Der Neue Merker

TIROL / SKIWELT WILDER KAISER – BEIM KAISER IN BESTER OBHUT

Tirol/ SkiWelt Wilder Kaiser – beim Kaiser in bester Obhut, 20. Jan. 2015

von Ursula Wiegand

 Lange hat der gesamte Alpenraum in diesem Winter auf das ersehnte Weiß warten müssen. Doch zu Weihnachten fielen in der SkiWelt Wilder Kaiser–Brixental dicke Flocken. Ein Kaiser weiß halt, was sich ziemt. Immerhin herrscht der Wilde Kaiser über das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs.

Söll mit spätbarocker Pfarrkirche, geweiht 1771 
Söll mit spätbarocker Pfarrkirche, geweiht 1771. Foto: Ursula Wiegand

 Gemeinsam mit St. Petrus und freundlichen Wetterhexen hat er über die Talorte Söll, Scheffau, Ellmau und Going im Norden sowie Itter, Hopfgarten, Westendorf und Brixen im Thale im Süden ein weißes Glitzergewand gebreitet.

 Söll, spätgotische Pfarrkirche, innen
Söll, spätbarocke Pfarrkirche, innen. Foto: Ursula Wiegand

 In Söll ragt die 1771 geweihte, spätbarocke Pfarrkirche St. Peter und Paul, bereits die dritte an dieser Stelle, über gepuderte Dächer. Ein Kulturdenkmal. Drinnen präsentiert sie sich prachtvoll und zählt mit ihrem imposanten Hochaltar und den vier Seitenaltären zu den schönsten Kirchen im Alpenraum.

Söll, der Postwirt, 13. Jh. 
Söll, der Postwirt, 13. Jh. Foto: Ursula Wiegand

 Gleich gegenüber steht der „Postwirt“, Sölls ältestes Gasthaus mit 800jähriger Tradition.

Dort beginnt der 2,3 km lange Koller-Rundgang am Waldrand entlang zum Bauernhof Oberkoller von 1492, Sölls ältester Ansiedlung und nun eine Premium-Schnapsbrennerei mit Verkostung. Vorbei an der Pirchmooser Kapelle geht’s zurück zur Pfarrkirche.

Söll, Pirchmooser Kapelle 
Söll, Pirchmooser Kapelle. Foto: Ursula Wiegand

 Bleiben auf diesem Weg Schuhe und Hosen einigermaßen trocken, so sieht es bei mancher Schneeschuhwanderung anders aus. „Bis zu den Knien ging uns der Schnee zu Silvester,“ sagt Bergwanderführer Georg Treichl. Nichts für „Flachlandtiroler“ in Jeans und Turnschuhen. Bei weniger tiefem Schnee macht er mit den Gästen auch Nordic Walking, so auf dem Schattseitweg ab der Gondelbahn-Talstation.

 Abfahrt Richtung Wilder Kaiser
Abfahrt Richtung Wilder Kaiser. Foto: Ursula Wiegand

 Zu der eilen bereits die Alpinskiläufer, um diesen Skizirkus mit seinen 280 Pistenkilometern (!) zu erkunden. Da der Untergrund aus Almwiesen besteht, genügt relativ wenig Schnee, um Skigenuss mitsamt Talabfahrt zu gewährleisten. Beschneit wird außerdem.

Wilder Kaiser, die Hohe Salve als Drehpunkt 
 Wilder Kaiser, die Hohe Salve als Drehpunkt. Foto: Ursula Wiegand

 Dreh- und Angelpunkt dieser ausgedehnten Skiarena ist die 1.829 Meter messende Hohe Salve. Die einen brettern sogleich die gut präparierten Pisten hinunter und müssen aufgrund von 90 Liften und Bahnen keine Abfahrt zweimal machen. Die meisten Pisten sind blau (leicht) und rot (mittelschwer) markiert und daher auch für „Normalos“ geeignet.

