Der Neue Merker

TODESFÄLLE (STAND FEBRUAR 2017)

TODESMELDUNGEN – Stand Februar 2017

Zusammenstellung: Walter Nowotny

Claire FASSBENDER-LUZ ist am 8.10.2016 in Freudenstadt verstorben

Claire Fassbender-Luz als Königin der Nacht

Geboren am 6. März 1917 in Erfstadt bei Köln; zunächst besuchte sie nach dem Schulabschluss im Jahr 1933 die rheinische Imkerschule und erlernte den Beruf der Imkerin. Aber der Wunsch, Sängerin zu werden, war so stark, dass sie in Köln Gesang studierte. Eine äußerst erfolgreiche Gesangskarriere, die die junge Frau auf viele Bühnen im In- und Ausland führte, nahm so ihren Anfang. Sie wurde an großen Bühnen engagiert, als Königin der Nacht hatte die Koloratursängerin Auftritte an den Opern in Koblenz und Aachen. Ihr Repertoire umfasste nicht nur klassische Opernliteratur, auch in zahlreichen Oratorien und Requien war sie gerade auch in Freudenstadts Stadtkirche, in der Taborkirche und im Kurhaus zu hören. Nach dem Tod ihres Ehemannes Ernst Luz 1972 führte sie als Direktorin das Hotel ihres Mannes in Freudenstadt bis zu seiner Schließung. Im Hotel gab sie regelmäßig Liederabende. Unter dem Titel „Geschichten aus dem Posthotel Freudenstadt“ dokumentierte sie kenntnisreich auch die Kulturgeschichte ihrer Stadt. Im zweiten Buch „Ich will Sängerin werden“ beschrieb sie ihre Zeit als Interpretin großer musikalischer Werke und berichtete über Stationen ihres künstlerischen Werdegangs.

Gerti GORDON ist am 7.12.2016 in Wien verstorben
Gerti Gordon
Geboren am 10. November 1933 in Wien; sie nahm ab 1952 bei Dia Luca Ballettunterricht. 1955-59 tanzte sie im Ballett der Wiener Volksoper. Danach wendete sie sich verstärkt dem Schauspiel zu, wirkte in Filmen wie Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen oder Apartment-Zauber mit und spielte im Theater in der Josefstadt bzw. den Kammerspielen (u.a. Dorli in der Komödie Katzenzungen mit Helene Thimig und Elfriede Ott) und im Volkstheater. 1967-74 war Gerti Gordon am Landestheater Salzburg engagiert. Sie spielte am Theater des Westens Berlin (die Titelrolle in dem Musical Sweet Charity), am Raimundtheater, bei den Salzburger Festspielen, Wiener Festwochen sowie im Kabarett Simpl. 1977-2002 war sie als Sängerin an der Volksoper engagiert. Sie war hier u.a. zu erleben als Fifi in Ein Walzertraum, Gräfin Kokozow in Der Graf von Luxemburg, Folle-Verdure in Pariser Leben, Mrs. Pearce in My Fair Lady, Hattie in Kiss Me, Kate, Salome und Betsy Wolkersdorfer in Zwei Herzen im Dreivierteltakt, Carla Schlumberger in Die Zirkusprinzessin und Fermina in Der Mann von La Mancha. Gelegentlich stand sie auch vor der Kamera, etwa für den US-Streifen The Boys from Brazil (Geheimakte Viertes Reich) mit Gregory Peck, Laurence Olivier, James Mason und Lilli Palmer (1985) oder für den TV-Film Gewitter im Mai von Xaver Schwarzenberger (1987).

Vilma BUKOVEC ist am 7.12.2016 in Ljubljana verstorben

Vilma_Bukovec

Geboren am 27. Februar 1920 in Trebnje (Slowenien); Ausbildung durch die Pädagogen Darianu und Leskovich in Ljubljana. Debüt März 1944 am Slowenischen Nationaltheater Ljubljana (Laibach) als Mimi in Puccinis »La Bohème«. Seitdem war sie eine der großen Sängerinnen dieses Opernhauses. 1955 Gewinnerin des internationalen Gesangwettbewerbs von Verviers. Im gleichen Jahr Gastspiele an führenden russischen Opernhäusern in Moskau, Leningrad, Odessa und Kiew. 1956 sang sie als Gast beim Holland Festival; auch in Westdeutschland, Österreich, Italien, Spanien, Griechenland, Ägypten und an jugoslawischen Operntheatern aufgetreten. Als ihre Glanzrollen galten die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Rusalka von Dvorák, die Titelrolle in Janáceks »Katja Kabanowa«, die Magda Sorel in »The Consul« von Gian Carlo Menotti, die Aida, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Manon und die Thaïs in den gleichnamigen Opern von Massenet und die Marguerite im »Faust« von Gounod. Dazu hatte sie eine bedeutende Konzertkarriere.
Schallplatten: Philips (»Die verkaufte Braut«, »Der Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky).

Georges PRÊTRE ist am 4.1.2017 in Navès (Dpt. Tarn, Frankreich) verstorben
Georges Prêtre
Geboren am 14. August 1924 in Waziers bei Douai (Frankreich); er studierte Musik mit den Hauptfächern Klavier und Trompete in Douai und ließ sich anschließend bei André Cluytens am Pariser Konservatorium zum Dirigenten ausbilden. Er debütierte als 22-Jähriger 1946 an der Oper in Marseille. Prêtre war Generalmusikdirektor der Pariser Oper, wo er u.a. »Don Quichotte« von Massenet, »Les Contes d‘Hoffmann«, »Don Carlos« von Verdi, »Samson et Dalila« von Saint-Saens, »Madame Butterfly«, »Moise« von Rossini, »Werther« und »Macbeth« von Verdi dirigierte. 1962 debütierte er mit »Capriccio« von Richard Strauss an der Wiener Staatsoper, an der er bis 1964 auch die Opern »Carmen«, »Rigoletto«, »Faust« von Gounod, »Madame Butterfly«, »La Bohème« und »Otello« von Verdi leitete; 1990 kehrte er nochmals für eine Neuproduktion von »Samson et Dalila« an die Wiener Staatsoper zurück. 1964 debütierte er mit »Samson et Dalila« an der Metropolitan Opera in New York. In insgesamt 101 Vorstellungen dirigierte er hier bis 1977 auch Aufführungen der Opern »Faust« von Gounod, »Arabella« von Richard Strauss, »Il Trovatore«, »Parsifal« und »Tristan und Isolde«. 1966 dirigierte er die letzte Aufführung (Farewell-Gala) in der alten New Yorker Metropolitan Opera und wenig später nach Eröffnung des Neubaus die Neuproduktion von »La Traviata«. 1966 debütierte er mit Gounods »Faust« an der Mailänder Scala, an der er neben vielen Konzerten bis 2011 auch die Opern »Turandot«, »Die Walküre«, »Roméo et Juliette« von Berlioz, »Samson et Dalila«, »Carmen«, »Pelléas et Méliosande«, »La Bohème«, »Werther«, »Madame Butterfly«, »Manon Lescaut« von Puccini, die beiden Ravel-Einakter »L’Heure Espagnole« und »L’Enfant et les sortilèges«, »Cavalleria rusticana« und »I Pagliacci« sowie »Les Troyens« von Berlioz dirigierte. 1986-91 war er „Erster Gastdirigent“ der Wiener Symphoniker. 1989 dirigierte er bei den Salzburger Festspielen Puccinis »Tosca«, 1997 an der Pariser Opéra Bastille Puccinis »Turandot« sowie 2009 beim Festival von Orange »Cavalleria rusticana« und »Pagliacci«. 2012 dirigierte er bei der Eröffnung des Wiener Opernballs. Er leitete regelmäßig die großen Orchester Europas und Amerikas, darunter die Berliner Philharmoniker (Waldbühnen-Konzert 1992) und die Wiener Philharmoniker. Prêtre galt als Spezialist der Musik seiner Heimat, insbesondere setzte er sich für die Werke von Francis Poulenc ein. 1959 dirigierte er die Uraufführung von dessen Monooper »La voix humaine«. Maria Callas schätzte ihn besonders, Herbert von Karajan förderte ihn. In jungen Jahren trat er auch unter dem Pseudonym Georges Dhérain auf. 2008 dirigierte er – mit 83 Jahren bis dahin der älteste Dirigent – das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, 2010 dirigierte er es zum zweiten Mal. 2005 und 2009 leitete er das Neujahrskonzert am Teatro La Fenice in Venedig.

