Der Neue Merker

Stuttgart: ARIODANTE. Wiederaufnahme mit zwei Neubesetzungen

 

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Copyright: Staatsoper Stuttgart/ Kalscheuer

Stuttgart: ARIODANTE am  5.1.2018

In einer erneuten Aufführungsserie von Händels ‚Ariodante‘ (I.: Jossi Wieler, Sergio Morabito, Ausstattung: Nina von Mechow), die vielfach auch in diesem Medium besprochen wurde, gab es bei den SängerInnen zwei Umbesetzungen: Einmal Laurina Bendziunaite als Hofdame Dalinda, die hochgewachsene litauische  Sängerin kann bei sehr wohlklingendem, akkuratem und flexiblem belcantescem Sopran auch einigen Sexappeal in die Rollengestaltung einbringen. Sein Debut als Lurcanio gibt mit guttimbriertem Tenor Kai Kluge, seine Liebe zu Dalinda bekennend, erst abgewiesen, später erhört. Bei seinen Anklagen Ginevras als Treubrüchige kann die Stimme sich auch fast dämonisch anverwandeln mit dem Resultat der Vestoßung Ginevras durch ihren Vater. Aufgrund einer Erkältung sang Matthew Brook nur die Rezitative  des schottischen Königs, den er aber  intensiv spielte. Für seine Arien sprang im hohen Orchestergraben Simon Bailey von der Oper Frankfurt ein, der mit sonorem Baßbariton fast vom Blatt sang.

Am meisten Furore machten wieder Ana Durlovski als Ginevera und Diana Haller als italienischer Ritter in der Titelrolle mit ihrem tollen Mezzo. Der Counter-Protagonist Polinesso wurde von dem verschlagen verhaltenen Gerold Thompson gegeben, der  seinen Altus nur in den Höhenschlüssen auftrumpfen ließ. Er rezitierte auch die Rousseau-Texte über den Verfall der Sitten am Theater sarkastisch.

Sprühend und klangintensiv kam auch das Staatsorchester herüber, immer sehr inspiriert  dirigiert von Giuliano Carella.

Friedeon Rosén

 

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