Der Neue Merker

TOBLACH/ Südtiroler Festspiele: MAHLERS 9. SINFONIE D-Dur in Kammermusikfassung

Südtiroler Festspiele: 9. Symphonie D-dur von G.Mahler in Kammermusikbesetzung   9.9.2017.

Als Höhepunkt kam zum Festival-Ende die lX. Mahler-Symphonie zur Aufführung, aber nicht in der gewohnten Fassung für großes Orchester, sondern in einer reduzierten Fassung für Kammerorchester von Klaus Simon von 2011 (100.Todestag Mahlers). In dieser Fassung sind alle Instrumentengruppen einfach besetzt, außer den Hörnern, die ja oft chorisch spielen, sowie die Klarinetten, die ja durch ihre“ klare“ Spielweise auch eine große Bindungskraft erzeugen (je zweifach besetzt). Ein Akkordeon kommt, wie bei Mahler wohl auch, vor, ist aber in dieser Aufführung kaum herauszuhören. Ein Klavier übernahm wohl den Part der Celesta. Gespielt haben das Bläserensemble Windkraft – Kapelle für Neue Musik, übergreifend in Nord-und Südtirol zuhause, und die bekannten Virtuosi Italiani. Die Leitung hatte Kasper de Roo inne, Leiter von ‚Windkraft‘ sowie international  tätiger Dirigent.

Als Resumee der 1 1/2stündigen Aufführung kann festgehalten werden, daß solch eine reduzierte Fassung durchaus ihre Berechtigung hat, da sie spezielle Orchesterfarben in einer ganz anderen charakteristischen Art sehr interessant zum Ausdruck bringen kann und dadurch auch eine anderes neues Licht auf die Komposition zu werfen im Stande scheint. Ob die ureigensten Intentionen Mahlers dagegen wiedergegeben werden, der ja mit seinen Symphonien eine eine ganze Welt erschaffen wollte, sei dahingestellt. Das von Mahler eingearbeitete ‚folkloristische Element‘, das die transitorische Intention ja verstärken soll, scheint mir in dieser Aufführung bzw. Fassung zu sehr herausgestellt. Trotzdem kann die immense Leistung der Ausführenden und des Dirigenten nicht hoch genug gewürdigt werden.                            

 Friedeon Rosén  

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