Géori BOUÉ ist am 5.1.2017 in Paris verstorben

Geori Boue

Geboren am 16. Oktober 1918 in Toulouse; sie studierte am dortigen Konservatorium bei Claude Jean und debütierte 1935 am Opernhaus von Toulouse als Page Urbain in den »Hugenotten« von Meyerbeer. Sie sang dann in Toulouse Partien wie den Siebel im »Faust« von Gounod, die Hilda in »Sigurd« von Reyer, die Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell«, die Micaela in »Carmen« sowie Operettenrollen. Sie schloss ihre Ausbildung in Paris bei Reynaldo Hahn und Henri Busser ab, sang an Operettentheatern der französischen Hauptstadt und kam 1938 an die Opéra-Comique Paris (Antrittsrolle: Mimi in »La Bohème«). Seitdem große Erfolge an den beiden führenden Operntheatern von Paris, an der Opéra-Comique wie an der Grand Opéra, an der sie seit 1941 (Antrittsrolle: Marguerite im »Faust« von Gounod) regelmäßig sang, so auch 1953 in der Premiere von Rameaus »Les Indes galantes«. An der Grand Opéra hatte sie ihre großen Erfolge als Rosenn in »Le Roi d’Ys« von Lalo, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Salomé in »Hérodiade« und als Thaïs von Massenet. 1941 gastierte sie bei den Vorstellungen in der Arena von Arles als Mireille in der Originalfassung der gleichnamigen Oper von Gounod. 1944 trat sie am Grand Théâtre in Genf auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer internationalen Gastspielkarriere. Sie erschien als Gast an der Oper von Nizza, am Teatro Liceu von Barcelona und an der Oper von Mexico City. 1946 gastierte sie am Opernhaus von Zürich, 1954 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, 1949-50 in Rio de Janeiro, auch in Chicago, am Teatro Comunale Bologna (1958 als Herzog von Reichstadt in »L’Aiglon« von Honegger und Ibert) und an der Oper von Monte Carlo (1952 als Mireille und in der Titelrolle der Operette »Ciboulette« von Reynaldo Hahn). 1950-67 gastierte sie am Grand Théâtre in Genf als Mimì, als Prinzessin Saamcheddine in »Marouf« von Henri Rabaud, als Madame Butterfly, als Mireille, als Manon von Massenet, als Marguerite von Gounod, als Jean in »Le Jongleur de Notre-Dame« von Massenet, als Tatjana in »Eugen Onegin« und als Titelheldin in »La belle Hélène« von Offenbach. An der Mailänder Scala sang sie die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, während ihr Gatte Roger Bourdin den Pelléas gestaltete. 1955 gastierte sie beim Maggio Musicale in Florenz in »Angélique« von Ibert. Bei einer Russland-Tournee trat sie u.a. am Bolschoi Theater Moskau als Tatjana in »Eugen Onegin« und als Madame Butterfly auf. Ihre weiteren Bühnenpartien waren die Traviata, die Nedda im »Bajazzo«, die Titelrolle in »Louise« von Charpentier, später auch die Charlotte in Massenets »Werther«. 1957 kam es zwischen ihr und der Direktion der Grand Opéra zu Auseinandersetzungen, worauf sie sich mehr der Operette zuwandte und nun auch auf diesem Gebiet zu großen Erfolgen kam, so 1960 am Théâtre Mogador Paris in Offenbachs »La belle Hélène« und Lehárs »Die lustige Witwe«. Sacha Guitry übertrug ihr in dem Tonfilm »La Malibran« die Rolle jener unvergesslichen Diva des 19. Jahrhunderts. 1966 gründete sie in Paris das Centre Lyrique Populaire de France. In Frankreich als lyrische Sopranistin innerhalb ihrer Generation kaum übertroffen; neben ihrer Tätigkeit auf der Bühne entwickelte sie eine große Karriere im Konzertsaal, vor allem als Lied-Interpretin. Nach 1973 gab sie ihre Karriere auf und arbeitete dann im pädagogischen Bereich. – Sie war verheiratet mit dem bekannten Bariton Roger Bourdin (1900-73).
Schallplatten: Odeon, Urania (vollständige »Thaïs«), HMV (»Faust« unter Sir Thomas Beecham), Columbia (»Hoffmanns Erzählungen«), Bourg (»L’Aiglon« von A. Honegger, 1956), Decca, Saturn (Arien), Pathé, alle unter dem Namen Mme. Géori-Boué erschienen.

