Der Neue Merker

STRASSHOF/ NÖ/ „KUMST“: DER BETTELSTUDENT von Franz Millöcker

  1. 9. 2017  Strasshof

Kultur vor Ort „KUMST“: „DER BETTELSTUDENT“

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Copyright: Dr. Elmar Eggerer

Eine große Hochachtung verdient MR. Dr. Gerhard Kitzler, der völlig in Eigeninitiative im Jahre 2014 dieses Kunstunternehmen gründete. Der musische Medicus, selber Maler und Autor schuf dieses Kulturzentrum von Strasshof in einer Lagerhalle einer aufgelassenen Möbelfirma und rettete somit auch den Bau vor dem Abbruch. Er ist auch Vorstandsmitglied des Österreichischen Ärztekunstvereins, wo er auch Ausstellungen organisiert.

In Strasshof ist die Musik etwas mehr im Vordergrund, dennoch finden auch Ausstellungen in der großen Halle statt.

Diesmal konnte man die Regiearbeit der vielseitigen Künstlerin Regina Schörg bewundern. Sie setzte mit einem jungen Ensemble auf Altbewährtes, eine sehr kluge Entscheidung. Die Jugend soll erst einmal das Stück umsetzen, mit Regieblödheiten des neuen Musiktheaters werden sie im Laufe ihrer Karriere sicher noch ordentlich gequält. Regina Schörg legte großen Wert auf ordentlich gesprochene Texte, gute leichte Bewegung und Natürlichkeit. Sie war auch zusammen mit Georg und Michael Weiland für das praktische und einfache hübsche Bühnenbild verantwortlich.

Die  musikalische Leitung lag bei Max Schamschula, der auch das Orchester am Klavier ersetzte. 

Als arme adelige Gräfin Palmatica hörte man Isabella Kuess mit reifem Sopran und guter Spiellaune.  Ihre beiden Tochter sangen Anete Liepina, sehr seelenvoll die Laura, an der Höhe sollte sie noch etwas arbeiten. Das gilt auch für Alice Waginger als bezaubernde Bronislawa.

Hinreissend präsentierte sich Thomas Markus mit „Siegmundstimme“ als Symon Rymanovizc. Das saß jeder Ton, jede Phrasierung, eigentlich sollten Intendanten bei diesem Künstler Schlange stehen. Diese enorme Tenorstimme war für dieses Ambiente schon fast etwas zu gewaltig. Oberst Ollendorf wurde von dem jungen Florian Pejrimovsky auffallend gut gesungen und sehr witzig und locker gespielt. Ein großes Bühnentalent. Das muss man auch von Christian Nagl sagen, ein zierlicher junger Mann, ein gewaltiges  Bewegungstalent und auch eine hübsche Baritonstimme hörte und sah man (in drei Masken) als skurrilen Onuphrie, besoffenen Puffke und seriösen Herzog Adam Kasimir. Philipp Landgraf, eine konträre Gestalt, als köstlich sächselnder Enterich bestens besetzt. Jan Janicki, der Patriot und erfolgreiche Rebell wurde von Michael Weiland sehr gut dargestellt.

Das Publikum dankte mit viel verdienten Jubel am Ende.

Am 23. 9. erlebt man ebendort die Uraufführung der Oper „Die Taubenwirtin“ mit Nicola Proksch und Sergio Tallo Torres

Elena Habermann._

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