Wilder Kaiser, rote Piste Richtung Ellmau 
Wilder Kaiser, rote Piste Richtung Ellmau. Foto: Ursula Wiegand

 Die roten sollte jedoch niemand unterschätzen. Wer will schon nach einem filmreifen Sturz beim „Bergdoktor“ landen, selbst wenn im Bergdoktorhaus in Ellmau bereits ein blütenweißes Laken die Liege ziert? Für den nächsten Dreh von ZDF und ORF ist schon alles vorbereitet.

Ohnehin lassen es viele ruhiger angehen und trainieren spätestens um 12 Uhr den Einkehrschwung. Also rein in eine der mehr als 70 urigen Tiroler Hütten oder rauf auf die Sonnenterrassen der Keatalm oder der Frank-Alm. In der Rübezahlalm geht’s öfter hoch her, doch die lobenswerte Beschilderung sorgt dafür, dass schließlich alle in ihren Talort zurückfinden.

 Wilder Kaiser, Jausenstation Frank-Alm
Wilder Kaiser, Jausenstation Frank-Alm. Foto: Ursula Wiegand

 Es sei denn, sie würden demnächst mal im ALPENIGLU Dorf Hochbrixen nächtigen. Doch nicht jeder/jede muss das so „cool“ haben. Apès-Ski in Sölls Hexenalm an der Gondelbahn-Talstation ist offensichtlich für viele die bessere Alternative. Ab 16 Uhr macht der DJ Disco- und Volksmusik, schnell sind die ersten auf der Tanzfläche. Das heizt so richtig auf und präpariert für den Nachtskilauf und das Mondscheinrodeln auf beleuchteten Strecken.

Genau so gerne wie die Österreicher  kommen die Deutschen zum Wilden Kaiser, insbesondere die Bayern. „Das Preisniveau ist in etwa gleich, doch bei uns wird fürs Geld mehr geboten und ständig in Verbesserungen investiert,“ betont Skiguide Anita Baumgartner.

 Tafel SkiWelt Wilder Kaiser
Tafel SkiWelt Wilder Kaiser. Foto: Ursula Wiegand

Aus diesem Grund wird die 44 Jahre alte Hartkaiserbahn ab dem 6. April abgebaut und durch eine 10er-XLarge-Gondelbahn mit verdoppelter Förderkapazität ersetzt. Alle Kabinen haben Sitzheizung und WLAN und sind behindertengerecht. Die Talstation wird erweitert und erhält eine Tiefgarage mit über 150 Gratisplätzen. Eine neue Mittelstation kommt hinzu.

Oben an der Bergstation entsteht das „Erlebniseldorado Hartkaiser“ mit Kinderrestaurant, Kleinkinderbetreuung, Skischulen für Große und Kleine sowie ein Skidepot. 23 Millionen Euro kostet diese Investition in die Zukunft, die später auch den Sommergästen zugute kommt. Am 06 Dezember 2015 soll die 2,1 km lange Superbahn eröffnet werden.

 Kinder Kaiserland, Scheffau, Georg Told mit Mini-Carvern
Kinder Kaiserland, Scheffau, Georg Told mit Mini-Carvern. Foto: Ursula Wiegand

 Schon in dieser Saison wurde die gleiche Summe locker gemacht, u.a. für die neue 8er-Sesselbahn mit Kindersicherung in der SkiWelt Scheffau. Dort, im Kinder Kaiserland, hat Georg Told federleichte Baby-Ski mit einer Halterung ausgetüftelt, in die die Kleinen mit ihren Winterstiefeln einsteigen. Täglich um 12 Uhr üben sie 45 Minuten mit diesen Mini-Carvern. Wenn sie danach fröhlich lachen, strahlt auch Georg Told.

KiKo, Birgit Mayr wartet auf die Kleinen 
KiKo, Birgit Mayr wartet auf die Kleinen. Foto: Ursula Wiegand

 Eine weitere Neuheit ist das Kiko in Söll, ein umgebauter Kornspeicher an der Gondelbahn-Talstation. In dem umgestalteten Holzbau werden die ganz Kleinen (ab 1 Jahr) von Birgit Mayr und Maria Ehammer liebevoll betreut. Bei solch gästefreundlichen Investitionen wundert es nicht, dass „skiresort.de“ die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental schon mehrmals unter die besten Skigebiete der Welt eingereiht hat.