Nicolai GEDDA ist am 8.1.2017 in Tolochenaz bei Lausanne (Schweiz) verstorben

Nicolai GEDDA

Geboren am 11. Juli 1925 in Stockholm; seine Mutter war Schwedin. Er wurde zuerst von seiner Tante Olga Gedda und nach deren Heirat 1928 durch deren Gatten, den Bassisten Michail Ustinow, adoptiert, der Bassist im Donkosaken-Chor war. Er verbrachte seit 1928 seine Kindheit in Leipzig, wo sein Vater Kantor der russisch-orthodoxen Gemeinde wurde. 1934 kam er nach Schweden zurück und begann später eine Lehre als Bankkaufmann. Zufällig wurde seine Stimme entdeckt und durch Carl Martin Öhmann in Stockholm, später durch Paola Novikowa in New York, ausgebildet. 1950-51 war er in der Opernschule der Stockholmer Oper. Er debütierte 1951 an der Königlichen Oper von Stockholm als Chapelou im »Der Postillon von Lonjumeau« von Adam. Es kam sehr schnell zur Entwicklung einer glänzenden internationalen Karriere. 1959 wirkte er an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von H, Sutermeisters »Der rote Stiefel« mit. 1953 Gastspiel an der Mailänder Scala als Don Ottavio im »Don Giovanni« und in der italienischen Erstaufführung von »Trionfi« von Carl Orff. Hier sang er in weiterer Folge 1955 den Tamino in der »Zauberflöte«, 1958 in Beethovens Missa solemnis, 1966 den Faust von Gounod, 1969 und 1975 in Berlioz-Konzerten, 1974 den Don José in »Carmen« sowie 1976 mit dem Ensemble der Covent Garden Oper London die Titelpartie in »Benvenuto Cellini« von Berlioz; 1975, 1977 und 1993 gab er hier auch sehr erfolgreiche Liederabende. Es folgten Gastspiele in Turin und Rom und 1954 an der Grand Opéra Paris als Hüon im »Oberon« von Weber. An der Covent Garden Oper London sang er 1954 als Antrittspartie den Herzog im »Rigoletto«. Man bewunderte bei den Festspielen von Aix-en-Provence seinen Titelhelden in Glucks »Orfeo ed Euridice«, 1956 sang er dort in der klassischen Oper »Platée« von Rameau, 1954 den Vincent in den denkwürdigen Aufführungen von Gounods »Mireille« im Val d’enfer. Seit 1957 wirkte er bei den Salzburger Festspielen mit, wo man ihn 1957 als Belmonte in Mozarts »Entführung aus dem Serail«, 1958 als Anatol in »Vanessa« von Samuel Barber, 1959 als Ferrando in »Così fan tutte«, 1961 als italienischen Sänger im »Rosenkavalier« und als Don Ottavio, dazu in großen Konzertveranstaltungen (1959 in Beethovens Missa solemnis und 1961 in Bachs H-Moll-Messe) und in erfolgreichen Liederabenden (1959, 1961, 1969, 1971, 1974 und 1996) hörte sowie am 17.8.1957 in der Uraufführung der Neufassung von Liebermanns »Die Schule der Frauen« (als Horace). Regelmäßig war er an der Staatsoper von Wien zu Gast, an der er seit 1962 (Debüt als Tamino am 30.5.1962 anlässlich der Festvorstellung im Theater an der Wien unter Herbert von Karajan) bis 1977 in insgesamt 37 Vorstellungen auftrat, und zwar als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als Herzog im »Rigoletto«, als Don Ottavio, als Faust von Gounod, als Rodolfo in »La Bohème«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« und als Alfredo in »La Traviata«. An der Wiener Volksoper hat er insgesamt 23 Vorstellungen gesungen. Er debütierte am 10. April 1965 als Sou Chong im »Land des Lächelns«. Sechsmal stand er in der Saison 1989/90 als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« auf der Bühne. Außerdem wirkte er bei zwei Galakonzerten (1985 und 1986) mit und sang bei der Festvorstellung von der »Fledermaus« zum 100-jährigen Bestehen der Volksoper zwei musikalische Einlagen. Bei den Wiener Festwochen gastierte er 1967 als Titelheld in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn zusammen mit Joan Sutherland und 1973 als Nemorino in »L’Elisir d‘amore« im Theater an der Wien. 1957 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittspartie: Faust von Gounod). Er sang dort länger als fünfzwanzig Jahre und wirkte am 15.1.1958 in der Uraufführung der Oper »Vanessa« von Samuel Barber in der Rolle des Anatol und 1964 in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Last Savage« von Menotti als Kodanda mit. Er hat an der Metropolitan Oper bis 1983 in 24 Spielzeiten 28 Partien in 367 Vorstellungen gesungen: den Don Ottavio, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Tamino, den Lenski im »Eugen Onegin«, den des Grieux in Massenets »Manon«, den Barinkay im »Zigeunerbaron« von Johann Strauß, den Alfredo, den Admète in »Alceste« von Gluck, den Dimitrij im »Boris Godunow«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Nemorino, den Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, den Elvino in »La Sonnambula«, den Herzog in »Rigoletto«, den Don José, den Romeo in »Romeo et Juliette« von Gounod, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Rodolfo, den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Riccardo, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Ernesto im »Don Pasquale« und den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. Er trat auch an den Opern von Chicago (1970 als Alfredo) und San Francisco (1968 als Titelheld in Aubers »Fra Diavolo«, 1971 als italienischer Sänger im »Rosenkavalier« und als des Grieux in Massenets »Manon«) auf. 1961 große Konzert-Tournee durch Nordamerika. 1966 sang er als erste Wagner-Partie in Stockholm den Lohengrin. 1968 an der Covent Garden Oper die Titelrolle in »Benvenuto Cellini« von Berlioz. 1980 Gastspiel am Bolschoi Theater Moskau. Seine Kariere dauerte sehr lange; einen seiner größten Erfolge hatte er in der Spielzeit 1985-86 an der Oper von Stockholm in der Partie des Gustavus (Gustaf III.) in Verdis »Un Ballo in maschera«; 1991 trat er am gleichen Haus als Christian in der vergessenen Oper »Gustaf Wasa« von Naumann auf. Als Konzertsänger setzte er seine Karriere bis in die neunziger Jahre mit anhaltenden Erfolgen fort. 1995 gab er einen sehr erfolgreichen Liederabend in Wien. 1997 trat er an der Londoner Covent Garden Oper in der Partie des Abdisu in »Palestrina« von Hans Pfitzner auf. Kurz vor seinem 75. Geburtstag gab er 2000 in Wien einen glanzvollen Liederabend mit Liedern von Duparc, Tschaikowsky, E. Grieg und Rachmaninoff. Seinen letzten Liederabend in Wien gab er am 2. Juli 2001 an der Wiener Staatsoper. Er nahm seinen Wohnsitz in Morges im Schweizer Kanton Waadt. 1965 wurde er schwedischer Hofsänger, 1966 Mitglied der schwedischen Musikakademie, 1968 Dekoration mit dem Orden »Litteris et artibus«, 1989 Österreichischer Kammersänger. 1977 veröffentlichte er seine Memoiren (»Gåvan är inte gratis«). – Ausdrucksvolle, musikalisch glänzend geführte lyrisch-dramatische Tenorstimme, besonders erfolgreich in Mozart-Partien und im französischen Repertoire. Großer Konzert- und Liedersänger. Die Vielseitigkeit seines Repertoires ist nicht weniger zu bewundern wie die Intensität seiner Gestaltung all dieser sehr verschiedenen Aufgaben.
Lit: G. Storjohann: Nicolai Gedda (in »Opera«, 1966); Autobiographie »Mein Leben – meine Kunst« (in deutscher Übersetzung 1997).
Bei der Fülle von Schallplattenaufnahmen, die von der Stimme des Sängers vorhanden sind, (darunter viele vollständige Opern) kann hier nur ein annähernder Überblick gegeben werden. Zu nennen sind Aufnahmen auf HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, »Boris Godunow«, »Der Barbier von Sevilla«, »Il Turco in Italia« von Rossini, »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, »La damnation de Faust« von Berlioz, »Faust« von Gounod, »Iwan Susanin« von Glinka, »Carmen«, »Les pêcheurs de perles« von Bizet, »Louise« von Charpentier, »Fra Diavolo« von Auber, »Manon« und »Thaïs« von Massenet, »Così fan tutte«, »Don Giovanni«, »Die Zauberflöte«, »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, »Rigoletto«, »Padmâvati« von Roussel, »Der Bettelstudent« von Millöcker, Matthäuspassion von J.S. Bach, Petite Messe solennelle von Rossini), auf Columbia (»La Bohème« und »Carmen« zusammen mit Maria Callas, »Werther« von Massenet, »Der Barbier von Bagdad« von Cornelius, »Der Rosenkavalier« und »Capriccio« von R. Strauss, »Faust« von Gounod, »Die Fledermaus«, »Die lustige Witwe«), auf Philips (»Così fan tutte«, »Benvenuto Cellini« von Berlioz), auf RCA (»Rigoletto«, »Vanessa« von S. Barber), auf Erato (»Krieg und Frieden« von Prokofieff), auf Ariola-Eurodisc (»I Puritani« von Bellini), auf DGG (Titelrolle in »Palestrina« von Hans Pfitzner), auf CBS (»Cendrillon« von Massenet), auf Pathé (»Platée« von Rameau, »Don Giovanni«, »Orfeo ed Euridice« von Gluck), auf HMV-Electrola (»Die Zwillingsbrüder« von Schubert, »Abu Hassan« von Weber, »Der Freischütz«, »Die Entführung aus dem Serail« und »Der Schauspieldirektor« von Mozart, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Undine« und »Zar und Zimmermann« von Lortzing), auf Melodya (Lieder), auf Orfeo (»Alceste« von Gluck; »Die Schule der Frauen« von Liebermann, Salzburg, 1957; Konzert, Hannover 1964), auf BJR (»Le Prophète« von Meyerbeer), auf Cetra Opera Live (»La clemenza di Tito« von Mozart), auf Gala (Admète in »Alceste« von Gluck, Metropolitan Oper New York 1961 mit Eileen Farrell), auf Virgin (»Gustaf Wasa« von Johann Gottlieb Naumann), auf Myto (»Idomeneo« von Mozart, Nemorino in »L’Elisir d’amore«, Theater an der Wien 1973), auf Sony (Lenski im »Eugen Onegin«, 1990 aufgenommen) und auf EMI (Mr. Triquet im »Eugen Onegin«, 1994 aufgenommen!). Hinzu kommen Arien- und Liedaufnahmen auf vielen Marken, Mitschnitte von Rundfunk- und Fernsehsendungen. (Nicolai Gedda soll der Sänger sein, von dem die meisten Schallplattenaufnahmen vorhanden sind).
Weitere Informationen auf folgender Homepage: http://www.nicolai-gedda.de/

