OTTORINO RESPIGHI: Werke für Klavier vierhändig – Fontane di Roma, Pini di Roma, Antiche Danze ed Arie per Liuto – evidence CD

by ac | 11. Januar 2018 12:05

OTTORINO RESPIGHI: Werke für Klavier vierhändig – Fontane di Roma, Pini di Roma, Antiche Danze ed Arie per Liuto – evidence CD

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Norberto Cordisco Respighi, in Paris lebender begabter Tausendsassa aus der Familie Respighi, hatte die Idee, den 100 Geburtstag der „Fontane di Roma“ 2017 (Urauführungsjahr) mit einer Einspielung der vom Komponisten selbst für Klavier zu vier Händen eingerichteten Arrangements dieses und anderer berühmter Orchesterwerke zu feiern. Der junge Künstler, der auch einen Master für Finanzen und Strategie in der Tasche hat und in der Generaldirektion der frz. Großbank BNP Paribas arbeitet, ist ausgebildeter Pianist und hat zudem die erste Biographie Respighis in frz. Sprache verfasst. Sie soll 2018 im Verlag Bleu Nuit erscheinen.

 

Gemeinsam mit seinem Klavierpartner Giulio Biddau interpretiert Norberto C. Respighi auf der neuen CD zwei der atmosphärisch dichten und lautmalerisch so aparten symphonischen Dichtungen aus der Römischen Trilogie sowie zwei der drei Suiten aus den „Antiche Danze ed Arie per Liuto“. Ungeachtet der konkreten Bezeichnung der vier Sätze der „Fontane di Roma“ (La fontana di Valle Giulia all’alba, La fontana del Tritone al mattino, La fontana di Trevi al meriggio und La fontana di Villa Medici al tramonto) kann das glitzernde, feierlich bis melancholische Werk nicht als Programmmusik im landläufigen Sinn bezeichnet werden. Es handelt sich vielmehr um klangliche Stimmungsbilder, die in der Klavierversion nicht erheblich, aber doch von ihrem fluoreszierenden Reiz einbüßen. Für die „Pini di Roma“ hat Claudio Guastalla, der Librettist der meisten seiner acht Opern, Kommentare verfasst. Die musikalische Hommage an die Ewige Stadt weicht in den „Antiche Danze ed Arie“ Respighis Begeisterung für Alte Musik. Hier nahm Respighi italienische und französische Lautenmusik des 16. und 17. Jahrhunderts zum Vorbild und hat daraus neoklassizistische Miniaturen voller Charme und Raffinesse geschaffen.

 

Die beiden Pianisten vollbringen keine virtuosen Wunder und sind sicher nicht in der Spitzenklasse ihrer Profession anzusiedeln. Aber sie erledigen die heikle Aufgabe mit Begeisterung und im Rahmen ihrer technischen Möglichkeiten gut. Auf jeden Fall lohnt sich das Kennenlernen und Anhören dieser prächtigen Musik in der Klavierversion, wenngleich nur als hübsche Abwechslung zu den noch immer alternativlosen und überaus empfehlenswerten Einspielungen der originalen Orchesterversionen durch Fritz Reiner, Karajan, Sinopoli, Pappano oder Ozawa.

 

Dr. Ingobert Waltenberger

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