Der Neue Merker

MÜNCHEN / „PARSIFAL“ 3. Akt konzertant – BR-SO/Nelsons

 

„PARSIFAL“ 3. Akt konzertant: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Andris Nelsons –

Herkulessaal 30.01.

 "Konzert f¾r ?sterreich", Seit 2002 widmen die Wiener Philharmoniker gemeinsam mit der Bundesregierung das "Konzert f¾r ?sterreich" jedes Jahr all jenen ?sterreicherInnen , die sich freiwillig und unentgeltlich f¾r andere einsetzen. 2010 findet im Wiener Musikverein am Nationalfeiertag das vorerst letzte Konzert dieser Art statt. Die musikalische Leitung ¾bernimmt Andris Nelsons, Fernsehzuschauern seit der "Carmen"-?bertragung aus der Wiener Staatsoper im Mai 2010 bekannt. F¾r die ORF-Live¾bertragung ¾bernimmt Agnes M´th die Bildregie. Im Bild: Andris Nelsons  SENDUNG: ORF2 - DI - 26.10.2010 - 17:35 UHR. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung.  Foto: ORF/ALI SCHAFLER.  Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion.  Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606 andris_nelsons_orf ali schafler

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bot seinem Publikum an diesem Abend ein ungewöhnliches Programm: den 3. Akt aus „Parsifal“ in einer konzertanten Aufführung mit Andris Nelsons, dem Chor des Bayerischen Rundfunks (Einstudierung Michael Alber) und namhaften Gesangssolisten wie Georg Zeppenfeld als Gurnemanz, Simon O’Neill als Parsifal und Tomasz Konieczny als Amfortas. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielte das Werk mit hoher Intensität, und klarem, eher hellem Klang. Nelsons legte viel Wert auf Klangtransparenz, weniger auf Mystik und spätromantisches Schwelgen. Besonders in Erinnerung bleiben der zarte, durchsichtige Karfreitagszauber und die volltönende, imposant aber nicht zu wuchtig dargebotene Verwandlungsmusik. Von den Sängern beeindrucke am meisten Georg Zeppenfeld. Er sang den Gurnemanz mit klarer, beweglicher Stimme und absolut deutlicher Diktion. Simon O’Neill machte die Entwicklung Parsifals vom in sich gekehrten, reuevollen Rückkehrer hin zum strahlenden, souveränen Gralskönig deutlich und meisterte seine Partie stimmlich souverän. An sein wenig klangreiches, leicht nasales Timbre muss man sich jedoch erst ein wenig gewöhnen. Tomasz Konieczny sang den Amfortas mit leuchtendem Bariton und brachte dem Publikum mit seiner Interpretation den tiefen Schmerz und die Todessehnsucht des lebensmüden Gralskönigs nahe. Die im dritten Akt sehr kurze Rolle der Kundry übernahm Chorsängerin Sabine Staudinger. Insgesamt ein sehr interessanter und beeindruckender Konzertabend, der neugierig macht auf Nelsons‘ Dirigat des Parsifal bei den Bayreuther Festspielen 2016.

Gisela Schmöger

 

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