Laura DIDIER ist am 9.1.2017 in der Casa Verdi in Mailand verstorben
Laura Didier Gambardella als Carmen
Als Carmen

Geboren am 9. Juli 1928 in Santiago de Chile; anfängliche Studien am Konservatorium von Santiago de Chile bei Margherita Salvi. Sie debütierte 1949 am Teatro Municipale von Santiago de Chile als Fidalma in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa. Sie kam dann nach Italien, wo sie Schülerin von Mercedes Llopart, Narducci und Wodnansky wurde. 1955 trat sie am Teatro Comunale Florenz in der kleinen Rolle der Gianetta in »L‘Elisir d’amore« auf. Sie gastierte 1962 am Teatro San Carlos Lissabon (als Marina im »Boris Godunow«), 1962 in Lugano (als Preziosilla in Verdis »La Forza del destino«), 1963 an der Oper von Marseille (als Adalgisa in »Norma«) und an der Oper von Bordeaux (1966 als Azucena im »Troubadour«, 1968 als Adalgisa). Sie debütierte 1962 als Maddalena im »Rigoletto« an der Mailänder Scala und sang dann im gleichen Jahr an der Piccola Scala in Mailand die Giunone in der Oper »La fida Ninfa« von Vivaldi; am 18.6 1962 wirkte sie an der Mailänder Scala in der szenischen Uraufführung von Manuel de Fallas »L‘Atlantida« als Alcione mit und sang hier 1967 die Marga in »Chowanschtschina« von Mussorgsky. Sie trat bis Mitte der siebziger Jahre regelmäßig am Teatro San Carlo Neapel auf, u.a. als Herodias in »Salome« von R. Strauss, als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók und als Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli. Sie lebte in Rom, wo sie bis 1976 oft an der dortigen Oper zu hören war. und gastierte an weiteren Theatern, u.a. am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Fenice Venedig, in Athen, auch bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom (hier 1960 als Amneris und als Maddalena im »Rigoletto«, 1972 wieder als Amneris). Sie trat auch unter dem Namen Laura Didier-Gambardella auf.
Schallplatten: Decca (u.a. Lola in »Cavalleria rusticana« zusammen mit Elena Nicolai und Mario del Monaco, Amneris in »Aida«), HMV (Beppe in »L‘Amico Fritz« von Mascagni mit Luciano Pavarotti in der Titelrolle), Tryphon Classics (vollständige Oper »Sakuntala« von Fr. Alfano), Memories (»L‘Atlantida« von M. de Falla, Scala 1962).

Klaus BRUCH ist am 11.1.2017 in Köln verstorben
Klaus BRUCH
Geboren am 5. Jänner 1936 in Remscheid; er erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule von Köln. 1964 wurde er in das Opernstudio der Kölner Oper aufgenommen und wechselte 1966 als reguläres Mitglied in das Ensemble dieses Hauses, dem er rund dreißig Jahre angehörte. Er übernahm hier vor allem Charakter- und Comprimariopartien wie den Antonio in »Figaros Hochzeit«, den Kilian im »Freischütz«, den Konrad Nachtigall in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Vater in »Hänsel und Gretel«, den Morbio in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss (den er auch 1981 als Gast an der Staatsoper Wien sang), den Fra Melitone in Verdis »La forza del destino«, den Baron Douphol in »La Traviata«, den Fléville in »Andrea Chénier« von Giordano, den Kaiserlichen Kommissar in »Madame Butterfly«, den Lord in »Fra Diavolo« von Auber, den Luther in »Hoffmanns Erzählungen«, den Dancairo in »Carmen«, den Micha in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Dachs in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und den Mirko Zeta in Lehárs »Die lustige Witwe«. Er wirkte in Köln auch in einer Reihe von Ur- und Erstaufführungen mit, so in Szokolays »Hamlet« (1970) und in »Der Meister und Margarita« von York Höller (1991). Er gastierte mit dem Ensemble der Kölner Oper u.a. bei den Festspielen von Schwetzingen; er trat gastweise an der Opéra-Comique Paris auf. Auch als Konzert- und Oratoriensänger aufgetreten.

Melvyn POLL ist am 12.1.2017 in Seattle (Washington) verstorben
MELVYN-POLL
Geboren am 15. Juli 1941 in Seattle; sein Gesangstudium erfolgte bei Gustave Stern in Seattle, dann bei Marinka Gurewich, bei Elsa Seyfert und bei Martin Rich in New York. Zuvor hatte er Rechtswissenschaften studiert und sich bereits als Rechtsanwalt betätigt. 1971 kam er zu seinem Bühnendebüt am Pfalztheater von Kaiserslautern in der Partie des Rodolfo in Puccinis »La Bohème«. Später sang er vor allem an der New York City Opera; er gastierte an nordamerikanischen Theatern wie an der Oper von Tel Aviv. In seinem Bühnenrepertoire berücksichtigte er in erster Linie lyrische Partien aus dem Bereich der italienischen Oper wie den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Alfredo in »La Traviata«, er konnte sich aber auch als Faust in der Oper gleichen Namens von Gounod und in zahlreichen weiteren Aufgaben aus dem Bühnen- wie dem Konzertrepertoire auszeichnen.

