Der Neue Merker

SALZBURG: 70 JAHRE SALZBURGER ADVENTSINGEN

70 Jahre Salzburger Adventsingen

Steffi-Maria Schlinke berichtet exklusive für Merker vom Premierenabend

Salzburg, ganz im Zeichen des 70
Salzburg ganz im Zeichen des Siebzigers. Foto: Steffi Maria Schlinke

Die Premiere des “Salzburger Adventsingens 2016” war erwartungsgemäß wieder ein Riesenerfolg. Heuer heißt das Traditionsstüc, das 15 mal auf dem Programm steht,  “ Gib uns Frieden,“ in dem die biblische Geschichte durch eine im Jahr 1946 spielende Rahmenhandlung ergänzt wird.

Salzburger Adventsingen 2016 Gib uns Frieden Foto Steffi Maria Schlinke
„Gib uns Frieden“. Foto: Steffi Maria Schlinke

Vor 70 Jahren entstand in Salzburg eine Idee, getragen von der Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Welt. Unter der Leitung vom Musikanten, Sänger und Heimatkundler Tobias Reiser (1907-1974) aus St. Johann im Pongau und Annette Thoma aus Bayern, organisierten die beiden im Advent 1946 ein erstes Adventsingen im Gedenken an all die Gefallenen und Vermissten der beiden fürchterlichen Weltkriegen. Es war damals wie heute eine stille, andächtige Feier, getragen von vertrauten Weihnachtsliedern und Weisen. Niemand ahnte jedoch, dass diese kleine Andachtsfeier einmal zum weltweit bedeutendsten Festspiel dieser Art werden könnte, das inzwischen jährlich 36.000 Besucher aus 38 Ländern in das Große Festspielhaus (seit 1960) bringt. Das funktionelle Bühnenbild, das Platz für 150 Darsteller ermöglicht, zeigt diesmal unverkennbar Gebäude der Stadt Salzburg mit der Patina von 1946. Damit wird das eigentliche Geschehen, nämlich die Herbergsuche und die Geburt Jesu, effektvoll umrahmt

Aber auch bei diesem Jubiläums-Adventsingen bleibt Maria und Josef (Simone Vierlinger – Sopran und Bernhard Teufl -Tenor) im Mittelpunkt der Geschichte aus der der Bibel. Ergänzt wird diese mit den Schauspielern Theo Helm (Tobias) und Susanna Szameit (Annette) als Erzähler. Getextet und in Szene gesetzt wurde die Hommage an die Geburtsstunde des Salzburger Adventsingens von Hans Köhl, der seit 1999 für das Erfolgskonzept verantwortlich ist und auch noch den gnadenlosen Wirt der „Herbergsuche“ singt. Das Mini-Orchester, wird dirigiert von Herbert Böck, Chefdirigent des Wiener Jeunesse Orchesters, künstlerischer Leiter des Concentus Vocalis sowie Professor für Chor- und Ensemble im Mozarteum und die alljährlich neu komponierten liturgische Passagen stammen von Klemens Vereno.

Salzburger Adventsingen 2016 Hirtenkinder Foto Steffi Maria Schlinke
Hirtenkinder. Foto: Steffi Maria Schlinke

Die zauberhaften Hirtenkinder und der gemischte Chor im Trachtenlook, aus Salzburg und heuer auch aus dem Mühlviertel, erobern schnell die Herzen des Publikums! Wenn dann am Ende über 2.000 Besucher gemeinsam mit 150 Mitwirkenden, gleich gesinnt in stiller Eintracht den Andachtsjodler – wie vor 70 Jahrensingen und dabei so manche Träne kullert, ist das eine Antwort auf die Frage, wie dieses Brauchtum, so wachsen konnte und sich in 70 Jahren zu einem kulturellen Highlight in der „stillsten Zeit“ des Jahres entwickeln konnte.

Steffi-Maria Schlinke aus Salzburg

 

 

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