lohengrin«. In Buffo-Partien zeigte er ein ungewöhnliches darstellerisches Talent. 1976 nahm er an der Dresdner Uraufführung der Oper »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« von Udo Zimmermann teil. 1999 trat er an der Dresdner Staatsoper als König von Frankreich in der Oper »Lear« von A. Reimann auf. Er wirkte an der Staatsoper von Dresden in der Uraufführung der Oper »Celan« von Peter Ruzicka mit (25.3.2001). Gastspiele und Konzertauftritte rundeten die Karriere des beliebten Sängers ab.
Schallplatten: Eterna (Ausschnitte aus »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« von U. Zimmermann).

Noemí SOUZA ist am 25.12.2015 in Buenos Aires verstorben

Noemi Souza

Geboren am 19. Juni 1929 in Bahia Blanca; Ausbildung in der Opernschule des Teatro Colón von Buenos Aires durch Edytha Fleischer und Sergio Tulian. Debüt 1947 am Teatro Colón Buenos Aires als Berta in Rossinis »Barbier von Sevilla«. Sie hatte eine dreißigjährige Karriere an diesem Haus und erlangte während dieser Jahre dort eine ungewöhnliche Beliebtheit. Zugleich auch Mitglied des Teatro Argentino in La Plata. Sie sang auf der Bühne ein sehr umfangreiches Repertoire mit Höhepunkten wie der Carmen, der Dorabella in »Così fan tutte«, der Suzuki in »Madame Butterfly«, der Preziosilla in »La forza del destino« von Verdi und der Herodias in »Salome« von R. Strauss. 1971 wurde sie zur Ehrenbürgerin der Stadt Buenos Aires ernannt. Sie wirkte neben ihrer Tätigkeit auf der Bühne und im Konzertsaal als Professorin am Conservatorio Nacional in Buenos Aires und am Conservatorio Provincial in La Plata.
Argentinische Schallplattenaufnahmen.

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