Rosemarie LANG ist am 12.1.2017 verstorben

Rosemarie Lang

Geboren am 21. Mai 1947 in Grünstädtel bei Schwarzenberg (Erzgebirge); sie studierte in Leipzig Gesang und war dort Schülerin von Elisabeth Breul, Eva Schubert-Hoffmann und später von Helga Forner. 1969 gewann sie den Robert Schumann-Wettbewerb in Zwickau, 1972 den Bach-Wettbewerb. Nachdem sie zunächst am Landestheater von Altenburg (Thüringen) gesungen hatte, kam sie 1972 an das Opernhaus von Leipzig, an dem sie eine langjährige Karriere durchlief. Gastspiele führten sie an die Staatsopern von Dresden und Berlin (hier u.a. 1987 als Klytämnestra in »Iphigenie in Aulis« von Gluck, 1988 als Brangäne in »Tristan und Isolde« aufgetreten) und an weitere Bühnen in Ostdeutschland. 1987-2009 war sie reguläres Mitglied der Staatsoper Berlin. Dazu hatte sie eine vielseitige, erfolgreiche Konzertkarriere. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind als Höhepunkte Rollen wie die Dorabella in »Così fan tutte«, der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, der Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart, der Romeo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, die Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini und der Octavian im »Rosenkavalier« zu nennen. Sie sang an der Staatsoper Berlin am 14.7.1989 in der Uraufführung der Oper »Graf Mirabeau« von S. Mathus. Bei den Festspielen von Salzburg übernahm sie 1990 das Alt-Solo im Stabat mater von Dvorák. 1996 war sie an der Oper von Oslo als Fricka und als Waltraute im Nibelungenring zu Gast und gastierte in diesen beiden Rollen auch mit dem Ensemble der Oper von Oslo 1997 am Theater Royal in Norwich. 1997 sang sie an der Berliner Staatsoper die Suzuki in »Madame Butterfly« und die Gräfin Geschwitz in »Lulu« von A. Berg, 1998 die 2. Dame in der »Zauberflöte«, 1999 die Clairon im »Capriccio« von R. Strauss und die Marcellina in »Figaros Hochzeit«. 1999 hörte man sie an der Oper von Washington als Brangäne, zugleich ihr US-Debüt. 2000 trat sie an der Staatsoper Berlin wie am Teatro Real Madrid als Brangäne auf und sang in Berlin das Alt-Solo im Requiem von Verdi, 2001 an der Berliner Staatsoper die Waltraute und die 1. Norn im Nibelungenring. Sie war eine geschätzte Liedersängerin (»Frauenliebe und -leben« von R. Schumann, »Winterreise« von Schubert, Wesendonck-Lieder von R. Wagner).
Schallplatten: Philips (Alt-Solo in »Paulus« von Mendelssohn), DGG (Larina in »Eugen Onegin«, »Der feurige Engel« von Prokofieff, 8. Sinfonie von G. Mahler), Ars vivendi (»Deutsche Sinfonie« von Hans Eisler, Lieder von R. Schumann und J. Brahms, Te Deum von Bruckner), BGM (Silla in »Palestrina« von Hans Pfitzner), Eterna (»Gurrelieder«  von A. Schönberg), Eterna/Berlin Classics (»Israel in Ägypten« von Händel), BIS (Missa solemnis von Beethoven), Chandos (Lieder von Tschaikowsky), Teldec (9. Sinfonie von Beethoven), Capriccio/EMI (Messen von Fr. Schubert).

Dobrila BOGOŠEVIĆ ist am 12.1.2017 in Belgrad verstorben
Dobrila Bogošević
Geboren am 20. August 1929 in Uroševcu; sie besuchte die Musikakademien von Belgrad und Zagreb und wurde 1954 sogleich an die Nationaloper Belgrad verpflichtet. Für viele Jahre blieb sie Mitglied dieses Opernhauses und wurde hier in Partien wie der Norina im »Don Pasquale«, der Rosina in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Gilda im »Rigoletto«, der Violetta in »La Traviata« und der Marguerite im »Faust« von Gounod herausgestellt. 1962 sang sie beim Edinburgh Festival im Rahmen eines Gastspiels der Belgrader Oper die Ninetta in Prokofjews »L’Amour des trois oranges« und den Pedro in »Don Quichotte« von Massenet. Ihre Tätigkeit beschränkte sich jedoch nicht auf die jugoslawische Metropole; sie unternahm Gastspiele in Polen, in Ostdeutschland, in der Schweiz, in Italien, England und Ägypten. Dabei trat sie nicht nur auf der Bühne sondern auch als Lieder- und Konzertsängerin hervor.
Aufnahmen ihrer Stimme existieren unter dem Etikett von Jugoton.
Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.dobrilabogosevic.com/umetnickirad.html

Gerd GROCHOWSKI ist am 16.1.2017 in Mainz verstorben

Bildergebnis für gerd grochowski
Als Wotan. Foto: Staatstheater Wiesbaden

Geboren am 28. Februar 1956 in Krefeld; er gehörte zu den erfolgreichsten Sängern des dramatischen Bass-Bariton-Fachs. Nachdem er 2005 von der Zeitschrift „Opernwelt“ für die Titelrolle von Ferruccio Busonis »Doktor Faust« zum Sänger des Jahres nominiert worden war, gelang ihm  der Durchbruch an der Mailänder Scala (2007 und 2009 als Kurwenal in »Tristan und Isolde« unter der Leitung von Daniel Barenboim sowie 2013 als Gunther in der »Götterdämmerung«) sowie 2008 als Kurwenal an der Metropolitan Opera New York (ebenfalls unter der Leitung von Daniel Barenboim). Weitere Engagements als Gunther führten ihn an die Berliner Staatsoper und 2010 unter Sir Simon Rattle zu den Salzburger Oster-Festspielen. Einen weiteren großen Erfolg feierte er als Telramund im »Lohengrin« am Royal Opera House Covent Garden, dem NNT Tokyo und in der Berliner Philharmonie. Als Amfortas und Klingsor im »Parsifal« war er an den Opernhäusern in Lyon, Frankfurt und an der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Kent Nagano zu Gast. Neben dem Schwerpunkt Wagner ist Gerd Grochowski aber auch ein gefragter Interpret anderer Rollen des dramatischen Fachs. So gab er sein Rollendebüt als Dr. Schön in A. Bergs »Lulu« am Teatro Real Madrid, den Prus in Janáčeks »Die Sache Makropoulos« an der Staatsoper Stuttgart, den Scarpia in »Tosca« an der Berliner und der Münchner Staatsoper, sowie den Don Pizarro in »Fidelio« an der Berliner Staatsoper, bei den Proms in der Royal Albert Hall und in konzertanter Fassung mit der Dresdner Philharmonie. Als Schischkoff in Janáčeks »Aus einem Totenhaus«  beeindruckte er in einer Produktion mit Pierre Boulez und Patrice Chéreau bei den Wiener Festwochen, beim Festival Aix en Provence und beim Holland Festival in Amsterdam, wo er außerdem als Orest in Richard Strauss‘ »Elektra«  zu hören war. Weitere Erfolge feierte Gerd Grochowski in Barcelona im Palau de la Musica Catalana unter Pinchas Steinberg mit der Rolle des Blaubart in Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« und als Thoas in Glucks »Iphigénie en Tauride« am dortigen Gran Teatre del Liceu in einer Inszenierung von Pina Bausch. Gerd Grochowski war auch ein gern gesehener Gast auf den internationalen Konzertpodien. So sang er zuletzt unter Charles Dutoit das War Requiem in der Tokyo Radio Hall und das Brahms Requiem in der Dresdener Philharmonie unter der musikalischen Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos. Mit seiner Interpretation der Baritonpartie aus Zemlinskys Lyrischer Symphonie überzeugte er im Januar 2014 in der Tonhalle Düsseldorf. Bei der deutschen Erstaufführung von Hans Werner Henzes »Der Opfergang« unter der Leitung von Steven Sloane unterstrich er seine musikalische und sängerische Qualität bei der Interpretation zeitgenössischer Musik. An der Oper von San Francisco gastierte er 2010 als Prus in Janáčeks »Die Sache Makropoulos«, 2011 als Donner und als Gunther im Nibelungenring sowie 2012 als Telramund. 2013-15 sang er im Neuen Musiktheater Linz den Wotan im Nibelungenring. 2016 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen als Klingsor im »Parsifal«, den er auch im Festspielsommer 2017 hätte singen sollen. Gerd Grochowski starb nur einen Tag nach der Premiere der »Walküre« am Staatstheater Wiesbaden, in der er als Wotan noch Ovationen erhalten hat.
Mittlerweile sind eine Reihe von Produktionen und Aufführungen mit Gerd Grochowski auch auf CD und DVD erschienen, wie z. B. Orest (»Elektra«  mit Marc Albrecht und dem Nederlands Philharmonic Orchestra), Telramund (»Lohengrin« mit Marek Janowski und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin), Schischkoff (»Aus einem Totenhaus« mit Pierre Boulez in der Inszenierung von Patrice Chéreau), Kurwenal (»Tristan und Isolde« mit Daniel Barenboim in der Inszenierung von Patrice Chéreau aus der Mailänder Scala) und Gunther (»Götterdämmerung« mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern).

