Der Neue Merker

OLMÜTZ/ Volkskundemuseum: ALS FRANZ JOSEF I. DER FRANTISEK WAR.

k.u.k. Residenz Olmütz 1848 – DAMALS, ALS FRANZ JOSEF I. DER FRANTISEK WAR

Ausstellung im Volkskundemuseum ab sofort geöffnet, Ende der Ausstellung noch offen!

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Ausstellungsplakat. Copyright: Czechtourismus

Wien, das ist Jahrhunderte lange die Residenz der Herrscher aus der Habsburger-Dynastie gewesen. Auch Olmütz in Mähren hat es zu einer habsburgischen Residenzstadt gebracht, allerdings nur zu einer äußerst kurzlebigen. Im Jahr 1848, als Kaiser Ferdinand, leicht spöttisch der Gütige genannt, vor dem Volksaufstand in Wien flüchten musste, im Erzbischöflichen Palais von Olmütz Zuflucht fand, hier abdankte und sein blutjunger Neffe Franz Josef zum Kaiser Franz Josef I. gekrönt wurde. Franz hieß dort Frantisek, Olmütz ist heute Olomouc – und ist eine sehenswerte Stadt. Als Mittelpunkt eines Erzbistums, mit alter Universität, Philharmonie, dem St. Wenzels Dom, mit Reminiszenzen an Kaiserin Maria Theresia, Mozart, Feldmarschall Radetzky oder Sigmund Freud – alles übernommen aus des Kaisers Zeiten. Der meistgehasste Adelige der Biedermeierzeit, Clemens Wencelslaus Nepomuk Fürst von Metternicht–Winneburg zu Beilstein, schon Monate früher als Kaiser Ferdinand ebenfalls auf der Flucht vor den Revolutionären in Wien, wurde damals allerdings nicht in die befestigte Stadt eingelassen. 

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Copyright: Czechtourismus

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Copyright: Czechtourismus

Auch die Tschechen halten sich bei ihren Feiern an Jahreszahlen. Mit der Großeausstellung ‘Frantisek Josef I. v Olomouci‘ wird des 100. Todestages des Langzeitherrschers gedacht.  Zu sehen im Heimatkundemuseum der traditionsreichen Stadt in Mittelmähren, gelenkt von einem Band in den habsburg-lothringischen Farben Schwarz-Gelb: Franz Josef-Porträts von Kindheit bis zum Abschied in Einsamkeit; Pomp und Auswüchse der Soldateska der k.u.k. Monarchie; adelige Wappen und Stammbäume wie mährische Folklore, Trachten, Genreszenen. Und zu sehen ist ein großes Gemälde von der Abdankung Kaiser Ferdinands am 2. September 1848 und der gleich anschließenden Inthronisation von Franz Josef in den Morgenstunden des 2. Septembers 1848. Später hat der Kaiser wiederholt die Stadt besucht, war gern hier. Und zur Thronbesteigung soll er gesagt haben: „Leb wohl, Jugend!“ Gerade achtzehn Jahre, drei Monate und fünfzehn Tage alt.

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Copyright: Czechtourismus

Info: www.tourism.olomouc.eu

Meinhard Rüdenauer

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