Söll, Gewusel beim Kinderskikurs 
 Söll, Gewusel beim Kinderskikurs. Foto: Ursula Wiegand

 Im Kinderskikurs vor dem KiKo gibt’s schon Gewusel. Beim Kurven um bunte Tafeln machen alle eifrig mit. Dass manche Kids mutiger und andere vorsichtiger sind, fällt jedoch auf. Die Menschen sind halt verschieden, von Kindesbeinen an.

 Söll, Huskytag mit Musher Erwin
Söll, Huskytag mit Musher Erwin. Foto: Ursula Wiegand

 Genau so unterschiedlich sind die Huskys von Musher Erwin, der am Huskytag in Söll mit jedem Teilnehmer eine flotte Runde dreht und begeistert von seinen Hunden erzählt.

Musher Erwin mit den Huskys 
Musher Erwin mit den Huskys. Foto: Ursula Wiegand

 „Black Bandit ist der Boss, Cheyenne die First Lady, Damon ein Draufgänger, Enya ein Wirbelwind, Geronimo ein Frechdachs, Neesha eine Vorlaute, Little Blue Eyes ein scheues Reh und Yukon der reinste Tollpatsch,“ lacht er. Dass sich einer immer vordrängelt, kommt den Zweibeinern bekannt vor.

Nina und Jana lieben Huskys 
Nina und Jana lieben Huskys. Foto: Ursula Wiegand

 Für warme Füße bei den Plaudereien sorgt heißer alkoholfreier Punsch. Den Zwillingen Nina und Jana ist jedoch gar nicht kalt. Die hocken bei den Hunden im Schnee und streicheln sie ausdauernd. Das mögen die Huskys sehr, genau wie die Lamas in Ellmau. Beim Lama-Trekking spuckt keines.

 Gasthof Stangl in Going, 400 Jahre Tradition
Gasthof Stangl in Going, 400 Jahre Tradition. Foto: Ursula Wiegand

 Tierisches auf andere Art bietet der „Stanglwirt“ in Going, ein inzwischen stark expandierender Familienbetrieb seit 400 Jahren. Dort kann man/frau im 5-Sterne-Hotel nächtigen, Lipizzaner bewundern und bei Kühen speisen.

 Gasthof Stangl, speisen bei Kühen
Gasthof Stangl, speisen bei Kühen. Foto: Ursula Wiegand

 Während die hinter einer Glaswand Heu mampfen oder dösen, genießen die Gäste köstliche Kalbsleber und saftige Steaks. Fischliebhaber und Vegetarier müssen ebenfalls nicht darben.

 Infos  unter www.wilderkaiser.info und www.skiwelt.at. Noch bis zum 31. Jänner laufen die Kaiserwochen mit netten Gratis-Schmankerln. Vom 07. bis 28. März gibt’s Sonnenskilauf mit Gratis-Ski-Guidings zu Hütten mit Live-Musik. – Ein Hit sind die SuperSkiwochen, diesmal vom 14. März bis 12. April mit 25 % Rabatt bei Übernachtung, Skiverleih und Skikursen. 7 ÜF + Skipass für 6 Tage in einer Frühstückspension gibt es ab 349 Euro/Person.

Für Bahnanreisende bietet Four Seasons Travel einen 24-Stunden-Shuttle vom Bahnhof Kufstein zu Unterkünften in Söll, Scheffau, Ellmau und Going. Die einfache Fahrt für Erwachsene kostet 28,00 Euro, ab 2 Personen 14,00 Euro/Person. 75 % Kinderermäßigung. Buchbar bis 48 Stunden vor der Anreise. Telefon +43 – 512 – 58 41 57, Mail: office@airport-transfer.com.

(U.W.)

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