Roberta PETERS ist am 18.1.2017 in Rye (New York) verstorben

Roberta PETERS

Geboren am 4. Mai 1930 in der Bronx (New York); ihre Familie stammte aus Österreich, eigentlicher Name Roberta Petermann. Ihre Eltern betrieben in New York ein Schuhgeschäft. Seit ihrem 13. Lebensjahr wurde sie durch William Hermann in New York ausgebildet. Sie debütierte 1950 im Alter von 19 Jahren an der New Yorker Metropolitan Oper, als sie für die erkrankte Nadine Conner in der Partie der Zerlina im »Don Giovanni« einsprang. Zwei Monate später erfolgte ihr offizielles Debüt als reguläres Ensemble-Mitglied der Metropolitan Oper in der Rolle der Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Seitdem blieb sie für 35 Jahre an diesem Haus. Hier sang sie auch 1955 in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Arabella« von R. Strauss die Fiakermilli und 1964 in der amerikanischen Erstaufführung von Menottis »The Last Savage« die Rolle der Kitty. Bis 1985 trat sie an der Metropolitan Oper in 23 Partien und in insgesamt 515 Vorstellungen auf. Zu den Partien, die sie an der New Yorker Metropolitan Oper sang, gehörten die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Barbarina wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Gilda im »Rigoletto«, die Lauretta im »Gianni Schicchi«, die Despina in »Così fan tutte«, die Sophie im »Rosenkavalier«, der Hirtenknabe im »Tannhäuser«, die Adele in der »Fledermaus«, der Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, der Amor in Glucks »Orfeo ed Euridice«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Norina im »Don Pasquale«, die Lucia di Lammermoor, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, die Amina in »La Sonnambula«, die Nannetta in Verdis »Falstaff« und die Marzelline im »Fidelio«. Gastspiele in Chicago und ihr Auftreten im Konzertsaal brachten ihr weitere bedeutende Erfolge. 1953 sang sie an der Covent Garden Oper in »The Bohemian Girl« von Balfe unter Sir Thomas Beecham. 1957 gastierte sie an verschiedenen italienischen Bühnen, 1961 an der Covent Garden Oper als Gilda, 1971 in Berlin, 1972 am Bolschoi Theater Moskau und an der Kirow-Oper Leningrad sowie an der Stuttgarter Staatsoper (als Gilda). Überaus erfolgreiche Konzertreisen in Sowjetrussland und 1971 in Israel. 1963 gastierte sie als Gilda und als Königin der Nacht an der Wiener Staatsoper. Bei den Salzburger Festspielen 1963-64 als Königin der Nacht, 1964 auch in einem Mozart-Konzert aufgetreten. In den sechziger Jahren gab sie regelmäßig Gastspiele an der Philadelphia Opera (als Lucia di Lammermoor, als Adele und als Traviata), 1965 auch an der Oper von New Orleans (als Gilda), 1961 und 1969 an der Oper von San Antonio/Texas (als Gilda bzw. als Lucia di Lammermoor), an der Oper von Seattle (1964 als Lucia di Lammermoor) und beim Cincinnati Festival (1960 als Rosina im »Barbier von Sevilla«). Auch in Operetten und Musicals feierte man sie; so sang sie 1973 am New Yorker Broadway in dem Musical »The King and I«. Bis 1985 ist sie an der Metropolitan Oper aufgetreten. Später sang sie an anderen Theatern auch die Mimi in »La Bohème«, die Traviata und die Manon von Massenet. 1989 gastierte sie bei der Newark Opera als Adina, 1994 an der Opera Pacific Costa Mesa als Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«. Sie ging einer Lehrtätigkeit an der Ithaka University nach. – Die Künstlerin war kurze Zeit mit dem Bariton Robert Merrill (1917-2004) verheiratet. In zweiter Ehe heiratete sie den Immobilienhändler Bertram Fields; aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ihre Autobiographie erschien unter dem Titel »A Debut at the Met« (New York, 1967). – Virtuos geführte, brillante Koloraturstimme.
Lit: J. Hines: Roberta Peters (Garden City, NY, 1982); J. Gruen: Lucky Star: Roberta Peters (in »Opera News«, 1975-76), M. de Schauensee: Coloratura (New York, 1967).
Schallplatten: RCA (vollständige Opern »Il Barbiere di Siviglia«, »Rigoletto«, »Un Ballo in maschera« von Verdi, »Orfeo ed Euridice« von Gluck, »Ariadne auf Naxos«, »Lucia di Lammermoor«, »Le nozze di Figaro«), aber auch DGG (»Die Zauberflöte«), CBS (»Così fan tutte«) und Decca (Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«). Sang auf Robin Hood Records die Norina im »Don Pasquale« (Mitschnitt, New York, 1956), auf Cetra Opera Live (»Hoffmanns Erzählungen«, »Un ballo in maschera«), Replica (»Rigoletto«), Historical Performances (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, Metropolitan Oper, 1956).

