Der Neue Merker

STEYR/ Musikfestival im Schlossgraben: WEST SIDE STORY

MUSIKFESTIVAL STEYR IM SCHLOSSGRABEN : „WEST SIDE STORY“ am 5.8.2017

 

Wie immer ist die Wahl des Stückes des engagierten Intendanten Karl Michael Ebner und seinem hervorragenden Team mehr als geglückt.

Genau betrachtet ist das die Sommerspielzeit der Volksoper. Man findet viele arrivierte und junge Mitglieder des Hauses im Ensemble der Aufführungsserie.

Das Bühnenbild von Georg Lindorfer ist einfach, aber genau die soziale Szene treffend. Eine Hauswand im Stile „altes Emmental“,  zeichnet die gewisse Trostlosigkeit dieser Jugend, die mit sich nichts anzufangen weiß, außer die Straße zu „kontrollieren“, mit der Polizei anzuecken oder sich auch zu arrangieren. Das hängt wohl von den einzelnen Persönlichkeiten der Exekutive ab. 

Susanne Sommer schuf eine passende geschickte Regie, sehr exakte Personenführung und auch die vielen Tanzeinlagen kamen nicht zu kurz. Florian Hurler betreute choreographisch sehr gut die Tänzer und Sänger. Die Kostüme von Caterina Visconti waren gut und geschmackvoll ausgesucht. Sehr schön und stimmungsvoll die Beleuchtung von Martin Schiske

Die  musikalische Leitung lag bestens in den Händen von Siegmund Andraschek.

Als Maria ließ Juliette Khalil ein schönes Timbre hören und war darstellerisch eine überzeugende Verfechterin für den Frieden.,  ebenso gilt dies für David Sitka, der großartig spielte. Über die Stimmegröße kann man wenig feststellen, die Verstärkungsanlage macht aus allen große Stimmen.

Martina Dorak als Anita tanzt die Rolle ausgezeichnet, bei Shakespeare sollte dies wohl die Amme sein? Jan Werner Schäfer als Bernardo (Tybald) ist sehr überzeugend, auch Florian Stohr als (G)Chino (Paris) sang und tanzte seine Rolle gut. Jakob Semotan als Riff (Mercutio)  ist vom Typ nicht so ganz ideal. Ordentlich in der Sprechrolle ist Josef Luftensteiner als sehr parteiischer Polizist Lt. Schrank ( Duke von Verona). Ewald Reiter war ein biederer Inspektor Krupke.    

Auffallend im Ensemble der „Sharks“ (Montecchi) war die junge Amelia Muus, die stilistisch sehr schön singt und auch beweglich tanzt in der Rolle der Rosalia. Im Zwiegesang mit Anita war sie fast stimmführend.

Die weiteren Mitglieder der „Jets“ (Capulet) und „Sharks“ seien pauschal gelobt.

Das Wetter spielte leider nicht so ganz mit, so legte man sich in der Pause eine „Regenhaut“ zu und schwitzte im Regen und bewunderte die Künstler auf der Bühne, die tapfer weiter machten.

Elena Habermann

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