Der Neue Merker

SALZBURGER LANDESAUSSTELLUNG – BISCHOF. KAISER. JEDERMANN – 200 JAHRE SALZBURG BEI ÖSTERREICH

SALZBURGER LANDESAUSSTELLUNG – BISCHOF. KAISER. JEDERMANN – 200 JAHRE SALZBURG BEI ÖSTERREICH

(Heinrich Schramm-Schiessl)

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Als ich durch die Ausstellung ging, kam mir immer wieder der Gedanke, was wohl gewesen wäre, wäre Salzburg nicht 1816 zu Österreich gekommen. Nicht nur, dass Österreich um eine wunderschöne Stadt und Touristenattraktion ärmer wäre, auch die – gemeinsam mit Bayreuth – wichtigsten Festspiele würden nicht in Österreich sondern ebenfalls in Deutschland stattfinden. Daran sollte man die Salzburger erinnern, wenn sie wieder einmal über die Festspiele meckern.

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Bergkristall-Kelch

Die Ausstellung folgt dem gleichen Muster wie alle anderen Landesausstellungen, also eine Leistungsschau der Heimatmuseen, verbunden mit Exponaten anderer Institutionen. Die Ausstellung ist in drei Ebenen gegliedert. Im Erdgeschoss befindet sich der Teil „Am Schauplatz“ in dem sich neben einem Zeitband, das die Geschichte Salzburgs der des übrigen Österreich gegenüberstellt, Videoanimationen der wichtigsten Orte der Geschichte Salzburgs befinden. Im 1. Obergeschoß wird dann unter dem Titel „Erzähl mir Salzburg“ eine großer Bogen der Geschichte des Landes von der Römerzeit bis heute gespannt. Natürlich wird auf Besonderheiten, wie dem berühmtesten Weihnachtslied „Stille Nacht“ oder der Salzach als früheren wichtigem Handels- und Transportweg, eingegangen. Eigene Abschnitte werden natürlich dem Genius Loci, Wolfgang Amadeus Mozart, oder den Visionen und der Realität der Salzburger Festspielhäuser gewidmet. Bei letzteren atmet man direkt auf, dass manche Ideen nicht verwirklicht wurden. Eigenartig ist jedoch, dass beim Kleinen Festspielhaus der Umbauentwurf Clemens Holzmeisters aus den 70er-Jahren nicht erwähnt wird. Im 2. Obergeschoss kann man dann unter dem Titel „Schatzkammer Salzburg“  eine beeindruckende Sammlung von Gemälden, Skulpturen, archäologischen Objekten,  Musikinstrumenten  und vielem anderen, darunter in einer Nische auch die Kostüme Desdemonas, Otellos und Jagos aus der Festspielproduktion des „Otello“ 1970 finden.

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Modell eines in Hellbrunn geplanten Festspielhauses

Daneben gibt es für Kinder eine Art Abenteuerpfad.

Die Bezeichung „Jedermann“ im Titel hat übrigens nichts mit dem „Gründungsstück“ der Festspiele zu tun, sondern steht für Menschen wie du und ich.

Es ist jedenfalls eine durchaus beeindruckende Schau, die man – wenn man in Salzburg oder in der Umgebung ist – eigentlich nicht versäumen sollte.

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Nachbau eines Hallasch (Salzach-Schiff)

BISCHOF.KAISER.JEDERMANN – 200 JAHRE SALZBURG BEI ÖSTERREICH

Landesausstellung im Salzburg-Museum in der Neuen Residenz

  1. April bis 30. Oktober 2016 – jeweils Dienstag bis Sonntag von 9 – 17 Uhr.

www.salzburg200.at

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Kostüme von Desdemona, Otello u. Jago aus der Festspielproduktion 1970

 Alle Fotos von Heinrich Schramm-Schiessl

 

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