Klára TAKÁCS ist am 21.1.2017 verstorben
Klara Takacs
Geboren am 24. April 1945 in Lengyeltoti (Ungarn); sie sang zuerst im Budapester Madrigalchor, wurde darauf an der Franz Liszt-Musikakademie von Budapest zur Solistin ausgebildet. 1975 war sie Preisträgerin beim Internationalen F. Erkel- Wettbewerb in Budapest. Seit 1973 bekanntes Mitglied der Nationaloper Budapest, an der sie als Lola in »Cavalleria rusticana« debütierte. Hier hatte sie als Orpheus von Gluck, als Adalgisa in Bellinis »Norma«, als Titelheldin in Goldmarks »Die Königin von Saba«, als Titelfigur in Rossinis »La Cenerentola«, als Cherubino in »Figaros Hochzeit« und in einer Fülle weiterer Partien sehr große Erfolge. Ähnliche Erfolge ergaben sich bei Gastspielen in Ungarn wie im Ausland und auf den Gebieten des Konzert- und Oratoriengesanges. Sie gastierte mehrfach an der Wiener Staatsoper (1985-89 als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, als Cherubino, als Romeo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« und als Maddalena im »Rigoletto«) und nahm 1986 an deren Japan- Tournee als Cherubino teil. 1987 Gastspiel am Teatro Colón Buenos Aires als Charlotte im »Werther« von Massenet und als Eudoxia in »La Fiamma« von O. Respighi. 1991-92 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Marcellina in »Le nozze di Figaro«. – Sie sollte nicht mit der jüngeren Sängerin Tamara Takácz (* 1950) verwechselt werden, die fast gleichzeitig, und auch als Mezzosopranistin, in Budapest tätig war.
Schallplatten der Marke Hungaroton, darunter mehrere integrale Opernaufnahmen: »Medea« von Cherubini als Partnerin von Sylvia Sass, »Die Königin von Saba« von Goldmark, »Nerone« von Boito, »Hunyadi László« von Erkel, »Der Apotheker« von Haydn, »Belfagor« von O. Respighi, »Andrea Chénier« von Giordano, Mozart-Requiem, »Die Legende der hl. Elisabeth« von F. Liszt, Missa solemnis von Beethoven, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von G. Mahler, »Hary János« von Kodály, geistliche Musik von J. Haydn, Suzuki in »Madame Butterfly«, Krönungsmesse von F. Liszt, Petite Messe solennelle von Rossini; auf Ariola-Eurodisc Maddalena im »Rigoletto«, auf Legato Zaida in »Dom Sébastien« von Donizetti.

Veljo TORMIS ist am 21.1.2017 verstorben

Veljo Tormis

Geboren am 7. August 1930 in Kuusalu; er wurde als Sohn eines evangelischen Küsters und Chorleiters geboren. Er spürte früh eine Neigung und Begabung für die Musik. 1942-44 lernte er Orgel am Tallinner Konservatorium bei August Topman. Nach der Besetzung Estlands durch die Sowjetunion im Herbst 1944 wurde die Orgelklasse des Konservatoriums geschlossen, denn Orgelmusik galt als christliche und kirchliche Musik. 1950/51 studierte er das Fach Komposition am Staatlichen Tallinner Konservatorium bei Villem Kapp. Er schloss sein Studium 1956 am Moskauer Konservatorium in der Kompositions-Klasse von Wissarion Schebalin ab. 1955-60 war Tormis Dozent an der Tallinner Musikschule. 1956-69 arbeitete er als Konsultant bei der Komponistenvereinigung der Estnischen SSR (estnisch ENSV Heliloojate Liit) in Tallinn. Ab 1969 war er als freischaffender Komponist tätig. Er sammelte die Lieder und Zaubersprüche der kleinen ostseefinnischen Völker, der Ischoren, Liven, Wepsen und Woten. Sie gingen in seine mehr als 60 großen Chorwerke ein. Sein bedeutendstes Chorwerk ist programmatisch Vergessene Völker überschrieben. So wurde Tormis zu einer „Stimme des Widerstands gegen eine sowjetische Politik einer Zerstörung von Erinnerung“. 1974-89 bekleidete Tormis das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Estnischen Komponistenverbands. 1974 erhielt Tormis den Staatspreis der UdSSR, nachdem ihm bereits 1970 und 1972 der Staatspreis der Estnischen SSR verliehen worden war. 1980 und 1986 wurde er mit dem Jahrespreis Musik der Estnischen SSR ausgezeichnet. 1987 erhielt Tormis den Titel eines „Volkskünstlers der UdSSR“. 1989 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Estnischen Musikakademie verliehen. Es folgten 1995 der Kulturpreis der Republik Estland und 1998 die Auszeichnung für sein Lebenswerk durch die Stiftung für estnische Volkskultur (Eesti rahvuskultuuri fond). 2009 erhielt er den Kompositionspreis des Estnischen Musikrats und 2010 den Orden des Staatswappens I. Klasse. Veljo Tormis war mit der Theaterwissenschaftlerin Lea Tormis (* 1932), der Tochter des estnischen Schriftstellers Paul Rummo (1909–81), verheiratet. Ihr Sohn ist der Photograph Tõnu Tormis (* 1954).

Peter EWALDT ist am 22.1.2017 in Salzburg verstorben

Peter EWALDT

Geboren 1952 in St. Anton am Arlberg; er wurde am Salzburger Mozarteum zum Dirigenten und Pianisten ausgebildet. Bei den Salzburger Festspielen assistierte er Herbert von Karajan, Giorgio Strehler und Jean-Pierre Ponnelle. 1975 wurde er Korrepetitor und Dirigent am Linzer Landestheater, seit 1981 arbeitete er als Erster Kapellmeister und Studienleiter am Salzburger Landestheater. Er gastierte regelmäßig, so z.B. beim Essener Folkwang Orchester und der Norddeutschen Philharmonie. In den letzten Jahren leitete er Produktionen wie »Frau Luna«, »Kiss Me, Kate«, »The Sound of Music«, »La Cage aux Folles«, »Im Weißen Rössl«, die Barockoper »Dafne« sowie in der Spielzeit 2016/2017 »Monty Python’s Spamalot« am Salzburger Landestheater. Der Dirigent und Kapellmeister hat das musikalische Schaffen der Opernsparte am Salzburger Landestheater über Jahrzehnte geprägt und bereichert. Als musikalischer Leiter der Produktion »The Sound of Music« war er mitverantwortlich für den größten Erfolg in der Geschichte des Landestheaters und leitete fast neunzig der bisher gespielten Vorstellungen sowie die große internationale Gala zum 50-jährigen Jubiläum des Filmes in der Felsenreitschule.

Anna ZENTAI ist am 24.1.2017 verstorben

Anna ZENTAI

Geboren am 29. Juni 1924 in Budapest; Biographie der ungarischen Operettensängerin auf Ungarisch: https://hu.wikipedia.org/wiki/Zentai_Anna

