Der Neue Merker

SALZBURG-MUSEUM: DIE WALKÜRE 1967 . 2017. (bis 18. April)

WALKÜRE 1967 . 2017. Ausstellung im Salzburg Museum  bis 18. April 2017

Wer die Re-Kreation der  WALKÜRE in Salzburg gesehen hat, pilgert selbstverständlich auch in die dazu organisierte Ausstellung im Stadtmuseum – zumal der Eintritt mit ( irgend )- einer Festspielkarte gratis ist. Aber auch ohne den Besuch der  Vorstellung ist die Schau empfehlenswert. Gleich beim Eingang der Raum, der hier zur Zeit wird: die Breite des Ausstellungssaales , die Max-Gandolph-Bibliothek übertrifft mit 36m um 4m  die Bühne im Festspielhaus. Durch die vielen Stell-Wände lässt sich  die Weite aber nur beim bewußten Ausschreiten oder dem Blick auf das schöne Deckengewölbe erfassen.

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Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen. Foto: Erwin Messer

 ZU große Erwartungen , jetzt viele Bilder, Gegenstände, gar Kostüme von der „alten“ Produktion  von Karajan und Schneider-Siemssen zu finden, soll sich niemand machen. Dafür detaillierte Bühnenskizzen, viele handbemalte Glasdias, Modelle, erstaunlich wenige Fotos, nur schwarz weiß, aber viele Zeitungsausschnitte und Briefe, dazu aufschlussreiche Filmdokumente. Doch dafür braucht es Zeit, die sich das Festspielpublikum erst nehmen muss. Eine Art Wohnzimmer im Stil der 60er Jahre lädt zum Erinnern  ein,  mit Zeitschriften, Filmausschnitten, Tondokumenten der Stimmung der Zeit nach zu spüren. Zeitvertreib nicht nur  bei  Schlechtwetter.

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Auch nicht eben billig, für damalige Verhältnisse. Foto: Erwin Messer

 Nothung das Schwert ist noch erhalten, auch die Besetzung und eine Eintrittskarte gibt es zu sehen. Nicht ganz billig ein Platz im Parterre.

 Außerdem erfährt man, dass es durch die frühen Ostern am Premierentag , dem 19.März, arg kalt war , Schneeregen, Matsch  auf den Straßen. Gut, dass die Luxuslimousinen bis zum Eingang vorfahren konnten.

Die originellste Anmerkung  zu Herbert von Karajans Wirken stammt von Joachim Kaiser in der „Zeit“ vom 24.3.67: Die Salzburger Walküre (selbstbesetzt, selbstfinanziert, selbstinszeniert, selbstdirigiert – dass Wagner das Werk komponierte, wirkt fast wie ein Schönheitsfehler).

Ulrike Messer-Krol

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