Der Neue Merker

SALZBURG/ Festspiele: LIEDERABEND ELINA GARANCA

Salzburger Festspiele – LIEDERABEND ELINA GARANCA / 3.8.2017

(Heinrich Schramm-Schiessl)


Malcolm Martineau, Elina Garanca. Foto: Marco Borelli/ Salzburger Festspiele

Im Kleinen Festspielhaus, das leider immer noch „Haus für Mozart“ genannt wird, fand der zweite Liederabend dieser Festspiele mit Elina Garanca statt. Es war faszinierend festzustellen, dass die Stimme noch immer grösser wird und dabei auch noch an Farbe gewinnt.

Trotzdem wurde man mit dem ersten Teil des Programms, der Johannes Brahms gewidmet war, nicht wirklich glücklich. Natürlich, sie sang mit wunderschön strahlender Stimme und phrasierte sehr schön, aber von der Interpretation her ging sie kaum in die Tiefe, alles blieb irgendwie an der Oberfläche und man war einfach nicht berührt. Nach der Pause wurde es dann wesentlich besser. Bei Liedern von Henri Duparc und Sergej Rachmaninow konnte sie ihre Stärken ausspielen. Da gelang vieles wunderbar, besonders wenn es dramatisch wurde. Malcolm Martineau begleitete relativ unspektakulär am Klavier, wobei manches durchaus akzentuierter hätte sein können.

War das Publikum zur Pause noch etwas reserviert, so brandete am Ende doch Jubel auf und wurden drei Zugaben erklatscht,  wobei die letzte, „Morgen“ von Richard Strauss sehr verinnerlicht klang.

Heinrich Schramm-Schiessl

 

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