Rudolf BIBL ist am 27.1.2017 in Frontignan (Frankreich) verstorben

Geboren am 4. Mai 1929 in Wien; Großvater und Urgroßvater waren k. u. k. Hofkapellmeister und Domorganisten. Schon während der Gymnasialzeit studierte Rudolf Bibl an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien Klavier, Klarinette und Komposition und besuchte die Dirigentenklasse. Nach der Matura wollte er Biologie oder Veterinärmedizin studieren, doch Prof. Hans Swarowsky, der Dirigent und weltberühmte Lehrer einer ganzen Dirigentengeneration, wusste dies zu verhindern. Er engagierte den jungen Künstler 1948 als Solorepetitor an die Grazer Oper. Von dort ging er 1952 als Kapellmeister nach Innsbruck und wieder nach Graz als Operettenchef. 1960 kehrte Rudolf Bibl nach Wien zurück, zuerst an das Raimundtheater und dann als Erster Dirigent an das Theater an der Wien. 1969-73 war er Musikdirektor in Trier, verbunden mit ständigen Gastspielen in Frankreich und Luxemburg. Seine lange Verbundenheit mit der Volksoper begann, als er am 2. Dezember 1972 für Das Land des Lächelns zum ersten Mal am Pult des Hauses stand. Ab der Saison 1973/74 bis zu seiner Pensionierung am 31.8.1989 war Prof. Rudolf Bibl fest an der Volksoper engagiert. Aber auch danach blieb er dem Haus bis zuletzt auf einzigartige Weise verbunden. 1991 wurde Prof. Rudolf Bibl zum Ehrenmitglied der Volksoper Wien ernannt. Er ist Träger des Ehrenkreuzes des Landes Burgenland. Vom österreichischen Bundespräsidenten erhielt Rudolf Bibl das Verdienstkreuz erster Klasse für Kunst und Wissenschaft und anlässlich der Vorstellungen von Die lustigen Witwe und Die Fledermaus in der Wiener Staatsoper (1999-2003 insgesamt 22 Vorstellungen) das Silberne Ehrenkreuz der Republik Österreich. An der Volksoper hat er im Laufe von 45 Jahren an 2273 Abenden ein umfassendes Opern-, Operetten- und Musicalrepertoire dirigiert. Er leitete die Uraufführung von Robert Stolz – Servus Du und weitere 18 Premieren: u. a. Zwei Herzen im Dreivierteltakt (1975), Im weißen Rössl (1976 und 1993), Der Fremdenführer (1978), Gasparone (1980), Die Csárdásfürstin (1982), Die lustigen Weiber von Windsor (1982), Hello, Dolly! (1984), Das Land des Lächelns (1985), Madame Pompadour (1986), Der Zigeunerbaron (1989) und Der fidele Bauer (1997). Weiters dirigierte der Künstler die Neuinszenierungen von Die Fledermaus (1974), Der Graf von Luxemburg (1977) und Die Zirkusprinzessin (1990). Ein wichtiges Ziel war ihm immer, Wiener Musik in höchster Qualität der Welt bekannt zu machen. Er betreute zahlreiche Auslandsgastspiele, wie jene in Den Haag (1975, 1976), Moskau (1983), Berlin (1986), Japan (1979, 1982, 1985, 1989, 1993, 2016) oder den USA (1984). Als Konzertdirigent war Rudolf Bibl stets gern gesehener Gast in Japan, wo er auch zahlreiche Neujahrskonzerte mit dem Symphonieorchester der Volksoper Wien und dem NHK Tokio dirigierte. Zudem leitete er Operettenproduktionen in St. Gallen, an der Opéra de Bastille Paris (1998 Die lustige Witwe, 2003-04 Die Fledermaus), an der Berliner Staatsoper und bei den Seefestspielen Mörbisch, deren musikalischer Leiter er über viele Jahre war. Bis zuletzt stand Professor Bibl am Pult des Volksopernorchesters. Er begleitete die Volksoper im Mai 2016 zum Japangastspiel nach Tokio, wo er drei Vorstellungen von Die Csárdásfürstin dirigierte. Seine letzte Vorstellung an der Volksoper war Die Fledermaus am 1. Jänner 2017.

Pavel KUDRIAVCHENKO ist am 27.1.2017 verstorben
Pavel Kudriavchenko
Geboren am 12. August 1952 in Tusly bei Odessa; nach seiner Ausbildung am Neshdanova- Konservatorium in Odessa begann er seine Bühnenkarriere am dortigen Opernhaus und war dann für zehn Jahre Mitglied des Opernhauses von Kiew. 1984 kam er an das Bolschoi Theater Moskau, wo er in der »Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow debütierte und in den folgenden Jahren u.a. als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Canio im »Bajazzo«, als Don José in »Carmen« und als Jaromir in »Mlada« von Rimsky-Korssakow erfolgreich auftrat. 1989 gastierte er mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters an der Scala als Dimitrij. Im gleichen Jahr 1989 fand sein US-Debüt am Opernhaus von Miami als Manrico im »Troubadour« statt. An der Covent Garden Oper London trat er 1989 als Turiddu, 1991 als Dimitrij, an der Bayerischen Staatsoper München als Kalaf in Puccinis »Turandot«, im Wembley Stadion London wie bei der Welsh Opera Cardiff als Ernani in der gleichnamigen Verdi-Oper auf. Bei Gastspielen des Bolschoi Theaters in Italien und Frankreich hörte man ihn als Radames in »Aida«, als Kalaf und ebenfalls als Dimitrij, in Moskau 1990 als Wakula in »Die Nacht vor Weihnachten« von Rimsky-Korssakow. Beim Edinburgh Festival sang er 1991 den Wakula (bei einem Gastspiel des Bolschoi Theaters Moskau)  und 1992 den Andrej Morozow in »Opritschnik« von Tschaikowsky. Bei den Festspielen von Bregenz sang er 1993 den Ismaele in Verdis »Nabucco«, an der Oper von Bordeaux im gleichen Jahr den Dimitrij. Auch als Konzertsänger kam er zu einer großen internationalen Karriere. Er trat auch unter dem Namen Paolo Kudriavchenko auf. – Verheiratet mit der Sopranistin Katerina Sverdlovskaya-Kudriavchenko (* 2.3.1958).

Paul VONDRAK ist am 28.1.2017 in Wien verstorben
Paul VONDRAK
Geboren am 28. April 1939 in Wien; er studierte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper sowie bei seinem Vater Ewald Vondrak und bei Willy Fränzl. Seit 1953 Mitglied des Ensembles, avancierte er 1958 zum Solotänzer und war 1965-82 Erster Solotänzer. Zu seinen wichtigsten Partien in abendfüllenden Balletten zählten Prinz Désiré und Blauer Vogel in Wazlaw Orlikowskys Dornröschen, Franz in Aurel von Milloss’ Coppélia, die Titelrolle in Orlikowskys Der Pagodenprinz, Mercutio in Dimitrije Parlićs und Tybalt in John Crankos Romeo und Julia, Hofnarr in Orlikowskys Aschenbrödel und Bauern-Pas-de-deux in Gordon Hamiltons Giselle. Zu Rollen wie Leutnant Sandor in Erika Hankas Hotel Sacher und Tancred in Parlićs Le Combat kamen Partien in Werken von Milloss wie Apollo in Marsyas, Geschöpf in Die Geschöpfe des Prometheus und Er in Wiener Idylle sowie Bryaxis in Orlikowskys Daphnis und Chloë, Mohr in Michail Fokins Petruschka, Roter Ritter in Ninette de Valois’ Schachmatt, Junger Mann von Gegenüber in Antony Tudors Pillar of Fire und Offizier in Léonide Massines Gaîté Parisienne. In Balletten von George Balanchine wurde er mit Hauptpartien in Die vier Temperamente, Serenade und Symphonie in C betraut. Schon die Aufzählung dieser Rollen gibt Zeugnis von der Vielseitigkeit Paul Vondraks. Sein Repertoire umspannte alle Fächer vom Danseur noble über den Demi-caractère-Tänzer bis zum Charakterdarsteller. Neben zahlreichen Gastspielen mit dem Wiener Staatsopernballett, wozu auch Auftritte bei den Bregenzer Festspielen zählten, gastierte er mehrmals beim Ballett der Belgrader Nationaloper und unternahm ausgedehnte Tourneen mit diesem Ensemble.
Paul Vondrak war mit Gisela Cech, ehemalige Erste Solotänzerin des Wiener Staatsopernballetts, verheiratet.

Diese Seite drucken